CDU nominiert anderen Kandidaten

Bürgermeisterwahl in Winterberg: Werner Eickler hat Entscheidung zu seiner Kandidatur getroffen

Die CDU Winterberg schickt nicht den Amtsinhaber Werner Eickler ins Rennen um das Bürgermeisteramt.

Die CDU Winterberg hat sich im Dezember entschieden, nicht mit Amtsinhaber Werner Eickler in die Bürgermeisterwahl 2020 zu gehen. Der amtierende Bürgermeister hatte zunächst offen gelassen, ob er dennoch kandidiert. Nun hat er eine Entscheidung getroffen.

Update 26. Februar, 12.50 Uhr: Werner Eickler, Bürgermeister der Stadt Winterberg, wird nicht bei der Kommunahlwahl 2020 antreten. Das gab der CDU-Politiker am Mittwochmittag in einer Pressemitteilung bekannt. Seine Erklärung im Wortlaut:

"Bekanntlich hat die CDU-Winterberg im Dezember 2019 ein Bewerbungsverfahren beschlossen - für das ich nicht zur Verfügung stand - und sich inzwischen für ihren längst bekannten Kandidaten entschieden. In den letzten zwei Monaten bin ich immer wieder von Bürgerinnen und Bürgern aus unserer Stadt und unseren Dörfern gebeten worden, als Bürgermeister aus dem Amt heraus am 13. September zu kandidieren. Deshalb habe ich mich damit auch intensiv beschäftigt, schließlich liegen mir die Stadt und ihre Menschen sehr am Herzen. 

Bürgermeisterwahl in Winterberg: Eickler stellt Partei und Stadt über eigene Ansprüche 

Die auch von CDU-Stadtverbandvorstandsmitgliedern selbst so beschriebenen 'erfolgreichen letzten 20 Jahre für die Stadt Winterberg mit einer überaus positiven, attraktiven Stadt- und Dorfentwicklung' waren insbesondere geprägt durch ein hohes Maß an Gemeinsamkeit von Bürgern, Vereinen, Unternehmen, meinen Mitarbeitern sowie politischen Vertretern, oft über die Parteigrenzen hinweg. Mir war es immer wichtig, 'alle an einen Tisch zu holen', gemeinsam Ziele zu definieren, dann nach vorne zu schauen und engagiert und zielstrebig abzuarbeiten. Das führte zur gestaltungsfähigen Stabilität und Vertrauen in die Politik unserer Stadt.

Nach den Vorgängen in Thüringen zeigt sich jedoch, das fragwürdiges Agieren generell zu Vertrauensverlusten beim Wähler in die Politik führt. Mit dem Ergebnis, dass dies unter anderem die CDU bundesweit geschwächt hat, ja sich sogar nachhaltig negativ auswirken kann. Eine der Ursachen lag in der mangelnden Stabilität der politischen Verhältnisse, ohne die es auch keine sichere Basis für eine gute Zukunftsentwicklung gibt. 

Wenn ich als Bürgermeister aus dem Amt heraus kandidieren würde, bestünde möglicherweise die Gefahr, dass die CDU darüber hinaus auch auf kommunaler Ebene weiter an Stimmen verlieren würde und es keine stabilen Mehrheitsverhältnisse im Rat der Stadt Winterberg geben könnte. Das wäre für die Zukunft unserer Stadt Winterberg und unserer Dörfer nicht gut.

Bürgermeisterwahl in Winterberg: Mit ganzer Kraft bis zum letzten Arbeitstag

Aus diesem Grund habe ich mich dazu entschieden, auf eine Kandidatur als Bürgermeister aus dem Amt heraus am 13. September zu verzichten. Gemeinsam konnten wir in den 20 Jahren viel bewegen und große Erfolge erzielen. Dafür möchte ich mich bei allen ganz herzlich bedanken, insbesondere bei allen Bürgerinnen und Bürgern für das Vertrauen und die jahrelange Unterstützung. 

Natürlich werde ich mich bis zu meinem letzten Arbeitstag am 31. Oktober mit ganzer Kraft für unsere Stadt und unsere Bürgerinnen und Bürger einsetzen. Darüber hinaus werde ich die Entwicklung unserer liebenswerten Stadt Winterberg, die sich mit dem erreichten, sehr guten Fundament dennoch immer wieder neuen Herausforderungen stellen muss, mit Interesse verfolgen. Ich selbst sehe mich mit meinem Alter von 58 Jahren vor einem neuen, spannenden und herausfordernden Lebensabschnitt."

Bürgermeisterwahl in Winterberg: So berichteten wir im Dezember

Winterberg - Paukenschlag in Winterberg: Amtsinhaber Werner Eickler wird bei der Bürgermeisterwahl 2020 nicht der Kandidat der CDU. Offen ist noch, ob der 58-Jährige aus dem Amt heraus kandidiert. Er zeigt sich enttäuscht von seiner Partei.

Das ist schon eine faustdicke Überraschung: Die CDU Winterberg wird nach derzeitigem Stand einen anderen Kandidaten als den Amtsinhaber Werner Eickler ins Rennen um das Bürgermeisteramt schicken. Das teilte Eickler selbst am Dienstagabend in einer Presseinformation mit, nachdem es vorher in einer Vorstandssitzung des Stadtverbandes um das Thema gegangen war. 

