Wintermärchen, Lichterglanz und Fackelwanderung

Zu wenig Helfer: Aktionen von "Aktives Willingen" stehen auf dem Spiel

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Treffpunkt im Advent: Doch wenn sich bei "Aktives Willingen" nichts ändert, könnte der Linnenkerl die Vorweihnachtszeit demnächst sehr viel einsamer verbringen.

Willingen. Der Verein „Aktives Willingen“ will mit Veranstaltungen wie dem Adventskalender-Wintermärchen etwas für Familien bieten. Nun hat der Vorstand die Nase voll.

„Wir haben keinen Bock mehr und machen das so nicht weiter“, Schriftführer Benjamin Meyer fand für den Vorstand des Vereins „Aktives Willingen“ bei der Hauptversammlung deutliche Worte. Trotz eigentlich 160 Mitgliedern gebe es bei kleinen wie großen Veranstaltungen kaum helfende Hände. Alles bleibe an vier, höchstens mal acht Personen hängen. Und wenn die etwas auf die Beine stellten, würden sie nur angemault.

Der Verein ist etwa für „Willingen, ein Wintermärchen“ im Advent, den „Lichterglanz“ zu Allerheiligen und die große Fackelwanderung am Jahresende verantwortlich. „Nach heutigem Stand gibt es keine weiteren Aktionen“, so Benjamin Meyer – das schließe diese drei Veranstaltungen mit ein. Und nächstes Jahr stehen Neuwahlen an: „Wenn sich nichts erheblich verändert, wird keiner aus unserer Riege mehr antreten“, kündigte der Schriftführer an. Vorsitzender Walter Saure will sich so oder so nicht wieder zur Wahl stellen.

Letztlich würde der Verein dann ruhen. Er wäre nicht froh, das Feld größeren Unternehmen zu überlassen, die sich dem „getränkeorientierten Erlebnistourismus“ widmeten, sagte Meyer. „Wenn es keine Institution mehr in Richtung Familie, Wandern, gesittetes Feiern gibt, dann bleibt nur der Ballermannweg.“ Aber um Ideen umzusetzen, brauche es viel mehr Schultern, fügte sein Stellvertreter Marc Vollbracht hinzu.

Da könne eigentlich der ganze Ort hinter stehen, selbst die größten Gastgeber wollten die störendsten Gäste nicht mehr haben. Im Verein schließen sich Geschäftsleute aus Einzelhandel, Gastronomie, Hotellerie und Handwerk zusammen.

Selbst wenn es weiter Veranstaltungen gibt: Eine Neuausrichtung des „Wintermärchens“ wird notwendig. „Die Fundamente halten den Kalender nicht mehr“, erklärte Walter Saure, wie lange er noch einsetzbar sei, stehe offen. Die Veranstaltung in den Kurgarten zu verlegen sei teuer, außerdem gehöre so eine Aktion in die Ortsmitte.

Die Gastkünstler rechneten sich oft nicht, Preise für die Verlosung seien schwierig zu bekommen, viele Teilnehmer machten mehrmals mit. „Das größte Problem ist die Moderation“, sagte die stellvertretende Kassiererin Sigrid Wilke. Der bisherige Moderator steht nicht mehr zur Verfügung, ein Ersatz für jeden Abend sei wohl nicht zu bekommen. Bewährt, so Saure, habe sich derweil das Feuerwerk, das der Pyrotechniker zum Selbstkostenpreis bereitstelle. Auch die Zusammenarbeit mit Uplandschülern, die Stände betreuen, klappe gut.

Die versammelten Mitglieder zeigten viel Verständnis und machten Vorschläge, etwa eine zeitliche Beschränkung des „Wintermärchens“. Diskussion sei willkommen: „Wir wollen das nicht als vier Leute vom Vorstand beerdigen“, so Meyer. Im Laufe des Sommers soll eine Sitzung zu „Aktives Willingen Events“ einberufen werden.

Auch die anderen Veranstaltungen sind Thema. Der Lichterglanz fand am 1. November zum fünften Mal statt, trotz mäßigen Wetters sei er zufriedenstellend gewesen. Beim Food Truck am Brunnenplatz gebe es Verbesserungsbedarf – jeder Interessent könne sich melden.

Die Fackelwanderung am 30. Dezember brachte es auf 350 Teilnehmer – und abermals zu wenig Helfer.

Quelle: Waldeckische Landeszeitung

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