Wasserschutzgebiet geplant

Weiches Wasser für Bömighausen: Brunnen soll reaktiviert werden

+
Mehr heimisches, weiches Wasser soll der Bömighäuser Brunnen nach der Reaktivierung an den Ort liefern.

Willingen (Upland). Die Gemeinde feilt weiter an ihrer Wasserversorgung: Die Reaktivierung des Bömighäuser Brunnens soll dem Ort weicheres Wasser liefern - ein Baustein von vielen.

Durch die Reaktivierung des Bömighäuser Brunnens soll der Wasserbezug aus der Enser Scholle verringert und der Ortsteil knapp die Hälfte seines Bedarfs mit heimischen, weichen Wasser decken. Der Haupt- und Finanzausschuss sprach sich einstimmig für das Projekt aus, über das die Gemeindevertretung heute entscheidet.

Verbunden damit ist die Einrichtung eines Wasserschutzgebietes, dessen Größe in einem hydrologischen Gutachten festgelegt wird. Es könnte zwischen 2 und 20 Hektar umfassen. „Landwirte können in einem Wasserschutzgebiet arbeiten, es gelten aber gewisse Einschränkungen, für die sie entschädigt werden“, erläuterte Bürgermeister Thomas Trachte.

Von der Höhe dieser Entschädigungen hängt der Preis des Wassers wesentlich ab: Im günstigsten Fall wäre es mit 77 Cent pro Kubikmeter zwölf Cent günstiger als das über den Wasserbeschaffungsverband (WBV) besorgte, im ungünstigsten würde es 3,31 Euro kosten. Im Fall, den die Gemeinde für am wahrscheinlichsten hält, kostet es 1,69 Euro – womit der Wasserpreis in der Gemeinde um zwei Cent steigen würde. „Wir sind eine Großgemeinde mit Solidarprinzip“, erklärte Trachte die Zustimmung des Gemeindevorstands. Wenn das Gutachtens unvorteilhaft ausfalle, könne die Gemeindevertretung das Vorhaben stoppen, antwortete er auf eine Nachfrage von Jörg Stremme (CDU).

Das Wasser aus der Enser Scholle hat gute Qualität, hielt Bürgermeister Thomas Trachte fest – nur ist es halt „hart“. Bömighausen wird wie Neerdar und Welleringhausen zum größten Teil durch den WBV versorgt, da bislang keine eigenen Quellen vorhanden sind.

Der Bömighäuser Brunnen läuft im Probebetrieb, zunächst für fünf Jahre. Dabei sollen auch Daten für die Beantragung des Wasserschutzgebiets gewonnen werden. Er fördere recht stabil 15 Kubikmeter am Tag, rund 40 Prozent des Bömighäuser Bedarfs. Die Schüttmengen, um die geplante Anbindung an die Briloner Wasserversorgung unnötig zu machen, sehe die Verwaltung im Upland nicht, erklärte Thomas Trachte auf Nachfrage von Stephan Scharnhorst (SPD). Der Wasserbezug aus Brilon sei nötig, um die Versorgung sicherzustellen, wenn der WBV nicht liefern könne – Trachte erinnerte an einen Weltcup, bei dem die Pumpen einfroren.

Die Leitungen für die Anbindung würde die Stadt Brilon bauen, wofür eine Mindestabgabemenge vereinbart wurde. „Versorgungssicherheit kostet ein bisschen Geld“, erklärte der Bürgermeister. Über Brilon das ganze Upland mit weichem Wasser zu versorgen, würde derweil eine exorbitante Preiserhöhung bedeuten; die Orte des unteren Uplands damit zu beliefern, würde den WBV totstellen, dem die Gemeinde angehört.

Im Gemeindegebiet werden elf Quellen genutzt, die aber sehr oberflächennah und anfällig für Trockenheit sind, erklärte Bauamtsleiter Marc Honekamp. Dazu gibt es zwei Tiefenbrunnen in Willingen.

Quelle: Waldeckische Landeszeitung

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare