„brutal hart“ aber „geil“

Søren Nissen und Stefanie Dohrn gewinnen Bike-Marathon in Willingen

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Rund 130 Aussteller präsentierten sich beim Bike Festival Willingen auf dem Expo-Gelände: Hersteller von Rädern und Zubehör, Outfitter und Tourenanbieter. Auf reges Interesse stieß auch die Bike Arena Sauerland.

Willingen. „Die Strecke mit dem ständigen Auf und Ab ist einfach brutal hart.“ Der das sagt, muss es wissen: Der Schweizer Urs Huber ist die lange Distanz (120 Kilometer / 3.220 Höhenmeter) des Mountain-Bike-Marathons in Willingen mehrfach angegangen und hat sie voriges Jahr gewonnen. Dieses Jahr musste er sich mit nicht mal einer Minute Rückstand (4:55.02,92) nur dem Wahl-Luxemburger Søren Nissen (4:54.09,92) geschlagen geben. „Es war ein geiles Rennen. Ich habe es langsam angehen lassen und zum Schluss Vollgas gegeben“, erklärte Nissen seine Strategie.

Sascha Weber, nach seinen Erfolgen in Riva und Singen als heißer Favorit gehandelt, holte sich, obwohl er zweimal mit technischen Problemen zu kämpfen hatte, den dritten Podestplatz (4:56.05,25).

Bei den Frauen gelang es Steffie Dohrn ihren Vorjahres-Sieg zu wiederholen (6:03.50,91). „Ich hatte viele Fans an der Strecke, die mir viel Mut gemacht haben“, sagte sie nach dem Rennen. Zweite wurde die Niederländerin Karen Brouwer mit einem Rückstand von 23,15 Minuten, dritte Sara Michielsens aus Belgien (7:03.42,48).

Unter den rund 1.600 Marathon-Teilnehmern waren auch wieder etliche heimische Radsportler. Bei den U19 fuhr der Willinger Tim Schaumburg in drei Stunden und 21 Minuten auf der kurzen Distanz auf einen beachtlichen dritten Platz. Auf der Top Junior Strecke (37 Kilometer) siegte Linus Kesper aus Willingen bei den U17 (2:11.40,19).

Lokalmatadoren galt es auch am Sonntag anzufeuern, bei der Junior Trophy. Bei den U6 kam der Briloner Wadim Roor auf den dritten Platz. Henri Kelm aus Willingen wurde Zweiter bei den U12. Ganz oben auf dem Treppchen stand der Briloner Maxim Roor bei den U14, der Willinger Sven Pollack wurde Dritter. Seine Schwester Rita Pollack gewann bei den Mädels (U12), Dritte wurde hier die Brilonerin Katharina Müller.

Downhill Cup mit 460 Sportlern

Bei dem neuen Format Recon Ride, mit dem das Bike Festival am Freitag eröffnet worden war, war mehr als Schnelligkeit, Ausdauer und reine Muskelkraft gefragt: Es musste nicht nur gestrampelt, sondern auch gesägt, geschossen und geschätzt werden. „Das Recon Ride wurde gut angenommen und wir hatten ein positives Feedback. Unter den rund 50 Teilnehmern war, quer durch die Bank, jedes Alter vertreten. Es war wirklich ein Rennen für Jedermann“, bestätigte Pressesprecherin Kirsten Elschner.

Im Rahmen der Enduro Series wurden zugleich in Willingen die Deutschen Meister ermittelt: Sie heißen 2019 Christian Textor und Raphaela Richter. Insgesamt war das Rennen mit 400 Teilnehmern ausgebucht; bei der Deutschen Meisterschaft traten knapp 60 Fahrer an.

Beim Downhill Cup waren mit 460 Sportlern aus 16 Nationen sogar noch mehr Teilnehmer an den Start gegangen. Es gewannen, auf einer laut Teilnehmern sehr schnellen Strecke, Nina Hoffmann und Simon Maurer. Auf Platz zwei fuhr Max Hartenstern mit einem Rückstand von 0,624 Sekunden, dahinter platzierte sich Till Ulmschneider mit einem Rückstand von etwa einer Sekunde auf den Führenden. Nicht ganz so knapp war es bei den Frauen. Hier siegte Hoffmann mit einem Vorsprung von rund 13 Sekunden vor Lea Rutz (CH) und Roos op de Beeck (BEL).

Das tolle Wetter lockte vor allem Samstag und Sonntag viele Besucher an – geschätzt waren es um die 35.000. „Ein besonderes Highlight auf dem Expo-Gelände war sicherlich die Tom-Oehler-Show“, so Elschner. „Ein fantastisches Mountainbike-Wochenende liegt hinter uns”, bilanzierte Monika Weber, Eventleiterin beim Delius Klasing Verlag. „Wir als Veranstalter sind wieder mehr als zufrieden mit dem Verlauf der Veranstaltung. Wir konnten bei allen Side-Events Zuwächse bei den Teilnehmerzahlen verzeichnen.”

Ein positives Fazit zog auch die Polizei: Es habe keine Festival-bedingten Straftaten gegeben und das Verkehrskonzept sei gut aufgegangen. A Laut Bergwacht sowie der Bereichsleitung der DRK Korbach gab es keine besonderen Ereignisse – die Unfälle hätten dem bei dieser Art von Sportereignissen Üblichen entsprochen.

Alle Ergebnisse sind im Internet unter www.willingen.bike-festival.de, bzw. www.racement.com zu finden.

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