"Willingen liegt mitten in Europa"

Sonderpreis für Willinger Grundschulklasse bei hessischem Malwettbewerb

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Bei der Preisverleihung in Wiesbaden: (von links) Kunstlehrerin Anne Korte, Dr. Yvonne Petrina, Leiterin der Kinder-Akademie Fulda, und Ministerin Angela Dorn.

Im Zuge eines mehrwöchigen Unterrichtsprojektes haben 22 Mädchen und Jungen der Klasse 2 der Uplandschule in Willingen an einem landesweiten Malwettbewerb teilgenommen. Mit Erfolg. 

Willingen – „Ich wohne in Willingen, Willingen liegt in Hessen. Mir gefällt es hier, weil hier meine Freunde wohnen. Mir gefällt auch die schöne Berglandschaft sehr und es gibt sehr viel Wald.“ Das ist für den acht Jahre alten Jakob ganz wichtig. Schwalefeld ist der Ort, in dem er wohnt. Gern würde er auch mal nach Island reisen. Seine Mutter war schon mal dort und hatte von der schönen Landschaft und von Walen erzählt.

22 Mädchen und Jungen der Klasse 2 der Uplandschule hatten sich im Kunstunterricht Gedanken dazu gemacht, was sie an ihrem Heimatort schön finden, was ihnen rund um ihren Ort alles so gefällt. Gleichzeitig sollten sie sich an Reisen in andere europäische Länder erinnern oder daran, wo sie gelebt hatten, bevor sie nach Deutschland gezogen waren. Einige Kinder stammen aus Polen, Ungarn, Russland, Kroatien. Die Kinder durften auch über ihr Traumland nachdenken. Doch für Kunstlehrerin Anne Korte war dann ganz wichtig, dass die Kinder ihre Erinnerungen, ihre Erfahrungen und Wünsche malen und kreativ auf Papier gestalten.

Ziel des mehrwöchigen Unterrichtsprojektes war es in der Folge, mit den Arbeiten am Malwettbewerb des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst „Jugend malt“ teilzunehmen. Das Thema „Europa – und Hessen mitten drin“ sollten die sechs bis 16-jährigen Schülerinnen und Schüler auf ganz unterschiedliche Art und Weise aufgreifen und künstlerisch zu Papier bringen.

Fast 900 Bilder wurden nach Wiesbaden geschickt, von einzelnen Schülern, von Gruppen oder auch Schulklassen. Eine Jury wählte die besten und aussagekräftigsten Arbeiten aus. Unter 14 Preisträgern ist auch das Klassenprojekt der Willinger Grundschulklasse.

Lehrerin Anne Korte hatte die Texte der Kinder und deren Bilder auf schwarze Kartons aufgezogen und diese zu zwei großen Leporello zusammengesetzt. Beim Blättern können die Betrachter den Wohn- und Lebensort jedes einzelnen Kinder kennenlernen und danach gleich auch Erinnerungen, Erfahrungen und Wünsche erfahren. So laden die Texte und Bilder der Kinder zu einer Reise quer durch Europa ein – und Willingen mitten drin.

Die Projektidee und die Umsetzung durch die Grundschülerinnen und -schüler hat der Jury so sehr gefallen, dass sie der Klasse einen Sonderpreis zusprach.

Bei der Preisverleihung am Dienstag im Hessischen Landtag in Wiesbaden nahm Kunstlehrerin Anne Korte in Vertretung der Klasse den Preis von Kulturministerin Angela Dorn entgegen. In einer Ausstellung waren dort auch die Bilder der Preisträger zu sehen.

Zunächst war geplant, mit der ganzen Klasse mit einem Bus zur Feierstunde nach Wiesbaden zu fahren. Doch für die sieben- und achtjährigen Kinder wäre das eine zu lange und anstrengende Reise gewesen. Die Zweitklässler freuten sich dennoch riesig und sind schon ganz gespannt auf den Besuch von Ministerin Angela Dorn. Sie wird Ende August nach Willingen kommen und den Preis persönlich an die Kinder überreichen. Danach wird die Klasse auch ihren Gewinn einlösen: Sie fahren gemeinsam in die Kinderakademie nach Fulda und werden dort einen ganzen Tag spielerisch und lernend in einem eigenen Workshop interessante Themen für Kinder kennenlernen.

VON THOMAS KORTE

Quelle: Waldeckische Landeszeitung

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