Willingen heiß auf kalte Tage

Was vom Kunstschnee übrig blieb. Skifahrer kreuzen dieser Tage seltener den Weg. Foto: Bakenfelder

Schon vier Wochen Skibetrieb — Schnee an der Schanze verpackt

Willingen. (tomo)

Fast zweistellige Temperaturen, jede Menge Regen, starker Wind — das Wetter erinnert dieser Tage stark an den missratenen Winter im vergangenen Jahr. Doch im Wintersport- und Weltcuport Willingen kriegt man keine kalten beziehungsweise nassen Füße — aus mehreren Gründen. "Natürlich ist dieses Wetter ärgerlich", sagt Jörg Wilke, Geschäftsführer der Ettelsberg Seilbahn GmbH. Vier Wochen lang, vom 19. Dezember bis Anfang letzter Woche, hat die neue Kabinenbahn — wie die Lifte der Umgebung auch — die Ski- und Snowboardfahrer die beschneiten Hänge hinauf befördert. "Das waren schon vier Wochen mehr als im letzten Jahr", erklärt Wilke und ergänzt, "und vier Wochen mehr, als wenn wir keine Beschneiungsanlage gebaut hätten." Denn Naturschnee ist in diesem Winter noch nicht ausreichend gefallen. Wilke ist voll des Lobes für die Millionen-Investitionen am Ettelsberg. Sowohl die Kabinenbahn als auch die Beschneiungsanlage sei von den Gästen und Wintersportlern super angenommen worden. Die Anlage laufe ohne Zwischenfälle, und auch im Umgang mit den Schneekanonen, wo man keine Erfahrungswerte gehabt habe, hätten sich die Mitarbeiter bewährt.

Keine Probleme für das Skispringen

Künftig werde man aber noch daran arbeiten müssen, eine bessere Vernetzung der einzelnen Pisten, wie vom Ettelsberg zum Köhlerhagen, via Ziehwegen, zu schaffen, erklärt Wilke. Mit Freude habe man auch gesehen, dass der neu Wasserspeicher am Gipfel des Ettelsberges ausgereicht hat, als im Dezember die Kanonen aus allen Rohren schossen. "Obwohl der See erst zu zwei Dritteln befüllt werden kann, reicht die Pumpleistung aus der Hoppecke aus. Die Dimensionen scheinen zu passen." Dass im Moment der Betrieb ruht, sei nicht das ganz große Drama. Traditionell kämen im Januar ohnehin weniger Touristen ins Upland, es fehlten allerdings die Tagesgäste. Nun hofft man auf die Rückkehr des Winters bis spätestens Anfang Februar, dem wichtigsten Monat im Willinger Wintersport-Tourismus, nicht nur wegen der Krokusferien der Holländer. Im Gegensatz zum letzten Jahr sorgt man sich beim Skiclub Willingen nicht um die Schneeverhältnisse. Der Veranstalter des Skisprung-Weltcups vom 15. bis 17. Februar hat "vorgesorgt". "Alles im grünen (weil weißen) Bereich", meldet Schanzenchef Wolfgang Schlüter. Rund 4000 Kubikmeter Kunstschnee sind produziert und "verpackt" worden. Die Depots wurden mit Planen abgedeckt, um dann rechtzeitig die größte Großschanze der Welt präparieren zu können.

Industrieschnee aus Neuss müsse anders als 2007 nicht angekauft werden.

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