Teurere Milch: Bio-Bauern freuen sich für die Kollegen

Ihre Milch steigt wieder im Wert. Foto: SK

Abseits des Weltmarktes blüht die heimische Bio-Branche

Usseln. (tomo)

Nicht nur die Milchbauern der konventionellen Milchindustrie freut die Erhöhung der Milchpreise, auch ihre Kollegen aus der Bio-Produktion begrüßen die Steigerung. Josef Jacobi ist Aufsichtsratsvorsitzender der Upländer Bauernmolkerei in Usseln und selbst Landwirt: "Die Entwicklung der Milchpreise ist für uns Biobauern nur von Vorteil."

Wenn ein gewöhnliches Päckchen Butter künftig 1,19 Euro statt 79 Cent koste, ist die Preisspanne zum Bio-Produkt (circa 1,60 Euro) nicht mehr so groß, das folglich für den Kunden attraktiver werde. "Butter konnte zu diesem Preis einfach nicht mehr produziert werden", so Jacobi, "zuletzt herrschten dort Preise wie vor 20 Jahren."

Eine steigende Nachfrage wie ihn derzeit die konventionelle Milchindustrie erlebt, erfahre die Upländer Bauernmolkerei als regionaler Bio-Produzent schon seit Längerem. "Im vergangenen halben Jahr ist die Zahl unserer Mitgliedsbetriebe aus NRW, Hessen und Südniedersachsen von 104 auf 134 gestiegen", so Jacobi. 19 Millionen Liter Milch hat der regionale Biobauern-Verbund im letzten Jahr verkauft, am Ende diesen Jahres werden es zwölf Millionen mehr sein.

Die Mitgliedsbetriebe erhalten 40 Cent pro Liter, das sind etwa 15 bis 16 Cent mehr als die Kollegen bekommen. "Der Mehraufwand muss sich einfach lohnen", erklärt der Aufsichtsratsvorsitzende. Da gerade die kleinen sauerländischen Betriebe mit den großen Kontrahenten am Markt nicht mehr mithalten könnten und am meisten unter den Dumping-Preisen litten, zieht es viele in die alternative Bio-Produktion.

So erkannte auch der Wiemeringhauser Lorenz Hanfland schon 1992 seine Chance am Bio-Markt und schwenkte um. Gerade einmal 20 bis 22 Kühe hält er heute und ist froh, den Preiskampf nicht mehr mit austragen zu müssen. Trotzdem gönnt er seinen Kollegen die steigende Bezahlung. "Es ist ohnehin ein knappes Geschäft, da ist jede Preissteigerung nur fair."

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