Rotes Kreuz will im Wakenfeld größeren Standort bauen

Neue Rettungswache bei Willingen geplant

Zwischen Bauhof und „Stryck-Dreieck“ soll die neue Rettungswache entstehen – am Westende der Baumreihe, die derzeit noch den Schotterparkplatz teilt.
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Zwischen Bauhof und „Stryck-Dreieck“ soll die neue Rettungswache entstehen – am Westende der Baumreihe, die derzeit noch den Schotterparkplatz teilt.

Eine neue Rettungswache des Deutschen Roten Kreuzes soll im Wakenfeld zwischen Usseln und Willingen enstehen: Auch für den Weltcup ist das von Bedeutung.

Pläne des DRK-Kreisverbands Korbach-Bad Arolsen wurden Donnerstag in der Gemeindevertretung vorgestellt.

Bislang gibt es einen Standort in Usseln – der reiche nicht mehr aus, erläuterte Kreisgeschäftsführer Michael Wehmeyer: „Die Einsätze in Willingen sind um 30 Prozent angestiegen, weil es viel mehr Tourismus mit dem Mountainbike gibt.“ Um die Einhaltung der zehnminütigen Hilfsfrist sicherzustellen, sei ein weiterer Wagen notwendig – und dafür eine größere Wache. In Usseln sei für eine Erweiterung nicht genug Platz – der Kreisbrandinspektor habe das Wakenfeld als optimalen Standort ausgesucht.

Bürgermeister Thomas Trachte und der Gemeindevorstand begrüßten die Pläne: Eine neue, große und moderne Rettungswache bedeutet ein Stückchen Sicherheit. Einen Haken hat der Standort jedoch – zumindest scheinbar: Beim Weltcup-Skispringen ist der Standort wichtig für Bus- und Bahnreisende. 1800 Quadratmeter Fläche am Westende des Schotterparkplatzes fielen weg. Derweil gebe es Pläne, die das Verkehrssystem nicht beeinträchtigen, sondern sogar stärken würden.

Das DRK habe sich eng mit Bahn, Hessen Mobil, Kreisbauamt und Polizei abgesprochen, erläuterte Wehmeyer. Der asphaltierte Parkplatz südlich der Bundesstraße soll in den Hang hinein erweitert werden, um zusätzlichen Platz für Busse zu bieten. Stellplätze und Raum für Bahnreisende seien so gegeben; auch die seit langen angedachte Tunnellösung zur Kreuzung der Bundesstraße ist mitgedacht – sie sei derzeit allerdings noch nicht finanzierbar, wie der Bürgermeister auf Nachfrage klarstellt. Er fasst zusammen: Es gebe mehr Busparkplätze, einen besser sortierten Fußgängerstrom und die Taxistände könnten an den Stryckparkplatz zurückkehren.

Das Gebäude selbst soll aus zwei Baukörpern bestehen, erläuterten Michael Wehmeyer und Architekt Gunnar Dötter aus Korbach. Vier Garagen sollen dauerhaft Platz für zwei Fahrzeuge plus Winterwache und Raum zum Waschen bieten. Er sei sich bewusst, dass die geplante Wache an exponierter Stelle kurz vor Willingen stehe, erklärte Wehmeyer: „Wir wollen, dass es adäquat aussieht.“ Eine Holzverkleidung sei je nach Witterung schwierig, antwortete Dötter auf eine Anfrage von Dirk Wilke (FDP) – aber es solle auch nicht einfach Blech sein, sondern etwas hermachen. Hinzu komme eine Solaranlage aufs Dach.

Neben Ruhe- und Sozialräumen für die Belegschaft ist auch ein großer Lehrsaal geplant – es gibt eine Ausbildungsstelle für Notfallsanitäter. Derweil soll der Raum auch als taktisches Lagezentrum beim Weltcup dienen und könne auch zur Breitenausbildung genutzt werden, etwa für Erste-Hilfe-Kurse. Angesichts des steigenden Bedarfs im Kreis sei auch die Unterbringung eines Pflegedienstes denkbar, so Michael Wehmeyer.

Wege und Flächen herzurichten würde die Gemeinde 100 000 bis 120 000 Euro kosten, mit Asphaltierung 240 000 Euro, erläuterte Trachte – das günstigere Szenario würden Grundstücksverkauf und Anschlusskosten ungefähr abdecken. Bauleitplanerisch sei das Projekt unkompliziert, am liebsten würde das DRK demnach gleich loslegen.

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