Mit Mythos aufgeräumt

Einen Auftakt nach Maß hatte der fünfte Willinger Panoramalauf. In der Vis-a-Vis-Hütte lauschten 65 Läufer dem Vortrag von Dr. Ernst Jakob, ärztlicher Direktor der Sportklinik Hellersen, der lange Jahre Leistungssportler in verschiedenen Sportarten betreute.

So war der Olympiaarzt für die deutschen Skispringer um Sven Hannawald und Martin Schmitt medizinisch verantwortlich. Das Thema des Vortrages "Sportmedizinische Aspekte eines Läufers und anderer Sportler" war insbesondere auf den Panoramalauf zugeschnitten. Allen Anfängern legte Jakob einen Eingangsfragebogen ans Herz, der auf der Homepage der Sportklinik Hellersen (www.sportklinik-hellersen.de) heruntergeladen werden kann. "Wer nur eine der sieben Fragen mit einem Ja beantwortet, der sollte sich einem sportmedizinischen Check unterziehen", sagte der Sportmediziner.

Zur richtigen Sport-Ernährung vermittelte der Arzt Basiswissen bei der Verbrennung von Fetten und Kohlenhydraten in Bezug auf die Dauer und Intensität der sportlichen Belastung und räumte mit einem Mythos auf.

Kein zusätzliches Magnesium

"Wir brauchen kein zusätzliches Magnesium, davon haben wir ausreichend in einer ausgewogenen und gesunden Ernährung", sagt Jakob. Der Körper könne nur eine begrenzte Anzahl an Kohlenhydraten speichern, dagegen aber je nach Gewicht riesige Mengen an Fettkalorien. Ein Sportler mit Normalgewicht und einem Körperfettanteil von 20 Prozent beispielsweise bis zu 135.000 Kalorien. "Wir brauchen das Fett bei langen Laufeinheiten als Energieträger, und Fett verbrennt nur in der Flamme der Kohlenhydrate", machte Jakob die zusätzliche Aufnahme von Energie bei sportlichen Betätigungen über eine Stunde deutlich. "Wenn man beim Marathonlauf zu wenig isst, kommt bei Kilometer 35 der berüchtigte Hammer."

Unser Körper besteht zu 50 bis 60 Prozent aus Wasser und verliert davon beim Sport durch Schwitzen zum Abkühlen des aufgeheizten Körpers sehr viel. Umso wichtiger sei das Trinken während des Trainings und der Wettkämpfe, so der Referent. Bis zu drei Liter Flüssigkeit in der Stunde kann man bei hohen Leistungen verlieren. "Um einem Leistungsverlust vorzubeugen, muss genügend geeignete Flüssigkeit mit Sportgetränken oder Schorlen zugeführt werden", so Jakob.

Kalte Milch ist gut geeignet

Am besten also ein Getränk mit sinnvollem Kohelnhydratanteil von fünf bis sechs Prozent, das vom Blut mit gelösten Teilchen von 280 bis 300 milliosmol/Liter (isotonisch) schnell aufgenommen werden kann. "Kalte Milch ist beispielsweise gut geeignet, wenn man sie mag, aber es gehört trotz aller Werbeversprechen auf keinen Fall Magnesium rein." Bei normalen Belastungen empfiehlt er 400 bis 800 Milliliter, bei großer Hitze ein bis zwei Liter in der Stunde.

Den kompletten Vortrag können interessierte Sportler in den nächsten Tagen im Internet unter www.willinger-panoramalauf.de einsehen.

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