Ferienwohnungen statt Hotel

„Claassen-Hotel“-Grundstück in Winterberg: Investor will vier Gebäude bauen

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Das ehemalige Kurhotel Claassen ist 2013 abgerissen worden. Jetzt sollen dort Ferienappartementhäuser gebaut werden.

Winterberg. Was passiert auf dem Grundstück, auf dem früher das ehemalige Claassen-Hotel am Waltenberg stand? – dies wurde bei der jüngsten Sitzung im Rat Winterberg kritisch diskutiert. Auf dem Gelände will die Helma Ferienimmobilien GmbH als Investor vier Gebäude mit Satteldach errichten. „Drei sind für Ferienwohnungen vorgesehen und in einem soll allgemeiner Wohnraum geschaffen werden“, erklärte Ralf Lefarth, stellvertretender Fachbereichsleiter Bauen und Entwicklung im Gespräch mit dem SauerlandKurier.

Insgesamt könnten in den drei Ferienappartementhäusern 70 Ferienwohnungen Platz finden. Die Stadt Winterberg hatte zuvor eine andere Nutzung des Geländes favorisiert. „Ein Hotel würde uns gut zu Gesicht stehen“, sagte Lefarth. „1986 wurde mit der Festsetzung eines Sondergebietes für den Fremdenverkehr in dem geltenden Bebauungsplan das Hotel Claassen baurechtlich abgesichert. Mit dieser Festsetzung wurde auch die weitere städtebauliche Entwicklung in dem Bereich vorgeprägt, denn durch dieses Sondergebiet sind auf dem Grundstück neben einem Hotel auch Ferienwohnungen zulässig.“ 

Der Käufer des Grundstücks habe somit ein verbindliches Baurecht für die Errichtung der drei Ferienappartementgebäude und die Stadt, das heißt Rat und Verwaltung, haben als Konsequenz keine Möglichkeit, die Baugenehmigung zu verhindern. Lefarth weiter: „Bei Versagung des Baurechtes durch eine Änderung des Bebauungsplanes könnten Entschädigungsforderungen in Millionenhöhe auf die Stadt zukommen.“

In den vergangenen Jahren wurden in Winterberg viele Ferienwohnungen geschaffen, was als Konsequenz auf Kosten des verfügbaren Wohnraums ging. Vor diesem Hintergrund wurde im Rat über das Bauvorhaben auf dem Grundstück des „Claassen-Hotels“ kritisch debattiert. 

Entscheidung voraussichtlich am 5. März

Ralf Lefarth sieht allerdings wenig Grund zur Sorge. „Der allgemeine Wohnungsmarkt muss dadurch nicht unbedingt angespannter werden“, sagt Lefarth. „Bei einem Überangebot an Ferienwohnungen könnten diese auch wieder dem allgemeinen Wohnungsmarkt zugänglich gemacht werden. Wir haben ein ausreichendes Angebot an Ferienwohnungen. Investoren sehen aber noch Potential, wie man sieht.“ 

Die neuen Gebäude sollen, wie auch das alte Kurhotel Claassen, aus vier Stockwerken bestehen. Sie sind aber mit Satteldächern geplant. „Dadurch werden die neuen Gebäude auch etwas höher als das alte Hotel“, so Lefarth. Der rechtskräftige Bebauungsplan setze aber fest, dass die Gebäude auf dem Grundstück ein Flachdach erhalten müssen. „Diese Festsetzung ist dadurch zu erklären, dass sich zum Zeitpunkt der Aufstellung des Bebauungsplanes das damalige ,Claassen-Hotelgebäude‘ bereits auf dem Grundstück befand und ein Flachdach aufwies. 

Mit der Festsetzung ,Flachdach‘ wurde somit der Bestand baurechtlich abgesichert“, so Lefarth. „Die Genehmigung von Satteldächern auf den geplanten Gebäuden setzt die Zulassung einer entsprechenden Abweichung von den Festsetzungen des Bebauungsplanes voraus.“ Hierüber entscheidet der Bau- und Planungsausschuss voraussichtlich in seiner Sitzung am 5. März. „Bei dieser Entscheidung wird zu berücksichtigen sein, dass das Satteldach die Dachlandschaft in der Stadt prägt und in der Regel die städtebaulich erwünschte Dachform darstellt“, so Lefarth abschließend.

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