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Schuldenlast sinkt

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Der Haushalt 2013 der Gemeinde Willingen wird – bedingt durch Mehrerträge bei Grund- und Gewerbesteuern – voraussichtlich besser ausfallen, als geplant. Das war die gute Nachricht, welche die Gemeindevertreter vorige Woche erhielten.

Die schlechte Nachricht lautete: Auch im kommenden Jahr wird Willingen nicht ohne Neuverschuldung auskommen.

Die Baumaßnahmen des Abwassersofortprogramms werden zwar noch dieses Jahr ihren Abschluss finden, auch in den kommenden Jahren werden jedoch kostenintensive Investitionen in Höhe von rund 3,7 Millionen Euro notwendig sein. Zum Teil seien sie den tourismusbedingt höheren Ansprüchen geschuldet. Sie seien aber auch eine Investition ins kommunale Anlagevermögen, erklärte Bürgermeister Thomas Trachte.

Der eigentlich für dieses Jahr geplante Beginn des Bauhofneubaus muss auf das kommende Jahr verschoben werden, da sich im Rahmen der Ausschreibungen Mehrkosten in Höhe von rund 700.000 Euro ergaben. Hier muss nun, nach Überarbeitung des Gesamtkonzepts, eine neue Ausschreibung erfolgen.

Von den Mitteln des Kommunalen Rettungsschirms wurden in diesem Jahr bereits elf Millionen ausgezahlt. Die restlichen rund 2,6 Millionen werden nach Ablauf der jeweiligen Zinsbindungsfristen in den nächsten Jahren fällig. Dadurch konnten sämtliche Kassenkredite sowie eine Reihe von langfristigen Verbindlichkeiten der Gemeinde und des Kurbetriebs abgelöst werden.

Der voraussichtliche Schuldenstand beträgt demnach zum Jahresende rund 28 Millionen Euro, plus 2,8 Millionen für den Kurbetrieb. (Ohne die Ablösung durch das Land hätte der Schuldenstand bei rund 35,8 Millionen Euro gelegen.) Somit ist die Pro-Kopf-Verschuldung in diesem Jahr erstmals seit Jahren gesunken und liegt nun ungefähr auf dem Stand von 2009.

Gebühren steigen weiter

Für das Haushaltsjahr 2014 werden im Geamtergebnis rund 17,8 Millionen Euro auf der Ertragsseite angesetzt. Bei den Steuern und ähnlichen Erträgen wird mit einem Plus von rund 524.000 Euro gerechnet. Davon gehen rund 450.000 Euro auf Mehreinnahmen durch die Anhebung der Grund- und Gewerbesteuer zurück. Für 2014 ist eine Anhebung der Grund- und Gewerbesteuern auf 360 Prozent beschlossen. (Für 2015 ist eine weitere Anhebung der Grundsteuer auf 380 Prozent vorgesehen.)

Auch die Schlüsselzuweisungen sowie die Kreis- und Schulumlage werden voraussichtlich steigen. Auf der Ausgabenseite wird mit rund 17,7 Millionen Euro kalkuliert. Nach Verrechnung mit Zinserträgen und -aufwendungen bleibt ein planerischer Überschuss von rund 93.600 Euro. Die Ausgabenansätze befänden sich, so versicherte Trachte, auf einem äußerst geringen Niveau und „sind auf die Erfüllung der Weisungs- und Pflichtaufgaben und der Unterhaltung der bestehenden Einrichtungen beschränkt“.

Trotz der Anhebung der Gebühren bei Kindergärten, Wasser und dem Bestattungswesen sind diese Bereiche weiter defizitär und können nur durch weitere Gebührenanpassungen ausgeglichen werden. Bei den Kindergärten wird sich das Defizit durch die Überführung in kirchliche Trägerschaft verringern. (Der Sauerlandkurier berichtete.) Die geplante Ausweitung der Betreuungszeiten kann jedoch nur durch eine weitere Gebührenanpassung gedeckt werden. Abwasser- und Abfallgebühren werden dagegen konstant bleiben.

Bei den Investitionen für 2014 sind, neben der Baumaßnahme zentraler Bauhof und den Umbauten der Kindergärten in Willingen und Usseln, die Fortführung der Dorferneuerung in Bömighausen und der energetischen Sanierung der Sporthalle Usseln, unter anderem Kanalarbeiten in der Ortsdurchfahrt Willingen, der Ausbau des „Sonderweges“ in Usseln, sowie die Renaturierung der Neerdar vorgesehen.

Für das Haushaltsjahr 2012 wurde, dank höherer Erträge und geringerer Aufwendungen, ein leichter Überschuss von rund 261.000 Euro im vorläufigen Rechnungsergebnis und rund 324.000 im Gesamtergebnis erwirtschaftet. (Von Kristin Sens, willngen@sauerlandkurier.de)

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