Durch Tonsystem „Dolby Atmos“ und die D-BOX-Sitze mittendrin im Film

Filmtheater Winterberg ist nach Umbau auf allerneuestem technischen Stand

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Joachim und Annette Wahle haben ihren Kinosaal für ihre Gäste aufgerüstet.

Winterberg. Erst ein leises Flattern im Hintergrund, dann schwirrt der Vogel um den Kopf und – zisch – fliegt nah am Ohr vorbei. Zumindest klingt es so. Der Blick schweift nach links und rechts, aber keine Spur von dem possierlichen Tierchen ist zu sehen. Kein Wunder: In ein Kino verirren sich die Flattermänner eher selten. Dass es sich dennoch anhört, als sitze man im Wald, wird möglich gemacht durch eine neue Klangtechnik im Filmtheater Winterberg. Nicht nur das: Cineasten können es sich dort nun auf ganz speziellen Sitzen gemütlich machen.

Etwa sechs Wochen lang haben Joachim und Annette Wahle die Ärmel hochgekrempelt, um ihren Kinosaal 1 auf den allerneuesten Stand der Technik zu bringen – dazu lief der normale Betrieb im Kinosaal 2 weiter. Eine große Belastung zwar, doch eine lohnenswerte. „Es hat uns kaum jemand zugetraut, dass wir den Umbau in dieser kurzen Zeit schaffen. Dass wir dieses Ziel erreichen konnten, ist den Handwerkern zu verdanken, die sich so sehr ins Zeug gelegt, oft samstags und sogar sonntags gearbeitet haben. Sie haben Hand in Hand zusammengearbeitet“, sagt Joachim Wahle dankbar.

Die Schar der Handwerker hatte eine Menge zu tun, schließlich wollte Familie Wahle große Pläne für den Umbau umsetzen. Daher rissen die Handwerker im Kinosaal 1 eine Außenwand ein, um durch einen Anbau Raum zu schaffen für weitere Sitzplätze. Sie haben die Podeste für die Sitzreihen erneuert, genau wie die Bodenplatten. Dazu wurde die Heizung erneuert, die Wände wurden nach Schallschutzauflagen bearbeitet und gestrichen, der Teppich verlegt; millimetergenaue Arbeit bei den Lüftungskanälen, dem Rauchabzug, den Kabeltrassen, Lichtelementen und Lautsprecherboxen gehörten genauso dazu wir die Verlegung hunderter von Meter der verschiedensten Kabel – eine echte Mammutaufgabe eben.

Saal nun in Hand der Kinogänger

Mittlerweile ist die Baustelle im Filmtheater, auf der einige Wochen so rege gearbeitet wurde, wieder ganz in der Hand der Kinogänger. Für sie hat sich einiges verändert: 122 Personen können nun einen Film im Kinosaal 1 verfolgen, 26 mehr als noch vor einigen Wochen – mit mehr Beinfreiheit, mit Fußbänken und passender Sitzneigung in der ersten Reihe und mit einem ganz besonderen Kinoerlebnis...
Wortwörtlich können die Gäste durchgerüttelt werden – zumindest, wenn sie einen der sechs D-BOX-Sitze reservieren. Joachim Wahle erklärt: „Die D-BOX-Sitze sind spezielle Sitze, die sich den Bewegungen des Films anpassen. Fährt ein Auto über einen holprigen Feldweg, bewegen sich die Stühle so, als säße man selbst mit im Auto.“

Dennoch hatten die Wahles zuvor lange überlegt, ob sie die Stühle einbauen sollen, „denn das Ganze hat seinen Preis. Da auch der jeweilige Filmverleih beim Zuschlag im wahrsten Sinne des Wortes kräftig zuschlägt, kostet dieser Sitz 6 Euro mehr.“ Die Resonanz aber ist gut: Zum ersten Mal im Einsatz waren die D-BOX-Sitze im Film „Die Tribute von Panem – Mocking Jay 2“ – die Fans fühlten mit, wenn Hauptfigur Katniss Everdeen gegen das Kapitol in den Kampf zog.

Auch Kinosaal 2 aufgerüstet

Das liegt natürlich nicht nur an den neuen Sitzen, sondern auch an dem zuvor erwähnten hochinnovativen Tonsystem „Dolby Atmos“. Geräusche werden nicht nur von einem ganz spezifischen Lautsprecher wiedergegeben, sondern können präzise im Raum platziert werden. Vor allem die zusätzlichen Lautsprecher an der Decke sorgen für neue Möglichkeiten, der Klang ist mehrdimensional und wirkt absolut authentisch. „Hier geht es nicht um die Lautstärke, sondern um die Raumakustik“, so Joachim Wahle. Bei Gewitter auf der Leinwand klingt es, als säße man selbst in einem Schauer; bei einem Basketballspiel fiebert man im Stadion mit und hört die quietschenden Schuhe auf dem Hallenboden vor, neben, hinter sich. Oder eben, wenn ein Vogel am Ohr vorbeiflattert – dann vergisst der Gast fast, dass er nicht im Wald sitzt, sondern im Kino.

Übrigens: Auch der Kinosaal 2 wurde aufgerüstet. Die Bestuhlung des Kinosaals 1 ist hierher gewandert, dazu wurde auch hier der Ton ‘getunt’. Statt in DOLBY 5.1. werden die Filme nun in DOLBY 7.1. gespielt.

- Finanziell unterstützt wurde der Umbau durch die Film- und Medienstiftung NRW.

- Eines der nächsten Highlights im Filmtheater Winterberg ist „Star Wars“ ab dem 17. Dezember.

- Infos gibt es unter www.filmtheater-winterberg.de

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