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Drei Städte und heimische Betriebe kooperieren im Kampf gegen Fachkräftemangel

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Die Mitglieder der Lenkungsgruppe. Foto: Stadtmarketingverein Winterberg
Die Mitglieder der Lenkungsgruppe. FStadtmarketingverein Winterberg © Stadtmarketingverein Winterberg

Hallenberg/Medebach/Winterberg. Die Sorgenfalten auf der Stirn werden nicht geringer bei den Inhabern von Handwerksbetrieben. Nicht die Auftragslage ist es, die schlaflose Nächte bereitet, es ist die zunehmend schwieriger werdende Suche nach Fachkräften und Auszubildenden. Insbesondere in der ländlichen Region. Die Städte Winterberg, Medebach und Hallenberg haben die Situation nicht nur erkannt, gemeinsam mit den heimischen, zumeist inhabergeführten Betrieben wollen sie entschlossen die Kehrtwende einläuten, um die regionale Wirtschaft und die Zukunft ihrer Unternehmen auf ein solides und erfolgreiches Fundament zu stellen. „Hand ans Werk – Pack an in Winterberg, Medebach und Hallenberg“ – so heißt das Kooperationsprojekt.

Die eigens eingerichtete Lenkungsgruppe hat sich jetzt nicht nur zu einer ersten Sitzung getroffen. Auch erste Maßnahmen und Ideen wurden in drei Arbeitsgruppen erarbeitet und zum Teil umgesetzt. Projektträger ist der Stadtmarketingverein Winterberg mit seinen Dörfern.

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft über das Programm „Land(auf)Schwung“ mit 145.650 Euro gefördert, die Gesamtausgaben liegen bei insgesamt 163.100 Euro. Fast 90 Prozent wird also über diese Förderkulisse unter dem Strich über öffentliche Mittel finanziert. Die Projektleitung übernimmt Kristina Heimann von der Winterberg Touristik und Wirtschaft GmbH, unterstützt wird sie dabei unter anderem von Lola Sylemani.

Die Ziele sind klar definiert. „Wir möchten Fachkräfte und Auszubildende für das Handwerk werben, fördern und binden sowie die Stammkräfte langfristig bei den Betrieben und in der Region halten. Damit einhergehend möchten wir zudem die Unternehmen in ihrer Entwicklung unterstützen und fördern sowie die Frauenquote steigern“, betont Michael Beckmann, Geschäftsführer des Stadtmarketingvereins Winterberg mit seinen Dörfern.

Hochmotivierte Projekt-Teilnehmer

Umso dankbarer ist er für das Engagement und die Motivation vieler Betriebe, aktiv mit den drei Städten an diesem Projekt mitzuarbeiten, Ideen einzubringen und auch umzusetzen. Im Fokus steht dabei unter anderem die Aufklärung über die Potentiale im Handwerk. Auch das Image des Handwerker-Berufes soll aufgewertet werden. Nicht zuletzt sollen die Vorzüge dieser Region mit ihrer Lebensqualität dazu beitragen, Fachkräfte und Azubis zu überzeugen. „Wir wollen im Rahmen des Projektes auch Mehrwerte schaffen für diese Fachkräfte, für den Nachwuchs und die Unternehmensleitungen selbst“, sagt Kristina Heimann.

Dazu gehören auch eine aktive Öffentlichkeitsarbeit und Transparenz. Schließlich sollen die neuen Ideen und Angebote, die Maßnahmen und Projekte auch die gewünschten Zielgruppen erreichen. „Das Kooperationsprojekt soll kein Strohfeuer werden, sondern sehr nachhaltig wirken. Deshalb ist es auch so wichtig, dass sich die Betriebe so einbringen wie es jetzt geschieht“, so Beckmann. Das Engagement ist sogar so groß, dass drei Arbeitskreise zu den Themen „Azubis“, „MitarbeiterInnen und Frauenquote“ sowie „Unternehmen“ gebildet und bereits erste konkrete Vorschläge in diesen Arbeitsgruppen erarbeitet wurden. Prioritäten wurden gesetzt, um die vorhandenen Ressourcen effizient zu nutzen und die Schwerpunkte erfolgreich zu bearbeiten. Zudem sollen schon bestehende Strukturen, Angebote und Initiativen berücksichtigt und eingebunden werden. 

Mitglieder der Arbeitskreise sind jeweils die Projektleitung, je ein Vertreter der drei Kommunen und Vertreter der Handwerksbetriebe. Der Arbeitskreise „Azubis“ wird verstärkt durch eine Mitarbeiterin der Handwerkskammer. „Die Arbeitskreise sind weiterhin offen für Interessierte. Sowohl zum Mitarbeiten als auch zum Zuhören“, betont Kristina Heimann. Und die Arbeit dieser Arbeitskreise gestaltet sich schon jetzt spannend. Erste Gespräche mit den Schulen wurden bereits geführt. So soll sichergestellt werden, dass die Schüler, Eltern und Lehrer frühzeitig eingebunden werden.

Und es wird bald einen Flyer geben, mit denen Ferien-Praktika für Schüler in den Handwerksbetrieben beworben werden. „Interessenten können sich gerne in den Betrieben selbst melden oder unter handanswerk@winterberg.de. Selbst in den Herbstferien sind noch viele Betriebe offen für Praktikanten, die den Beruf kennenlernen möchten““, wissen Kristina Heimann und Michael Beckmann. Sie freuen sich mit den Mitgliedern des Lenkungskreises und der Arbeitsgruppen, nun endlich konkret „Hand ans Werk“ legen zu können…

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