Festival als „Vorzeigeprojekt“

"Backyards": Winterberger Schulhof verwandelt sich in Festival-Gelände

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Die „Backyards-AG“ stellt eine zweite Auflage des Schulhof-Festivals auf die Beine.

Winterberg - Bunt, bunter, „Backyards“ – nach erfolgreicher Premiere im vergangenen Jahr wird der Schulhof des Geschwister-Scholl-Gymnasiums in Winterberg erneut in ein farbenfrohes Festivalgelände verwandelt. „Save the date“ heißt es für den 10. Juli, wenn im Zeichen des Miteinanders, für mehr Toleranz und gegen Rassismus gefeiert wird, was das Zeug hält.

Neben heimischen Partnern sind es vor allem die Schüler der „Backyards-AG“, die unter dem Motto „Zirkus und Kirmes“ ein facettenreiches Festivalprogramm in Eigenregie auf die Beine stellen. „Wir wollen ein Statement für gemeinsame Werte in unserer ‘kunterbunten’ Schulwelt setzen, so unterschiedlich wir auch alle sein mögen“, lauten die Stimmen der AG-Mitglieder. 

Der „Do it yourself“-Charakter des Projekts zur Förderung der jugendkulturellen Szene im ländlichen Raum spiegelt sich in der selbstständigen Arbeit der jungen Menschen wider. Rund 22 Schüler aus den Jahrgangsstufen 8 und 9 legen sich in vier Arbeitsgruppen mächtig ins Zeug und präsentierten im Gespräch mit dem SauerlandKurier einen „Status quo“. 

Nach Kontaktaufnahme via Instagram konnte die Band TIL, die im Jahr 2018 bereits ihr Können zum Besten gab, auch für die diesjährige Auflage verpflichtet werden. Mit einem Mix aus englisch- und deutschsprachigen Songs im „School Rock“-Genre werden sie die Bühne des „Backyards“ wieder zum Beben bringen. Weiterhin werden ein DJ und Schüler des Gymnasiums für tanzbare Beats sorgen und eine Streetdance-Gruppe dem Publikum einheizen. 

Projektbudget stammt aus EU-Fördermitteln

Eine Fotobox, Tauziehen mit Planschbecken, T-Shirts und Plakate, die das eigens entworfene Logo zieren, sowie ein Grillstand mit Burgern und Würstchen sprechen für Kreativität und Engagement der Jugendlichen. „Ich bin eher schüchtern, aber durch das Projekt habe ich gelernt, auf Menschen zuzugehen“, berichtet Schülerin Dana, was ganz deutlich mache, welche Früchte die Veranstaltungsreihe trage – darüber freut sich auch Hannah Kath von der Leader-Region Hochsauerland. Die Initiative stellt ein Projektbudget in Höhe von 5000 Euro, gespeist aus EU-Fördermitteln, zur Verfügung. 

„Von 43 Projekten in der Region ist dieses das einzige mit Jugendlichen und mir persönlich daher besonders wichtig. Wir schauen, was die Jugendlichen wollen und geben ihnen das Werkzeug, um ihre Ideen umzusetzen. Das Vorzeigeprojekt wird schon weit über die Grenzen des Sauerlands nach ganz Deutschland hinausgetragen. Es soll Gelegenheit bieten, Mitspracherecht zu haben und Kultur selber zu gestalten“, fasst Hannah Kath die Beweggründe für die Planung des Events zusammen. 

Mit ins Boot geholt wurde außerdem die Sparkasse Hochsauerland, die ihre Bühne für das Festival bereitstellt. Unterstützung erfahren die Schüler zudem durch Schulleiter Ulrich Cappel und Lehrerin Marcella Kahl, die das Projekt und die AG betreut. 

"Wir haben hier ein echtes Miteinander"

Als Projektträger wirkt der gemeinnützige Verein „Ensible“, Stützpunkt für Jugendkultur in NRW, mit. Dieser setzt sich seit 2006 dafür ein, Jugendliche in die Gestaltung ihrer kulturellen Umwelt einzubinden und Identifikation mit der heimischen Region zu stiften. Kultur von Jugendlichen für Jugendliche – das habe laut Initiator Yao Houphouet durch das Festival „Modellcharakter“. „Es ist schön zu sehen, wie viel Unterstützung wir im Sauerland durch Verwaltung, Politik und Schulen erfahren. Wir haben hier ein echtes Miteinander, was dafür sorgt, dass Jugendkultur wachsen kann“, so Houphouet. 

Dieses Miteinander zelebrieren auch die Winterberger Schüler bald wieder – und machen sich damit stark für eine friedliche Gesellschaft. 

Auch Schüler der Sekundarschule am Standort Siedlinghausen organisieren am 11. Juli ein Festival.

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