Hintergrund ist die Vorgehensweise, mit der die Christdemokraten ihren Bürgermeisterkandidaten küren wollen: So soll es laut Eickler ein "mehrwöchiges parteiinternes Kandidatenfindungsverfahren geben", bei dem die Bewerber sich in mehreren Vorstellungen den Winterberger CDU-Mitgliedern vorstellen können. Ein Modus, der Werner Eickler überhaupt nicht gefällt: "Welchen Sinn macht es, sich nach 20 Jahren als Bürgermeister unseren eigenen CDU-Mitgliedern vorzustellen, die mich durch vielfältige Kontakte und aus den alljährlichen CDU-Versammlungen genau kennen. Sie kennen meine Stärken und Schwächen und wissen, was sie an mir haben und dass sie mir vertrauen können", sagte der Bürgermeister. 

Werner Eickler: "Vertrauen ist die Basis von Allem"

Da laut Eickler "Vertrauen die Basis von Allem ist", habe er am Dienstagabend dem Vorstand des Stadtverbandes mitgeteilt, dass er für die Kommunalwahl 2020 als Bürgermeisterkandidat der CDU zur Verfügung stehe, "wenn diese hinter mir steht, gemeinsam und in gegenseitigem Vertrauen". Das könne in Konsequenz nur bedeuten, dass er an dem parteiinternen Bewerbungsverfahren mit anderen Kandidaten nicht teilnehmen werde. "Vertrauen kann doch nicht erst durch ein mehrwöchiges Bewerbungsverfahren gelebt werden. Als langjähriger Bürgermeister sich in seiner eigenen Partei einem Bewerbungsverfahren zu stellen, wäre von vornherein eine Schwächung meiner Person im politischen Wettbewerb", begründete Eickler. 

Doch der Vorstand des Winterberger Stadtverbands scheint nicht geschlossen hinter ihrem Bürgermeister zu stehen: Wie Werner Eickler mitteilte, hätten die Verantwortlichen am Dienstagabend entschieden, an dem Bewerbungsverfahren festzuhalten. Der 58-Jährige, der im Vorfeld nach eigener Aussage lange mit seiner Familie und seinen engsten Vertrauten gesprochen habe, habe den CDU-Verantwortlichen daraufhin "die mir nicht leicht gefallene Entscheidung" mitgeteilt, für eine Bürgermeisterkandidatur über ein parteiinternes Bewerbungsverfahren nicht zur Verfügung zu stehen. Wenn die Christdemokraten also an ihrer geplanten Vorgehensweise festhalten, wird Werner Eickler nicht für die Partei als Bürgermeister kandidieren. 

CDU-Bürgermeisterkandidat in Winterberg: Wie geht es weiter?

Spannend ist daher die Frage, wie es nun weitergeht: Bleibt die CDU bei ihrem Verfahren und schickt einen anderen Kandidaten ins Rennen? Oder raufen der Vorstand und Eickler sich noch einmal zusammen? Der Winterberger Bürgermeister kündigt jedenfalls an, dass er sich "mit ganzer Kraft für unsere Stadt und unsere Bürgerinnen und Bürger einsetzen" werde, solange er sein Amt ausübe. Er sei in letzter Zeit vermehrt darauf angesprochen worden, sich noch einmal zur Wahl stellen zu sollen. 

Ob er das aber tut, wenn die CDU einen anderen Kandidaten aufstellt, steht allerdings noch nicht fest, wie Eickler selbst mitteilte: "Mit einer Kandidatur aus dem Amt heraus, wie es das Gesetz auch vorsieht, habe ich mich bisher noch nicht beschäftigt." 

Stadtverband hält an Verfahren fest - vier Regionalkonferenzen

Am Mittwochmittag äußerte sich auch die CDU: In einer Pressemitteilung heißt es, dass der Stadtverbands-Vorstand die Entscheidung Eicklers, nicht für die geplante Kandidatenauswahl zur Verfügung zu stehen, bedauere. Die Christdemokraten danken dem Bürgermeister "für die in den vergangenen 20 Jahren geleistete Arbeit und die vertrauensvolle Zusammenarbeit".

Das offene Bewerbungsverfahren bleibt aber nach Angaben des Stadtverbandsvorsitzenden Sven Lucas Deimel bestehen. Der Posten des Bürgermeisterkandidaten werde demnach öffentlich ausgeschrieben, Bewerbungen können bis zum 17. Januar an den Stadtverband gerichtet werden. Die Bewerber sollen sich dann auf vier Regionalkonferenzen (27. Januar in Niedersfeld, 28. Januar in Siedlinghausen, 29. Januar in Züschen und 30. Januar in Winterberg) den CDU-Mitgliedern vorstellen, bevor diese dann am 7. Februar ihren Kandidaten für die Bürgermeisterwahl am 13. September 2020 wählen.

Fest steht dagegen schon, wer für die SPD in Winterberg für das Bürgermeisteramt ins Rennen geht: Die Sozialdemokraten nominierten Anfang Dezember die 44-jährige Anja Licher-Stahlschmidt zu ihrer Kandidatin.

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