Energiefresser Kirche

So wie die Mitglieder des Silbacher Kirchenvorstands: (v.l.) Paul-Bruno Nieder, Willi Kruse, Josef Türke, Gisela Müthing und Werner Linn, müssen sich viele Gemeinden bezüglich des Heizens ihrer Kirchen etwas einfallen lassen. Foto: Ulrich Brings

Über hohe Heizkosten stöhnen nicht nur die Privatleute. Auch die Kirchengemeinden sind davon betroffen und müssen sich deswegen etwas einfallen lassen, denn die riesigen, oft kaum isolierten Kirchenschiffe sorgen für einen immensen Heizölverbrauch. So ist es in den meisten Gemeinden im HochSauerlandkreis, beispielsweise auch in Silbach.

In der Silbacher Kirche St. Luzia und Willibrord herrscht während der Woche eine Temperatur von 13 Grad. Eigentlich nicht ungewöhnlich, denn in Kirchen ist es traditionell kühl. Die landeskirchliche Vorschrift lautet sogar, dass die Temperatur im Gotteshaus 16 Grad nicht übersteigen sollte. "Für eine Temperatur von 16 Grad für die Gottesdienste am Wochenende, muss ich die Heizung schon am Freitagmorgen um 7 Uhr anstellen und bis 22 Uhr laufen lassen", so Kirchenhausmeister Josef Türke. Die enorm gestiegenen Heizölkosten vor dem Winter machen den Gemeinden natürlich zu schaffen. "Bei dem großen Volumen unserer Kirche führte selbst das Heizen auf ,Normal-Temperatur' zu einem hohen Heizölverbrauch von 20.000 Liter pro Jahr". In Zeiten rückläufiger Kirchensteuereinnahmen ist das nicht mehr zu finanzieren. Deswegen mussten Maßnahmen zur Verbesserung durchdacht werden.

Werktags Messe im Pfarrheim

Der Silbacher Kirchenvorstand hat bereits ein Angebot eingeholt, um eventuell die Heizungssteuerung zu erneuern und von der Außentemperatursteuerung auf Innentemperatursteuerung umzustellen. "Der Mittwoch-Abend-Gottesdienst soll in den Wintermonaten ins Pfarrheim verlegt werden", erklärt der Vorstand den Gemeindemitgliedern im Pfarrbrief. Die monatliche Seniorenmesse findet bereits im Pfarrheim statt. So muss die Kirche werktags nicht extra aufgeheizt werden.

Willi Kruse, Werner Linn und Paul-Bruno Nieder vom Kirchenvorstand und Küsterin Gisela Müthing überlegen, wie es weiter gehen soll. "Vielleicht können wir die Kirche durch einen großen Vorhang teilen. Zumindest im unteren Bereich der Fenster, das würde Zugluft vermeiden. Die Temperaturen dürfen nicht zu stark schwanken, es könnte die Orgel Schaden bekommen". Der Kirchenvorstand versichert, alles zu tun, um in der Kirche annehmbare Temperaturen zu haben, "allerdings können wir uns nicht mehr den Luxus erlauben, die Kirche während der gesamten Woche zu heizen. Wir bitten daher um Verständnis für die Einschränkungen".

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare