Kommune lädt Gastgeber ein

Willinger diskutieren über Zielgruppen in Corona-Zeiten

Radfahrer auf dem Mountainbike passieren in Willingen den Hochheideturm auf dem Ettelsberg.
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Radfahrer sind eine Zielgruppe, auf die in Willingen viele Hoffnungen gesetzt werden.

Feiern ist derzeit in Willingen nicht angesagt - bei einer Gastgeberversammlung ging es darum, ob andere Zielgruppen angesprochen werden können.

Die Gastgeberversammlung in Willingen drehte sich auch um die Frage, ob der Ort die richtigen Gäste anspricht: „Es ist eine Diskussion darüber entstanden, dass Gruppen- und Wochenend-Tourismus länger nicht in gewohnter Form stattfinden können. Können wir eine andere Zielgruppe ansprechen und unser Image ändern?“, fragte Bürgermeister Thomas Trachte.

Tourismus-Direktor Norbert Lopatta befand, Willingen dürfe sich nicht auf das Thema Party reduzieren lassen – als jüngstes Beispiel wurden in einem Fernsehbericht zu Ferien in Hessen zwei Orte als Beispiele für Urlaub in der Natur ausgesucht, Willingen nur als Ort zum Feiern dargestellt. „Wir sollten nicht vergessen, was uns stark macht“, kam eine das Party-Segment verteidigende Wortmeldung aus dem Publikum. „Ich kann und will das auch gar nicht ausradieren“, erklärte Norbert Lopatta und der Bürgermeister stimmte zu: „Wir glauben, in Sinne der Mehrheit zu handeln, wenn wir den Wochenend-Tourismus unterstützen, aber in einem Bereich halten, der vertretbar ist.“

Aber andere Segmente zu stärken, sei wichtig und könne auch zu längeren Aufenthalten der Gäste führen, so der Tourismus-Direktor: Sein Ziel sei ein Durchschnitt von mehr als drei statt zuletzt 2,6 Übernachtungen. Besonderes Augenmerk gilt dabei dem Rad-Tourismus: Nachhaltigkeit sei als Thema in vielen Köpfen, auf ein neues E-Bike müsse manch Kunde wegen hoher Nachfrage ein Jahr warten. Der hochalpine Bereich sei da sicher nicht massentauglich – das Mittelgebirge aber schon.

Gert Göbel kritisierte, dass das Angebot vom Bike-Park bis zum „Grenztrail“-Projekt sich bloß an Extremsportler richte. „Der Grenztrail ist auf keinen Fall bloß für Extrem-Sportler gedacht“, stellte Thomas Trachte klar, er richte sich an normale Fahrer.

Ute von der Heide bemängelte derweil Infrastruktur, die dem Radtourismus nicht förderlich sei: Wege müssten besser vernetzt werden, zudem sei vielen Gästen nicht klar, wo sie überhaupt fahren dürfen – insgesamt sei die Beschilderung im Ort verbesserungsbedürftig, ebenso der Mangel an Mülleimern an den Wegen im Wald. Vielleicht müssten sich Privatleute zusammentun, wenn die Gemeinde es nicht leisten könne.

Winterberg: Keine frischen Gelder für Werbe-Etat

Die Aussage aus dem Publikum der Gastgeber-Versammlung, Winterberg stecke wegen Corona mehr Geld in die Werbung und würde sich dafür gar verschulden, sorgt bei der Winterberg Touristik für Verwunderung: „Wir haben kein frisches Geld in die Hand genommen“, erklärt Geschäftsführer Michael Beckmann der WLZ. Mit vorhandenen Mitteln und Personal sei eine Social-Media-Kampagne gestartet worden, um den Neustart zu begleiten. Ansonsten bestehe die Arbeit in Corona-Zeiten aus Beratung, Information und Vermittlung.

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