152 Kilometer zu Fuß

Vom Ruhrgebiet nach Willingen: Roland Strupat und Sarah Kappel liefen in ihre Wahlheimat

Gipfelkreuz des Langenbergs erreicht: Roland Strupat und Sarah Kappel sind mit Chihuahua und Kinderwagen vom Ruhrgebiet nach Willingen gewandert. Fotos: Roland Strupat
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Gipfelkreuz des Langenbergs erreicht: Roland Strupat und Sarah Kappel sind mit Chihuahua und Kinderwagen vom Ruhrgebiet nach Willingen gewandert.

Willingen/Essen. 152 Kilometer zu Fuß zurücklegen – vor dieser großen persönlichen Herausforderung standen jetzt Roland Strupat und Sarah Kappel, als sie den Entschluss fassten vom Ruhrgebiet aus in Sarah Kappels Wahlheimat Willingen zu laufen. „Wir sind eigentlich Spaziergänger und keine Wanderer“, erklärt Strupat im Gespräch mit dem SauerlandKurier. „So eine Distanz bin ich noch nie gelaufen. Vor der Tour bin ich höchstens mal Strecken von zwölf bis dreizehn Kilometer gewandert.“

„Die Idee kam aus einer Laune heraus auf. Wir waren an der Zeche Zollverein und gehen dort häufiger spazieren“, erklärt Strupat. „Wir haben uns überlegt, ob wir von der Zeche nicht mal nach Willingen laufen sollten.“ Das Vorhaben ging das Paar schließlich auf ungewöhnliche Art und Weise an. Statt Kleidung, Kompass und Proviant in Wanderrucksäcken mit sich zu führen, begaben sich die gebürtigen Ruhrpottler mit einem Kinderwagen auf den fünftägigen Weg durch das Sauerland. Dieser war aber nicht für den Nachwuchs der beiden bestimmt, sondern sollte unterwegs von Chihuahua Rocky als Rastmöglichkeit genutzt werden. „Ich habe vorher gedacht, dass ich ihn den halben Tag durch die Gegend schieben müsste, aber er hat sich wider Erwarten als Teufelskerl entpuppt. Er hatte richtig Spaß daran und brauchte immer nur mal eine Stunde Pause zwischendurch.“

Verschnaufpause: Der Kinderwagen diente als Rastplatz für Rocky.

Für das Paar entpuppte sich die Strecke gerade am dritten und am letzten Wandertag als moralische und körperliche Grenzerfahrung. Die ersten zwei Wandertage führte die beiden „Spaziergänger“ noch ohne größere Probleme vom Weltkulturerbe Zollverein und einer Übernachtung in Wetter über den Ruhrtalradweg bis nach Fröndenberg. „Auf der Strecke von Fröndenberg nach Neheim hatte meine Freundin einen kleinen Einbruch“, berichtet Strupat. Der Grund für den moralischen Tiefpunkt war vor allem das kalte und regnerische Wetter. „Wir haben unsere Tagestour dann angepasst.“ Kurz vor dem Ziel mussten beide am letzten Tag zudem über den Langenberg. „Die letzten sieben Kilometer waren härter als gedacht. Dabei ging es nur den Langenberg hoch und wieder runter.“

Im Vorfeld hatten sich die beiden auf der Strecke Übernachtungsmöglichkeiten gebucht, die Strupat im Nachhinein sehr lobte: „Ich fand es toll, dass alle mitgemacht haben und uns, vor allem auch noch mit dem Hund, nur für eine Nacht aufgenommen haben.“ Unterwegs waren die beiden fast immer alleine und konnten so die Eindrücke auf der Strecke in Ruhe genießen. „Es war anstrengend aber eine Erfahrung wert und ich würde es wieder machen. Vielleicht bringt der Bericht ja auch noch weitere Leute auf die Idee, so etwas mal zu versuchen.“

Wanderung von Essen nach Willingen

Wanderung von Essen nach Willingen

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