Ringwallweg Schwalenburg

Licht ins Dunkel bringen

Ringwallweg Schwalenburg, Themenweg, Freunde der Schwalenburg, Schwalefeld
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Die "Freunde der Schwalenburg" (hier stellvertretend Willi Lange, Holger Lange, Helmut Kesper und Harald Brüne) sind endlich am Ziel. Die Tafel am Turm ist Ausgangspunkt des Ringwallweges.

Zu einem „Brückenschlag zwischen Geschichte und Landschaft“ lädt der neu angelegte Ringwallweg Schwalenburg ein. Seite Ende August sind die elf Informationstafeln aufgestellt. Die offizielle Einweihung erfolgt am 4. November.

Von der rund sechs Hektar großen Burganlage sind heute nur noch drei mächtige Wallringe als deutlich sichtbarer Hinweis übrig geblieben – mit ihren Abmessungen zählte sie aber einst sicherlich zu den beeindruckendsten Anlagen ihrer Art. Aufgrund ihrer Bauweise schätzt man, dass sie Anfang des neunten Jahrhunderts errichtet wurde. Da sie aber in historischen Quellen kaum auftaucht, liegt vieles zu ihrer Entstehung und Nutzung im Dunkeln. Umso hilfreicher sind daher für Besucher die Infotafeln.

Die treibende Kraft hinter der Anlage des Ringwallwegs sind die „Freunde der Schwalenburg“. „2009 haben wir im Anschluss an die 675-Jahr-Feier von Schwalefeld den Aussichtsturm auf der Schwalenburg errichtet – und haben uns gedacht, das kann doch nicht alles sein, was dieser Burgberg zu bieten hat“, erzählt Holger Lange. Motiviert durch die Ausführungen von Dr. Marc Müllenhoff und die Publikation von Dr. Ursula Rennhof zur Geschichte des Ortes gründete sich im Anschluss an eine Bürgerversammlung im November 2011 der Aktivkreis „Freunde der Schwaleburg“, der sich in der Folge dem Heimats- und Geschichtsverein Willingen als Unterabteilung anschloss. 20 bis 30 Mitglieder sind bis heute aktiv. Bürgermeister Thomas Trachte zeigte sich von der Initiative der Schwalefelder beeindruckt und versprach Unterstützung. Von der Gemeinde kam der Vorschlag, sich um Leader-Mittel zu bewerben und die Umsetzung mit den für Eimelrod und Welleringhausen geplanten Themenwegen zu koordinieren. Das Vorhaben Ringwallweg stieß jedoch beim Landesamt für Denkmalpflege in Marburg auf Vorbehalte. Man fürchtete, dass durch eine zu intensive Begehung der Anlage das archäologisch wertvolle Denkmal Schaden nehmen könnte. Auch die Informationen der Hobby-Historiker waren zum Teil widersprüchlich. Die „Freunde der Schwalenburg“ ließen sich jedoch nicht entmutigen und verfolgten ihren Plan, Besuchern mehr Informationen an die Hand zu geben, weiter. Um die Bedenken des Denkmalamtes zu entkräften und die Planungen auf ein fachlich sicheres Fundament zu stellen, wurde mit Dr. Armin Fuchs (Marburg/Weimar) Anfang 2014 ein Frühhistoriker hinzugezogen. Dieser erstellte ein rund 40-seitiges Arbeitspapier, welches Grundlage für die weiteren Konzeptionen wurde. Im Mai 2014 wurde der gebürtige Schwalefelder Willi Lange mit der Planung, Ausschreibung und Bauleitung aller drei Themenwege beauftragt. Bis der endgültige Verlauf des Rundwegs mit den Standorten für die Informationstafeln stand, die geplanten Texte und Abbildungen wissenschaftlich hieb- und stichfest waren und alle Zugangs- und Wegerechte mit den Grundeignern geklärt waren, war es allerdings noch ein weiter Weg. Zahlreiche Telefonate wurden mit dem Historiker sowie allen anderen Beteiligten geführt, E-Mails und Dateien hin- und hergesendet und mehrere Vor-Ort-Begehungen durchgeführt. Im Frühsommer erfolgte die Ausschreibung für die Fertigung und das Aufstellen der Tafeln im einheitlichen Design des Geoparks Grenzwelten. Die Pflege des Weges sowie der gesamten Anlage übernehmen weiterhin die „Freunde der Schwalenburg“, unterstützt durch den Bauhof der Gemeinde und mithilfe von Schafen, welche die Grasflächen kurz halten. Der Weg zum Ringwallweg war so mühevoll wie der Aufstieg zur Schwalenburg – in beiden Fällen aber ein lohnendes Unterfangen. Die Infotafeln bringen nun Licht in die Bedeutung der Wälle – und die Aussicht vom Turm lässt einen nachvollziehen, warum man auf diesem Berg eine Burg angelegt hat. Der eigentliche Rundweg beginnt in der Mitte des Burgareals am Aussichtsturm, ist rund 750 Meter lang und folgt dem Verlauf des inneren sowie des mittleren Walles. Ein kurzer Stichweg führt zum früheren Haupttor im äußeren Wall. Die nächste Parkmöglichkeit ist zirka 200 Meter entfernt. Von der Ortsmitte in Schwalefeld (Alte Kirche) aus ist die Burg über Wanderwege oder die Zufahrtsstraße zu erreichen. Der Uplandsteig führt direkt über die Schwalenburg.

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