Vom schüchternen Fan zur unverzichtbaren Helferin

Melanie Reinbothe, hier 2005 in ihrer Rolle im Theaterstück "Bubblegum & Brillanten". Foto: SK

Willingerin Melanie Reinbothe wuchs mit dem Skisprung-Weltcup auf

Willingen. (SK)

Schon als junge Mädchen sammelten die beiden Willinger Cousinen Melanie und Bianca bei den Europacup-Skispringen Anfang der 90er Jahre an der alten Mühlenkopfschanze die Kärtchen der Kampfrichter ein. "Treppe hoch, Treppe runter", hieß damals die Devise noch auf dem alten Holzbock. Als "Free Willis" sind Melanie Reinbothe und Bianca Querl dem Ski-Club Willingen und der inzwischen stählernen Schanze treu geblieben und sorgen als ehrenamtliche Übersetzerinnen im ehrenamtlichen Helferstab schon im Vorfeld des Spektakels auf der größten Großschanze der Welt dafür, dass die Informationen über das Topereignis bei den Medien, Funktionären und in der Springerszene als "Newsflash" auch in Englisch weltweite Verbreitung finden.

Während Bianca Querl beim Welthandballverband angestellt ist und 2007 direkt von der WM in Deutschland zum Weltcup nach Willingen anreiste, wo sie im VIP-Bereich und im Auslauf der Schanze dann sogar die als Ehrengäste angerückten Weltmeister von Heiner Brand begrüßen durfte, arbeitet Melanie Reinbothe für die Wepa-Papierfabrik in Müschede, manchmal wie zuletzt in Spanien, auch im Ausland.

Weltmeister empfangen

Englisch und Französisch spricht und schreibt sie fließend, im Weltcup-Team hat sie im Wettkampfbüro von Wilhelm Saure ihren festen Platz gefunden und wechselt sich mit ihrer Cousine Bianca beim Übersetzen der wichtigen Texte ab. Ob Pressedienste, Ausschreibungen oder Grußworte — ein Fall für "Melli". Sie selbst hat Tennis und Volleyball gespielt, war mächtig stolz, als ihre Dienste vor Jahren auch bei der Weltfußball-Gala in Göbels Schlosshotel "Prinz von Hessen" in Friedewald gefragt waren und sie die weltbesten Fußballer live erleben durfte.

Ein Erinnerungsfoto mit Andreas Goldberger, dem ersten Weltcup-Sieger am Mühlenkopf, und eher noch schüchterne Gespräche mit Martin Schmitt und Sven Hannawald, als diese noch ganz am Anfang ihrer Karriere standen und mit ihren Erfolgen erst den Skisprung-Boom ausgelöst hatten, sind schöne Erlebnisse im alljährlichen Weltcup-Stress im "Haus des Gastes". Ein Gerücht ist allerdings, dass sie ihren Ehemann Frank im Willinger Wettkampfbüro beim Weltcup kennen- und lieben gelernt hatte, wo der für die Drucker- und Kopierertechnik zuständig ist. "Wir kannten uns schon vorher, haben uns bei einer Geburtstags-Fete erstmals getroffen", schmunzelt "Melli", deren großes Hobby neben dem Skispringen das Theaterspielen ist.

Im "Upland Theater", der Willinger Laienspiel-AG, gehört sie nach Jahren passiver Mitgliedschaft längst zum festen Ensemble, hat erst ein oder zwei Aufführungen auslassen müssen, ja sogar schon eine Doppel-Rolle gespielt. Cousine Bianca Querl ist als Souffleuse dabei, wenn es der Job und die Zeit erlauben.

"Camping, Koks und Hollywood" hieß das letzte Stück im November. So wie der Weltcup kommt auch die nächste Theater-Aufführung ganz bestimmt. Was den Skispringern die Sprunglauf-Bretter sind für die Hobby-Schauspieler die Theaterbretter.

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