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Fischstäbchenpackungen, Schneemann-Asyl und Ökolift AG

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Der Öko-Lift dreht seine Runden durch Winterberg. Foto: SK
Der Öko-Lift dreht seine Runden durch Winterberg. Foto: SK

Namhafte Cartoonisten aus ganz Europa tragen bei zum "Winterspott"

Winterberg. (SK)

"Alles im grünen Bereich", könnte die Ferienwelt Winterberg in diesen Tagen melden. Rund 30 Ski- und Rodellifte laufen bis über die Weihnachtstage hinweg. "Alles im grünen Bereich" ist auch das Thema des Cartoon- und Comedy-Festivals Winterberger Winterspott. Wer der weihnachtlichen Harmonie überdrüssig ist und die oft schwarzhumorigen Bildchen liebt, sollte sich die Ausstellung im Winterberger Kursaal nicht entgehen lassen. Namhafte Künstler aus ganz Europa und darüber hinaus haben ihre Zeichnungen zur Verfügung gestellt.Humorvoll hintergründig und kritisch stellen sie die Probleme von Naturschneeimport auf überfüllten Autobahnen dar, was passieren kann, wenn sich Beschneiungsanlagen selbständig machen oder welche Ideen Ganoven bei dem Thema Schneeproduktion entwickeln können. Dem Vorschlag, Winterberg zum Sommertal zu machen, dürften die Einheimischen weniger applaudieren, als dem kritischen Blick über die kommunale Grenze, an der die Loipentrasse aus Kostengründen abrupt und für den Skifahrer unerwartet endet.

Kreative Marketingvorschläge, sind unter den Einsendungen, wie die Idee, Schneebälle wie Fischstäbchen als Tiefkühlware zu verkaufen oder die Darstellung der Wintermode von morgen. Genial auch Liebermanns Ökolift AG, die auf klimafreundliche Weise, die Winterberger Wintersportangebote mit den örtlichen Wandermöglichkeiten kombiniert.

Aber auch sozialkritische Töne treten zutage, zum Beispiel beim Vorschlag, den globalen Temperaturanstieg durch wachsende soziale Kälte auszugleichen. Oder bei der Darstellung, was flüchtende Schneemänner beim Ausfüllen eines Asylantrags erleben können. Nicht zur Nachahmung empfohlen sind die Vorschläge zum Skiurlaub in den eigenen vier Wänden.

Zum Schmunzeln und Nachdenken regen 150 Zeichnungen an, die besten aus über 1000 eingereichten Werken. Künstler aus ganz Europa, aus China, Russland, Israel und sogar der arabischen Welt haben ihren Teil zum Winterberger Winterspott beigetragen. Darunter so bedeutende Künstler wie Waldemar Mandzel aus dem Ruhrgebiet. Auch "Tetsche" (Fred Tödter) vom Wochenmagazin Stern ist mit mehreren Bildsatiren vertreten und der bekannte bayerische Cartoonist Erik Liebermann

"Wir machen uns lächerlich, und zwar mit Begeisterung", haben sich die Winterberger vorgenommen. Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen: Beide fielen sie im vergangenen Jahr über Winterberg her, die Diskussion über den Klimawandel und Orkan Kyrill. Und jetzt auch noch die Cartoonisten. "Aber genau das sollen sie auch. Zu unser aller Spaß", freut sich Winterbergs Tourismus-Direktor Michael Beckmann. "Wenn jemand lacht — wir lachen mit!"

Und so wird der Winterberger Kursaal in der Tourist-Information für zweieinhalb Monate zur "Hall of Fame" des europäischen Humors. Noch bis zum 2. März sind dort die witzigen Cartoons ausgestellt. Geöffnet ist die Ausstgellung jeweils montags bis freitags von 9 bis 17 sowie samstags und sonntags von 10 bis 14 Uhr geöffnet — an Wintersportwochenenden teilweise auch länger. Die Verleihung der kunstvoll gestalteten "European Cartoon-Awards" soll am Samstag, 26. Januar, stattfinden. Weitere Informationen gibt es unter http://www.winterberg.de oder http://www.winterspott.de.

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