Wettkampf wird auch als EM ausgetragen

Bob- und Skeleton-Weltcup in Winterberg startet heute

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Die Zuschauer in Winterberg dürfen sich auf Wintersport der Extraklasse freuen.

Winterberg. Die Vorbereitungen sind abgeschlossen, die Freude auf ein sportlich und atmos-phärisch hochkarätiges Event ist groß: Der BMW IBSF Weltcup Bob + Skeleton, presented by Veltins, vom heutigen Freitag, 13., bis Sonntag, 15. Januar, wird auch als Europameisterschaft, presented by Borbet, ausgetragen und erhält damit eine besondere Brisanz.

Auch wenn die EM aus terminlichen und organisatorischen Gründen als „race in race“ ausgetragen wird: „Eine Europameisterschaft hat immer eine besondere Bedeutung“, sagt Rainer Nittel, der Geschäftsführer der Erholungs- und Sportzentrum GmbH Winterberg, der Betreiberin der Winterberger Veltins-EisArena. „Für uns ist es eine Auszeichnung, dass wir nach der WM 2015 jetzt die EM ausrichten dürfen. Bei uns werden die ersten Titel der Saison vergeben.“ 

Gleichzeitig, darüber sind sich Trainer, Offizielle und Athleten einig, gilt es sich für die Spiele 2018 in Pyeongchang „in Stellung“ zu bringen und das beste Schlittenmaterial in Richtung Olympia zu finden. Die deutsche Bob-Elite mit Chef-Bundestrainer René Spies ist mitten in diesem Prozess. Dafür wurde nach dem Saisonauftakt in Whistler (Kanada) auf das zweite Rennen in Lake Placid verzichtet, um in Winterberg und am Königssee das beste Material zu finden.

Annika Drazek feiert ihr Comeback 

Nach langer Leidenszeit ist Lokalmatadorin Annika Drazek vom BSC Winterberg, die nach einer überragenden Saison mit dem Gewinn von Welt- und Europameisterschaft als NRW-Sportlerin des Jahres ausgezeichnet wurde, wieder „voll dabei“. Erst musste sie wegen einer Fußoperation kürzertreten, dann stand die „Startrakete“ ohne Pilotin da: Anja Schneiderheinze sieht Mutterfreuden entgegen. Eine Pilotin hat Drazek offenbar gefunden, die Tests mit Mariama Jamanka (BRC Thüringen) deuten darauf hin. 

Die Mannschaft von Bahnmeister Stefan Knipschild (rechts) sorgt, verstärkt durch fünf bis sechs Saisonarbeiter, für das schnelle Eis und ist während der Weltcupwoche früh um 5 Uhr auf den Beinen und im Eis.

Die zweite Winterbergerin Erline Nolte (Winterberg) muss leider wegen Rückenproblemen auf Starts in dieser Saison verzichten. Bei den Männern sind die drei Schlitten um den dreifachen Zweierbob-Weltmeister Francesco Friedrich, Nico Walther (beide Oberbärenburg) und Johannes Lohner (Solitude Stuttgart) gesetzt und weit oben in der Welt-Elite anzusiedeln. 

Bei den Skeletonis sind seit einiger Zeit die Frauen das „starke Geschlecht“. Neben Weltmeisterin Tina Hermann (Königssee) und Anna Fernstädt (Berchtesgaden) gilt die ganze Aufmerksamkeit Jacqueline Lölling von der RSG Hochsauerland. Alle haben Chancen auf das Podium – aber ein Heimsieg von Lölling wäre natürlich der Traum. „Sie hat sowohl fahrerisch als auch vom Material her Fortschritte gemacht“, lobt Bundestrainer Jens Müller. Jacqueline Lölling, Deutsche Meisterin, will in Winterberg voll angreifen, schließlich wurde sie bei der Heim-WM 2015 sensationell Zweite.

Attraktives Rahmenprogramm 

Bei den Herren sehnt sich Axel Jungk (Oberbärenburg) nach seinem ersten Weltcup- Sieg. Christopher Grotheer (BRC Thüringen) nähert sich nach seiner Verletzung seiner Form. Aus Winterberger Sicht darf man auf das Abschneiden von Alexander Gassner gespannt sein. Er will es in dieser Saison wissen und sich für Olympia 2018 empfehlen. Für Gassner, Deutscher Meister 2015 und bei der DM im Oktober 2016 hinter Jungk auf Platz zwei gelandet, geht es jetzt um die „zweite große Chance“ seiner Karriere. Er hat auf jeden Fall das Potenzial, sich in der Welt-Elite zu emanzipieren und die Tür zu Olympia aufzustoßen. 

Mit vielen Sportlern aus der Region darf sich Winterberg auf einen attraktiven Weltcup mit der gleichzeitigen Vergabe der EM-Titel freuen. Es lohnt sich zu kommen – nicht nur aus sportlicher Sicht, sondern auch wegen des Rahmenprogramms. Neben täglichen Autogrammstunden mit den Größen des Kufensports findet erstmalig ein Bällerennen statt. Für 5 Euro können Besucher (symbolisch) Tennisbälle kaufen, die vom Veltins-Kreisel ihren Weg in die Zielkurve suchen. Die Gewinner erwarten attraktive Preise – die Einnahmen kommen dem Kinderhospiz Balthasar in Olpe zugute. 

Bei Kälte oder Niederschlag bietet der Kreisel dieses Jahr ein beheiztes und bewirtetes Zuschauerzelt mit Blick auf die Videowand. Weitere Höhepunkte sind die Verabschiedung von Anja Schneiderheinze in der neuen, stimmungsgeladenen Zielarena und das einmalige Moderatorentrio mit Jürgen Bangert, Rolf-Rainer Gecks und Paul Senske.

Der Zeitplan

Freitag, 13. Januar

  • 14.30 bis etwa 16.40 Uhr: Zweierbob Frauen, anschließend offizielle Siegerehrungen in der Zielarena

Samstag, 14. Januar

  • 13.45 bis etwa 16.10 Uhr: Skeleton Männer, anschließend offizielle Siegerehrungen in der Zielarena
  • 17.30 bis etwa 19.50 Uhr: Zweierbob Männer, anschließend offizielle Siegerehrungen in der Zielarena

Sonntag, 15. Januar

  • 12.15 bis etwa 14.35 Uhr: Skeleton Frauen, anschließend offizielle Siegerehrungen in der Zielarena
  • 16 bis etwa 18.20 Uhr: Viererbob, anschließend offizielle Siegerehrungen in der Zielarena

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