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Sternfahrt zum Kanzleramt

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Die Teilnehmer des Schlepper-Konvois mit Otto Schöneweiß, Pfarrerin Gisela Guntermann und Josef Jacobi.
Die Teilnehmer des Schlepper-Konvois mit Otto Schöneweiß, Pfarrerin Gisela Guntermann und Josef Jacobi.

"Faironika"leidet still. Sie muht nicht, sie gibt auch keine Milch - aber sie fällt auf. Die schwarz-rot-goldene Kuh auf Rädern, mit der Bauer Otto Schöneweiß aus Braunau bei Bad Wildungen seit März diesen Jahres unterwegs ist, protestiert gegen die miserablen Lebensbedingungen ihrer Artgenossen und die Bundes-Agrarpolitik.

Rund 380 Kilometer hat der Milchbauer mit seiner Kuh schon in diesem Jahr zurückgelegt. Nun haben sie Station in Usseln gemacht. Insgesamt will er in diesem Jahr 2000 Kilometer quer durch Deutschland laufen. Doch Otto Schöneweiß ist nicht allein: Seit dem 29. Mai sind Bauern mit ihren Traktoren aus ganz Deutschland unterwegs auf einer Sternfahrt Richtung Berlin. Einmal mehr wollen sie auf die schlechten Markt- und Produktionsbedingungen aufmerksam zu machen.

Am 9. Juni werden sie vor dem Kanzleramt für eine faire, tiergerechte und ökologische Landwirtschaft und gegen die Industrialisierung der Landwirtschaft kämpfen. In Norddeutschland begann die Sternfahrt bei den Krabbenfischern, die, ähnlich wie die Milchbauern, ihre Produkte weit unter Wert verkaufen müssen. Der Schlepperkonvoi mit Henrik Maaß an der Spitze ist am Morgen in Gießen losgefahren. In Usseln werden sie vom Aufsichtsratsvorsitzenden der Upländer Bauernmolkerei Josef Jacobi begrüßt. Er beschreibt die verhängnisvolle Abfolge von Großbetrieben über Monokultur zur Gentechnik, um festzustellen: "Gentechnik ist genauso ein Irrweg wie die Atomtechnologie." Pfarrerin Gisela Guntermann sagt in ihrer Andacht: "Wer etwas verändern will, muss sich in Bewegung setzen" und verweist auf Beispiele in der Bibel. Sie erinnert daran, dass die Landwirtschaft ein Teil von Gottes Schöpfung ist und somit alle angeht. Auch Henrik Maaß betont, dass Landwirtschaft nicht nur Sache der Bauern ist.

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