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Reger Austausch bei Auftakt der Dorfentwicklung in Willingen

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Von: Wilhelm Figge

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Ortskerne lebenswert halten: Das ist das Ziel, über das bei der Auftaktveranstaltung diskutiert wurde.
Ortskerne lebenswert halten: Das ist das Ziel, über das bei der Auftaktveranstaltung diskutiert wurde. © Wilhelm Figge

Bei der Auftaktveranstaltung für die Konzept-Entwicklung zur Dorfentwicklung im Upland wurde klar: Bürgerbeteiligung ist der Schlüssel.

Willingen (Upland) – Wie die alten Ortskerne aller Upländer Ortsteile lebenswerter werden und trotz demografischen Wandels auch bleiben , soll in einem Integrierten kommunalen Entwicklungskonzept festgelegt werden – kurz IKEK. In einer ersten öffentlichen Veranstaltung wurden die Abläufe vorgestellt und erste Anregungen von Bürgern aufgenommen.

Dabei geht es zum Einen um die Grundlagen für die Förderung privater wie öffentlicher Vorhaben in der Dorfentwicklung. Zum anderen sei es eine Gelegenheit, ein Konzept zur Entwicklung der ganzen Gemeinde zu erarbeiten, erklärte Bürgermeister Thomas Trachte: „Wenn meine Erwartungen sich erfüllen, denken wir über reine Förderprogramme hinaus und beschäftigen uns mit ganz grundlegenden Fragen für die Gemeinde.“

Bürgerbeteiligung soll dabei von Anfang an eine große Rolle spielen: Seit Mittwoch steht eine Bürgerbefragung online. In gut 15 Minuten lässt sich dort zur Analyse beitragen, Sie soll bis mindestens Ende April laufen. Wer nicht über Internet verfügt, kriegt sie auf Wunsch auch postalisch von der Gemeinde zugestellt. Bei der Gemeinde sind Dana Sinemus und Sigrid Schäfer verantwortlich und nehmen auch spontane Ideen an.

Eine Steuerungsgruppe aus Ortsvorstehern und Vertretern des Parlaments begleitet den Prozess, in Ortsspaziergängen sollen die Bedürfnisse in den Dörfer geklärt werden – zuerst mit den Ortsvorstehern, später aber auch in öffentlicher Runde. In zwei offenen Foren werden zuerst die Ziele und später konkrete Maßnahmen diskutiert, auch eine Kinder- und Jugendbeteiligung ist geplant, erläuterte Michelle Godon, Ansprechpartnerin bei der zur Begleitung engagierten Firma Cima. Auf Anregung aus der Runde soll geprüft werden, wie Inhaber von Zweitwohnsitzen sich in den Prozess einbringen können. Bis Anfang 2023 soll das IKEK fertig sein, dann werden sechs Jahre lange Projekte umgesetzt.

Zwingende Themen, mit denen sich im Konzept auseinandergesetzt werden muss, sind die städtebauliche Entwicklung, also auch Leerstände, das bürgerschaftliche Engagement, die demografische Entwicklung und die Daseinsfürsorge. Einfließen dürfen aber auch Analysen und Ideen zu Tourismus, Freizeit und Kultur, Natur und Landschaft, Wirtschaft und Landwirtschaft, Verkehr, Netzwerkbildung, Energieeffizienz und Klimaschutz sowie Integration und Inklusion. Bei der Versammlung kamen auch gleich Vorschläge auf: Als energieintensive Gemeinde solle Willingen sich anschauen, wie andere Kommunen sich selbst versorgen. Barrierefreiheit müsse bei Neu- und Umbauten mitgedacht werden – und am besten sollten Gastgeber online aufklären, wie es bei ihnen um das Thema steht.

Petra Bammann von Cima hielt fest: „Nicht alle Maßnahmen, die sie uns mitgeben, werden im IKEK landen.“ Aber alles werde festgehalten, um zu schauen,wie es sich realisieren ließe. Die Förderung privater Gebäude-Sanierung beschränke sich auf die Ortskerne, wie sie 1950 bestanden, sowie auf denkmalgeschützte Häuser – Förderung könne nicht rückwirkend gewährt werden, sodass sie zur Geduld riet.

Öffentliche Projekte werden nach einem Prozentsatz gefördert, der jährlich festgelegt wird, zur Zeit liegt er bei 80 Prozent. Den Rest muss die Gemeinde tragen. Dennoch erklärte der Bürgermeister: „Ich möchte ausdrücklich ermutigen, sich noch gar keine Grenzen zu setzen.“ Das Strategiepapier solle über die Förderzeit hinaus Bedeutung haben. (wf)

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