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"Ein Recht auf Würde"

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Kümmert sich seit über fünf Jahrzehnten um die Leprakranken in Pakistan: Ordensfrau Dr. Ruth Pfau.
Kümmert sich seit über fünf Jahrzehnten um die Leprakranken in Pakistan: Ordensfrau Dr. Ruth Pfau.

Auch nach 60 Jahren hat der Welt-Lepra-Tag als internationaler Gedenktag nichts von seiner Aktualität verloren. Am heutigen Sonntag, 27. Januar, steht daher auch die ganzjährige Arbeit der Missio-Lepra-Gruppe Siedlinghausen im Fokus.

Als der Gedenktag ins Leben gerufen wurde, sechs Jahre nach der Ermordung Mahatma Gandhis, der die "Unberührbarkeit" von Lepra-Kranken überwunden hat, wollte sein Initiator, der französische Anwalt und Philosoph Raoul Follereau auf das zum Himmel schreiende Elend Millionen Leprakranker auf der Welt aufmerksam machen. Lepra ist heute heilbar, die Behandlung eines Leprakranken kostet durchschnittlich 50 Euro, doch damit allein ist den meisten Patienten nicht geholfen. Immer noch gibt es alte Vorurteile, werden von Lepra betroffene Menschen ausgestoßen – selbst nach ihrer Heilung oder wenn sie selbst gar nicht erkrankt waren, sondern lediglich ein Familienmitglied. Die typischen Beeinträchtigungen an Händen und Füßen und oftmals im Gesicht behindern nicht nur bei der täglichen Arbeit, sie sind oft genug auch Anlass für ein dauerndes Ausgrenzen aus dem Alltagsleben.

"Aus Liebe zu den Menschen" steht als Leitstern über dem Leben der bekannten Ordensfrau und Lepraärztin Dr. Ruth Pfau. Seit über fünf Jahrzehnten kümmert sich diese engagierte Christen um die Ausgestoßenen in Pakistan. Sie lebt ihr von Chaos gezeichnetes Leben ganz und gar im Dienst der Menschen im Schattendasein. Halbheiten lehnt sie ab. Statt angesichts des Elends und der immer wiederkehrenden Natur- katastrophen zu verzweifeln, bietet sie die totale Zuwendung zu jedem Einzelnen, jedes einzelne Schicksal ist für sie Aufgabe. "Der Mensch hat ein Recht auf Würde und Glück, er ist nicht dazu geboren, im Schmutz zu leben", sagt die Ordensfrau entschieden und wendet ihren Blick einem entstellten Patienten zu, um mit ihrer Umarmung der von Lepra gezeichneten Frau menschliche Wärme und Würde zu schenken.

Seit über 50 Jahren unterstützt die Missio-Lepra-Gruppe Siedlinghausen Dr. Ruth Pfau. Durch immer wieder neue Aktionen und Aufrufe konnte der Faden der Hilfsbereitschaft nach Pakistan gefestigt werden. Bei einem Begegnungsnachmittag am kommenden Mittwoch, 30. Januar, ab 15 Uhr im Pfarrheim in Siedlinghausen, wird Jürgen Belker vom DAHW in Münster wieder die Spende für ein Haus für eine Leprafamilie, die bei der entsetzlichen Flutkatastrophe alles verloren hatte, für Medikamente und für den Erwerb von acht Ziegen als Grundlage zum menschenwürdigen Überleben einiger Familien, zur Weiterleitung an Ruth Pfau in Empfang nehmen können. Er wird auch von der derzeitigen Situation und Arbeit in Pakistan berichten. Hierzu sind alle Interessierten eingeladen.

Mit den Worten "Sie haben den Menschen nicht nur Heilung geschenkt, sondern ihnen ihre Menschenwürde zurückgegeben" von Ruth Pfau dankt die Missio-Lepra-Gruppe allen, die sie immer wieder auf vielfältige Weise unterstützen und es auch weiterhin tun. (Konto 7001290 bei der Sparkasse Hochsauerland BLZ 41651770).

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