EKV-Präsident Karl Josef Tielke stolz auf Auszeichnung

Einsatz mit Feuer und Flamme

Mit seinem Amtsvorgänger Heinz Sprengel repräsentierte Karl Josef Tielke (links) das Köhlereihandwerk in Berlin.

EKV-Präsident Karl Josef Tielke stolz auf Auszeichnung.

Es liegt ein intensiver Duft in der Luft, rauchig mit einer leichten Essignote, säuerlich, doch alles andere als unangenehm. Männer mit schwarzen Hüten und roten Tüchern zündeten erst vor kurzem ihren aromatisch riechenden Meiler an. Begeistert sind sie bei der Sache. Feuer und Flamme ist der Europäische Köhlerverein (EKV) mit seinem Präsidenten, dem gebürtigen Züscher Karl Josef Tielke, auch, wenn es darum geht, ihre liebgewonnene Tradition wieder bekannter zu machen. Mit der Auszeichnung als immaterielles Kulturerbe ist es dem Verein nun gelungen.

Schon als der Kurier im Oktober 2013 von Tielkes Ernennung zum Präsidenten des EKV berichtete, war sein erklärtes Ziel und die des EKV diese Auszeichnung. Nun hat sich dieser kleine Traum erfüllt: Am vergangenen Montag wurden 27 Kulturformen, unter ihnen das traditionelle Handwerk der Köhlerei (und Teerschwelerei), in Berlin in das deutsche Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen – „in einer überwältigenden und wertschätzenden Veranstaltung“, wie Tielke begeistert erzählt. „Es ist etwas besonderes, dass uns diese ehrenvolle Auszeichnung gelungen ist. Wir wollten die kulturelle Seite der Köhlerei stärker ins Licht rücken – das ist uns jetzt gelungen.“ 128 Vorschläge gingen in der ersten Bewerbungsrunde für die Auszeichnung als immaterielles Kulturerbe ein, die engere Auswahl wurde durch die Bundesländer und vom Expertenkomitee der deutschen UNESCO-Kommission bewertet, erklärt Karl Josef Tielke. Am vergangenen Montag dann erfolgte die Vergabe der Auszeichnung an 27 auserwählte Kulturformen, verliehen wurde die offizielle Urkunde unter anderem von der Staatsministerin für Kultur und Medien Monika Grütters.

Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen

Dass das alte Handwerk der Köhlerei ganz und gar nicht ausgestorben ist, wollten Karl Josef Tielke und Heinz Sprengel, Tielkes Vorgänger als EKV-Präsident, in Berlin beweisen und rührten nicht zuletzt bei der dortigen Podiumsdiskussion die Werbetrommel. „Wir werden auch künftig alles daran setzen, das alte Handwerk unserer Vorfahren in Ehren zu halten, in seiner Vielfalt öffentlich zu praktizieren und den kommenden Generationen zu überliefern“, sagt Tielke. Dieses Ziel wird bei weitem nicht nur in der Hauptstadt verfolgt: Der Europäische Köhlerverein setzt sich seit seiner Gründung 1997 für den Erhalt des Köhlerhandwerks und die Bewahrung der alten Technologien ein, damit auch nachfolgende Generationen in der Lage sind, das Handwerk zu beherrschen und weiterzugeben. Die etwa 1.600 Vereinsmitglieder in zehn europäischen Ländern halten vor Ort das Handwerk lebendig, sie legen besonderen Wert auf die Einbeziehung der Kinder und Jugendlichen. Alle zwei Jahre findet ein Europäisches Köhlertreffen statt (das nächste vom 6. bis 9. August in Neukirchen am Teisenberg). Mit solchen Aktionen und nicht zuletzt mit der Auszeichnung „wird der großen Bedeutung der Köhlerei und Teerschwelerei in der technischen und kulturellen Entwicklung der Menschheit Rechnung getragen.“

So bemühen sich die EKV-Mitglieder – allen voran Karl Josef Tielke – auch um Veranstaltungen im Sauerland, wie zum Beispiel um die Giershagener Meilerwoche vom 23. Mai bis 4. Juni. Übrigens: Auch in Tielkes Heimatort Züschen laufen die Gespräche zur Errichtung eines Meilers. „Das wäre für mich außergewöhnlich, hat doch schon mein Opa auf dem Homberg Meiler gebaut“, so Tielke. Dann wird auch dort dieser spezielle, intensiv-rauchige Duft in der Luft liegen und die Köhler werden ihre Meiler errichten – ihr nun ganz offizielles immaterielles Kulturerbe (Anna Sartorius, a.sartorius@sauerlandkurier.de)

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