Mögliche Schneelieferanten für den FIS-Skisprung-Weltcup 

Ski-Club Willingen bereitet sich auf die Präparierung der Schanze vor

Rund 4000 Kubikmeter Schnee werden für das Belegen der Mühlenkopfschanze in Willingen benötigt.

Willingen. Auf der Willinger Mühlenkopfschanze findet vom 8. bis 10. Januar der FIS-Skisprung-Weltcup statt. Eine Woche später steigt an gleicher Stelle der FIS Continental Cup (16./17. Januar). Der Ski-Club Willingen unternimmt derzeit alles, um eine optimale Präparierung der Schanze zu erreichen. Wie schon in den Vorjahren stehen die Kontakte zu möglichen Schneelieferanten in Neuss, Bremerhaven und Bispingen. Bis zu je 500 Kubikmeter Schnee noch bis zum 30. Dezember sind kein Problem. Für das Belegen der Mühlenkopfschanze werden rund 4000 Kubikmeter Schnee benötigt.

Eine zusätzliche Option ist das System „Snowfactory 100“. Zur Vorbereitung des Weltcup-Auftakts in Klingenthal vom 20. bis 22. November wurden schon vor knapp einem Monat in Kooperation mit dem Deutschen Skiverband (DSV) zwei „Snowfactory“-Maschinen aufgestellt. Schanzenchef Wolfgang Schlüter und sein Assistent Andi Rohn haben sich jetzt in der Vogtland Arena mit den Verantwortlichen des VSC Klingenthal getroffen, um sich vor Ort zu informieren. „Die beiden Maschinen arbeiten bis zu 15 Grad Celsius zuverlässig und produzieren täglich zusammen 200 Kubikmeter Schnee“, berichtet Wolfgang Schlüter. Natürlich sei bei den hohen Plusgraden auch wieder einiges an Schnee weggetaut, aber der Berg Schnee an der Schanze in Sachsen sei beachtlich. Für den Fall, dass der Ski-Club Willingen nicht ausreichend Schnee mit den eigenen Schneekanonen erzeugen kann, könnte der Verein vom 10. Dezember bis zum 4. Januar ein „Snowfactory“ vom DSV anmieten.

 Andi Rohn beschreibt die Technik von Snowfactory: „Aus einem Kubikmeter Wasser erhält man zwei Kubikmeter Schnee. Es gibt in den 13 Meter langen, zweieinhalb Meter breiten und drei Meter hohen Containern eine Doppelwand, die Kühlflüssigkeit beinhaltet. Diese wird auf etwa zwölf Grad unter Null runter gekühlt. Dann wird neun Grad warmes Leitungswasser in den Zylinder eingespritzt, danach entsteht an der Innenwand eine Eisschicht, die ständig mit einem scharfen Messer abgeschabt wird. Zu guter Letzt wird der fertige Schnee mit einer Temperatur von acht Grad unter dem Gefrierpunkt auf einem großen Haufen im Auslauf der Schanze gepustet. Das Ganze muss man sich wie eine riesige Eistruhe vorstellen, die am Strom hängt.“ 

Schnee vom Biathlon aufkaufen? 

Außerdem haben die Willinger an der Eissporthalle ein großes Zelt (150 Quadratmeter) aufgebaut, um dort Schnee zu sammeln. Mehrmals täglich entsteht etwa ein Kubikmeter Eis, wenn die Eismeister des Kurbetriebes die Vorbereitungen für die nächste Laufzeit mit der Eismaschine durchführen. Auf diese Weise sollen bis Mitte Dezember 100 Kubikmeter Schnee zusammen kommen. Eine weitere Alternative für den Ski-Club ist Biathlon „AufSchalke“. „Bis zum 18. Dezember müssen wir entscheiden, ob wir 2000 Kubikmeter Schnee von dort kaufen wollen“, so Weltcup-OK-Chef und Ski-Club-Präsident Jürgen Hensel. Dieser Schnee sei aber nicht mehr ganz so sauber und könne somit „nur im Bereich ab dem Radius der Schanze bis zum Exit Gate am Ende des Auslaufs“ als Unterlage verwendet werden. 

Zum Thema Wetterprognose sagt Wolfgang Schlüter: „Wir könnten Glück haben, denn ab dem 21. November werden frostige Temperaturen über einen Zeitraum von zwei Wochen von minus einem bis zu knackigen minus fünf Grad sowie Schneefälle vorausgesagt.“ Das wäre für den Ski-Club Willingen als Weltcup-Veranstalter mehr als die halbe Miete in Sachen Vorbereitungen auf die internationale Wintersportveranstaltung im Strycktal. Sobald das Thermometer mindestens minus 2 Grad anzeigt, legen die „Schneemänner vom Mühlenkopf los.“ Am nächsten Freitag wollen sie alles für den Großeinsatz vorbereiten. Die Arbeitskleidung, Handschuhe und Mützen legen sie schon einmal raus.

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