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Gynäkologie des MVZ in Winterberg schließt

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Von: Marco Twente

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Die Praxis für Gynäkologie des MVZ St. Franziskus in Winterberg schließt zum 31. Dezember.
Die Praxis für Gynäkologie des MVZ St. Franziskus in Winterberg schließt zum 31. Dezember. © privat

 Die Praxis für Gynäkologie des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) St. Franziskus in Winterberg schließt zum 31. Dezember 2022. Dies verkündete das MVZ St. Franziskus jetzt in einer Pressemitteilung.

Winterberg - Zum Jahresende 2022 werde die Praxis für Gynäkologie des MVZ St. Franziskus in Winterberg ihre Pforten schließen. Dr. med. Joachim Steller werde seine Tätigkeit zu diesem Zeitpunkt beenden. Leider sei es nicht gelungen, einen weiteren Facharzt für Gynäkologie für die Praxis zu gewinnen, heißt es weiter.

Bereits seit dem 1. November 2022 werden keine neuen Patientinnen aufgenommen und die Bestandspatientinnen werden sukzessive auf andere Praxen mit gynäkologischem Schwerpunkt umgeleitet. Das gesamte Team des MVZ St. Franziskus sei bemüht, für jede Patientin die passende medizinische Versorgung zu finden.

Mit großer Bestürzung hat indes Winterbergs Bürgermeister Michael Beckmann auf die überraschende Ankündigung des MVZ St. Franziskus reagiert, die gynäkologische Praxis zum Jahresende schließen zu wollen. „Diese Ankündigung würde, sofern sie in die Tat umgesetzt wird, eine große Lücke in unsere medizinische Infrastruktur reißen und zudem einen äußerst sensiblen Bereich in der Grundversorgung treffen“, so Beckmann in einer Stellung-nahme. Viele Patientinnen seien zurecht besorgt und würden sich die Frage stellen, wie die so wichtige gynäkologische Versorgung in Zukunft gewährleistet werden könne. Diese Zukunftsfrage stellt sich auch Beckmann.

 Wir als Stadt sind noch heute bereit mit allen Akteuren, insbesondere dem Krankenhaus als Träger des MVZ alle Möglichkeiten zu prüfen und alle Optionen zu nutzen, um eine Lösung im Sinne der betroffenen Patientinnen zu erarbeiten.

Bürgermeister Michael Beckmann

Tatenlos zusehen will der Winterberger Bürgermeister dieser Entwicklung jedenfalls nicht, auch wenn die Möglichkeiten für eine Kommune bei der fachärztlichen Versorgung nur äußerst begrenzt seien. Vielmehr setzt Beckmann auf kurzfristige Gespräche mit allen Entschei-dungsträgern und appelliert an diese, die Schließungspläne zu überdenken und aktuell keine endgültigen Beschlüsse zu fassen. „Wir als Stadt sind noch heute bereit mit allen Akteuren, insbesondere dem Krankenhaus als Träger des MVZ alle Möglichkeiten zu prüfen und alle Optionen zu nutzen, um eine Lösung im Sinne der betroffenen Patientinnen zu erarbeiten. Ich hoffe sehr und gehe davon aus, dass alle Beteiligten dieser Einladung folgen“, betont Beckmann.

Verantwortlich für die Schließungs-Ankündigung macht Beckmann auch das aktuelle Gesundheitssystem, dass weniger dem Wohle der Menschen diene als vielmehr von wirtschaftlichen Aspekten getrieben sei.

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