"Ziehhhhhhhhhhhhhh..."

Schwarz-Rot-Gold war die dominierende Farbe im Fahnenmeer an der Mühlenkopfschanze. Fotos: Lars Lenneper

Eine schneebedeckte Schanze, die im Sonnenschein glitzert, streckt sich imposant den Berg empor zum strahlend blauen Himmel. Dieses eindrucksvolle Bild bot sich den Besuchern des Mannschaftsspringens gestern in Willingen, als sie an der größten Großschanze der Welt im waldeckischen Upland ankamen.

Die Erwartung der Zuschauer war eindeutig: Deutschland soll aufs Treppchen! Hervorgerufen wurde diese Hoffnung auf eine Platzierung in den vorderen Rängen gewiss durch den guten Qualifikationssprung von Severin Freund am Freitagabend, der mit 144,5 Meter genauso weit sprang wie der Erstplatzierte des Freitagsspringens Gregor Schlierenzauer. Doch nicht nur Freund weckte diese positive Stimmung der Fans, denn alle Deutschen qualifizierten sich für das Einzelspringen am Sonntag. Auch wenn die Favoriten des Publikums doch eher Österreich oder Norwegen waren, so sahen alle die deutschen Adler unter den ersten drei Plätzen (die Ergebnisse standen erst nach Redaktionsschluss fest).

Die außergewöhnlich bekleideten Skisprungfans jubelten allen 40 Springern aus zehn Nationen gleichermaßen zu, denn auch wenn der Anteil an deutschen Fans überwog, so waren doch auch internationale Gäste mit von der Partie. Die junge Austauschstudentin Jatta Siekkinen ist zurzeit für ein Studium in Osnabrück und fand mit zwei Freunden den Weg nach Willingen. Als gebürtige Finnin ist ihre Begeisterung für den Wintersport groß und so freute sie sich sehr über die atemberaubende Atmosphäre in Willingen. "So etwas live zu erleben ist einfach etwas völlig anderes", sagte sie und fügte hinzu, dass sie eigentlich für alle Nationen die Daumen drücke. Nicht nur die Finnin und ihre Freunde waren zum ersten Mal beim Skispringen in Willingen. Auch die "Schlümpfe" aus Erkrath wollten dieses Spektakel nun endlich einmal live miterleben.

"Happy Birthday" Martin Schmitt

Als überzeugte Martin Schmitt Fans freuten sie sich sehr, ihren "Lieblingsadler" an seinem Geburtstag zum ersten Mal sehen zu können. Bereits am Morgen beglückwünschte das Team des Hotels Hochsauerland Martin Schmitt mit einer großen Geburtstagstorte. Schon vor dem Beginn des Wettkampfs schallte "Happy Birthday" dem Schanzentisch entgegen und auch der SC Willingen hielt für den Abend eine Geburtstagsüberraschung bereit (nach Redaktionsschluss). "Die Atmosphäre hier in Willingen ist schon etwas ganz besonderes", zeigte sich das Geburtstagskind beeindruckt. Die "tolle Partystimmung" konnte Schmitt aber zumindest am Samstag nicht wirklich genießen, da er sich auf das Einzelspringen am heutigen Sonntag vorbereiten musste.

"Ein Glas Sekt ist vielleicht drin", fügte der sympathische Publikumsliebling schmunzelnd hinzu.

Die besondere Atmosphäre führte wohl dazu, dass einige Besucher zu "Wiederholungstätern" wurden. Eigens für das Skispringen an der Mühlenkopfschanze gründete sich der Verein "Ziehhh... Club Zehdenkick", der schon seit sieben Jahren jedes Jahr für Stimmung im Zuschauerraum sorgt.

Mehr als ein Dutzend Vollblutmusiker formierten sich im Schanzenauslauf und sorgten mithilfe von Trompete, Posaune und Trommel für Stimmung.

Eröffnung mit Feuerwerk

Jedes Jahr fahren die Stadtlohner Ende September nach Willingen und bieten mit Aktionen wie einem Echospiel von der Schanze zum Auslaufbereich und zurück eine besondere Unterhaltung.

Nach dem gelungenen Auftakt am Freitagabend mit rund 7000 Besuchern, der durch das eindrucksvolle Feuerwerk seinen Höhepunkt fand, hielt auch der Samstag viele Rahmenangebote rund um das Springen bereit.

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