Helfer im Dauereinsatz

Ehrenamtliche geben bei Snowboard-Weltcup in Winterberg alles

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Die Siegerehrung: Platz 1 Nadya Ochner und Aaron March, Platz 2 Daniela Ulbing und Andreas Prommegger, Platz 3 Carolin Langenhorst und Stefan Baumeister, Platz 4 Julie Zogg und Dario Caviezel.

Winterberg. Er konnte seine Tränen nicht mehr unterdrücken: Überwältigt stand Streckenchef Rolf Dickel am Sonntag im Zielbereich des Weltcup-Hangs in Winterberg. Soeben hatte er beim Weltcup-Finale der Snowboarder im Parallelslalom eine Auszeichnung aus den Händen des Präsidenten des Deutschen Snowboardverbandes (SVD), Professor Hanns-Michael Hölz, für sein Lebenswerk erhalten. Der bescheidene 70-Jährige, der den Snowboard-Sport ins Sauerland geholt hat, tat nach der Auszeichnung das, was er immer tut: Er stellte sich in den Hintergrund und dankte allen Helfern, die trotz Dauerregen und Sturm insbesondere am Samstag bei den Einzel-Finals dafür gesorgt hatten, dass das Wochenende als Erfolg zu feiern ist.

Auch der SVD hatte Grund zum Feiern beim Finale im Hochsauerland. Nach dem Weltcup-Triumph am Samstag bei den Herren sicherte sich Stefan Baumeister gemeinsam mit Carolin Langenhorst im Teamwettbewerb, der vom Skiweltverband FIS zum ersten Mal überhaupt erfolgreich getestet wurde, zudem den dritten Platz in einem Wimpernschlag-Finale gegen die Schweizer Julie Zogg und Dario Caviezel. Erste Weltcup-Sieger im Team wurden Aaron March und Nadya Ochner aus Italien vor Andreas Prommegger und Daniela Ulbing aus Österreich. Dass bei diesem Weltcup-Finale nicht nur die weltbesten Snowboarder im Mittelpunkt des Interesse standen, sondern die ehrenamtliche Helfer-Schar, lag fast ausschließlich am Wetter. 

Zunächst waren es die Wetter-Kapriolen bei der WM in der Sierra Nevada, die die Organisatoren in Winterberg zur Verlegung der Qualifikation von Freitag auf Samstag zwangen, dann entwickelte sich der Dauerregen mit Wind zur Herausforderung für die Veranstalter und die Helfer. 

Hoffnung auf vierten Weltcup 2018 

„Und diese Herausforderung haben alle mit ihrem Dauereinsatz tagsüber und nachts großartig gemeistert. Ein Riesenkompliment gebührt dem gesamten Team, ohne das es so nicht funktioniert hätte. Die Piste war perfekt und das ist absolut nicht selbstverständlich. Hier wurde Tag und Nacht ein sehr guter Job gemacht“, zog Winterbergs Tourismus-Direktor und Vizepräsident des Westdeutschen Skiverbandes Michael Beckmann nach dem Finale ein zufriedenes Fazit. Auch mit der Zuschauer-Resonanz war er angesichts des Wetters zufrieden: „Mit den rund 1500 Fans an beiden Tagen können wir mit Blick auf das Wetter sehr gut leben.“ 

Rund 150 Helfer waren beim Snowboard-Weltcup im Einsatz. Sie leisteten eine tolle Arbeit.

Als SVD-Präsident Professor Hanns-Michael Hölz im Zielauslauf nach dem dritten Platz seines Teams jubelnd die Arme hochriss, war für ihn das Weltcup-Wochenende nicht nur aus sportlicher, sondern auch aus organisatorischer Sicht gelungen. „Die strategisch gute Organisation, die Gastfreundschaft und die herzliche Atmosphäre unterscheidet Winterberg von anderen Austragungsorten. Es kommen nicht umsonst 26 Nationen aus der ganzen Welt hierher. Die Region hat es verdient, schon zum dritten Mal das Weltcup-Finale auszutragen und durch die Fernsehbilder weltweit bekannt zu werden. Wir kommen deshalb gerne wieder.“ 

Den Winterbergern machte die Weltcup-Koordinatorin des SVD, Sandra Michel, Hoffnung auf den vierten Weltcup im kommenden Olympia-Jahr. „Wir wollen das und die Sportler, die sich immer sehr wohlfühlen, wollen das auch.“ Worte, die sicher auch Rolf Dickel gerne hören wird, schließlich wird der Streckenchef und Snowboard-Pionier dann auch im kommenden Jahr wieder im Ziel stehen und im Vorfeld mit Herzblut seine Holz-Trophäen für die Sieger fertigen.

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