Sportliche Herausforderung und wichtiges Thema

Alexander Diedrich erläuft gesamten Rothaarsteig in nur zwei Tagen

Über Stock und Stein ging es im wahrsten Sinne für Alexander Diedrich.
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Über Stock und Stein ging es im wahrsten Sinne für Alexander Diedrich.

Hochsauerland - Der Rothaarsteig. Idylle für Naturliebhaber. 156 Kilometer „Weg der Sinne“ von Brilon bis nach Dillenburg, gemütlich zu erwandern oder laufend zu bezwingen. Alexander Diedrich hat sich für Letzteres entschieden. Ziel: Den gesamten Rothaarsteig als Ultra-Trailrun („Geländelauf“) in nur zwei Tagen zu erlaufen. Ziel gesetzt und Ziel erreicht: Diedrich hat diese Herausforderung am Wochenende gemeistert.

Dementsprechend erleichtert und erfreut war der Sportler nach dem Zieleinlauf. „Bei solch langen Distanzen ist es selbst bei bester Vorbereitung nicht selbstverständlich, das Ziel zu erreichen. So kann schlechte Tagesform oder extremes Wetter zu erheblichen Verzögerungen oder sogar Abbrüchen führen“, erklärt Diedrich. „Eine besondere Herausforderung bestand auch im kalten und feuchten Wetter, das dem Körper zusätzlich Energie entzieht.“ 

Zudem habe jeder Teil der Strecke seine individuellen Herausforderungen bereitgehalten – die erste Tagesetappe mit vielen Steigungen und Höhenmetern, die zweite führt eher bergab, was die Muskulatur ebenfalls sehr fordert. Kurz vor Dillenburg musste Diedrich einige steile Steigungen bezwingen, die gerade am Ende sehr an den Kräften zehren. 

Beinahe tägliches Training

Diese Mammutaufgabe hat Alexander Diedrich mit Bravour gemeistert: Die erste Etappe von Brilon zum Rhein-Weser-Turm (etwa 85 Kilometer) bewältigte er inklusive der Verpflegungspausen in exakt 8:29 Stunden; die zweite weiter nach Dillenburg (etwa 70 Kilometer) in 7:20 Stunden. „In Summe bin ich den kompletten Rothaarsteig also in 15:49 Stunden gelaufen.“

Primär ging es dem 38-Jährigen um die sportliche Herausforderung, den Rothaarsteig als Ultra-Trailrun zu meistern. Zur Vorbereitung hat Diedrich einen gut strukturierten Trainingsplan verfolgt, bestehend aus verschiedenen Laufeinheiten sowie leichtem Kraft-, Stabilisations- und Faszientraining. „In Summe trainiere ich daher beinahe täglich.“ Ein Lauf über eine so lange Distanz erfordert indes nicht nur körperliche Fitness, sondern Unterstützung bei der Verpflegung: „Daher haben wir, mein Vater, mein Bruder und ich, ein Logistikkonzept mit einem Begleitfahrzeug erarbeitet, um mich unter anderem mit Getränken zu versorgen“, so Alexander Diedrich. 

"Natursportarten würden sich nachhaltig und negativ verändern, wenn sich das Waldsterben in diesem Umfang fortsetzt", sagt Trailrunner Alexander Diedrich.

Wichtig für den Sportler: Er möchte die Aufmerksamkeit nutzen, um auf ein Thema, das ihm am Herzen liegt, hinzuweisen. Das Waldsterben. „Der Wirtschafts-, Lebens- und Erholungsraum Wald leidet stark unter den sehr trockenen Sommern und den Beschädigungen durch den Borkenkäfer. Erhebliche Teile der Wälder sind stark beschädigt.“ Sportarten wie Trailrunning oder Wandern basierten auf dem Gedanken der Koexistenz des Sports und einer intakten Natur. „So würden sich auch Natursportarten nachhaltig und negativ verändern, wenn sich das Waldsterben in diesem Umfang fortsetzt.“ 

Wiedersehen in nicht allzu ferner Zukunft

Denn insbesondere die landschaftliche Schönheit des Rothaarsteigs, dazu technisch anspruchsvolle Pfade und die Ruhe in den Wäldern, haben Alexander Diedrich von der Strecke überzeugt. So soll ein Wiedersehen in nicht allzu ferner Zukunft liegen: „Als gebürtiger Hemeraner fühle ich mich dem Sauerland sowieso sehr verbunden und werde definitiv wiederkommen.“

Gern vernetzt sich Alexander Diedrich mit anderen Trailrunning-Begeisterten (Kontakt über Instagram – trailteamdiedrich). „Vielleicht entstehen über solche Kontakte neue Ideen und Herausforderungen für die Zukunft“, so der Sportler.

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