Gegenwind von Bürgern

Versammlung in Züschen: Widerstand geplanten Windpark Hallenberg-Hesborn wird nicht kleiner

Hier eine Fotomontage des Vereins mit Hesborn im Vordergrund und den 240 Meter hohen Windkrafträdern auf der Hohen Wacht und am Steinschab (links) im Hintergrund (für Vollbild oben rechts klicken).

Hesborn/Liesen/Züschen. Recht emotional wurde es bei der Infoveranstaltung des Vereins für Umwelt- und Naturschutz „Nuhnetal“ zum geplanten Windpark Hallenberg-Hesborn in der Schützenhalle in Züschen. Auch anderthalb Jahre nach dem Bekanntwerden des Bauvorhabens der Firma Juwi von vier Windkrafträdern oberhalb von Züschen wird der Widerstand nicht kleiner.

Einhelliger Tenor der Redner bei der Infoveranstaltung war, dass man gemeinsam weiter mit aller Kraft gegen den Bau der Windräder vorgehen will. Denn die befürchteten negativen Auswirkungen, die die Existenz der Anlagen mit sich bringen, „wären immens und würden alle Menschen sowie auch die Tiere und Natur in der Region betreffen und nachhaltig beeinträchtigen“, hieß es. Achim Lücke, Vorsitzender der Bürgerinitiative, hatte den rund 180 Interessierten zu Beginn einen Einblick in die aktuellen Aktivitäten des Vereins sowie der Firma Juwi gegeben. Momentan liege noch kein Bauantrag bei der zuständigen Immissionsschutzbehörde in Brilon vor. 

„Wir sind in den vergangenen Monaten bei den Kommunen und Behörden vorstellig geworden und haben Stellungnahmen zu den uns bisher bekannten Plänen eingeholt. Der neue Projektleiter von Juwi, Martin Vollnhals, hat uns in einem Gespräch mitgeteilt, dass momentan – entgegen der ursprünglichen Planungen mit 210 Meter Höhe – vier Windkrafträder mit 240 Metern Höhe gebaut werden sollen“, so Lücke.

„Bau muss verhindert werden“

Margot Borbet machte als Sprecherin des Familienunternehmens Borbet in Hesborn deutlich, dass sie den befürchteten Eingriff in die Natur absolut missbilligt. „Wir lieben unsere gemeinsame Heimat. Zum Wohle der Bürger, der Natur und der Tiere muss der Bau verhindert werden“, so Margot Borbet. Sie unterstützt von Beginn an gemeinsam mit ihrem Mann die Bürgerinitiative in jeglicher Hinsicht. 

CDU-Landtagsabgeordneter Matthias Kerkhoff lobte das Engagement aller Anwesenden und gab einen kurzen Einblick in die aktuelle Gesetzeslage in NRW. Die Energiewende sei nur gemeinsam mit der Bevölkerung möglich. „Aus dem Land der 1000 Berge darf nicht das Land der 1000 Windräder werden. Der Wille der Bevölkerung muss in solchen Fällen berücksichtigt werden. Ich bin an Ihrer Seite“, so Kerkhoff. Nur ein angemessener Anwohner- und Naturschutz könne für Akzeptanz bei der Energiewende in der Bevölkerung sorgen. 

Guido Fersterer vom Dachverband Gegenwind Südwestfalen gewährte in seinem Vortrag nicht nur einen Einblick in die Arbeit der immer zahlreicher werdenden Bürgerinitiativen gegen Windkraft, sondern auch in die aktuelle Energiepolitik in Deutschland. „Die Windkraft und die Energiewende findet eigentlich nur noch Akzeptanz, wo das Wissen über die Auswirkungen fehlt. Die Menschen kennen die Hintergründe gar nicht“, so Fersterer. Beispiele aus anderen Regionen, in denen Windparks errichtet wurden „und die Auswirkungen auf Mensch und Tier mit Wertverlust von Immobilien und Beeinträchtigung durch Infraschall“, bestärkten die Bürgerinitiative und die Zuhörer darin, sich weiter vehement gegen die Pläne von Juwi zu wehren. 

„Dinge nicht laufen lassen“ 

„In einer Region wie unserer mit einer intakten Natur ist der Bau von Windrädern nicht der richtige Weg“, sagte auch Winterbergs Tourismus-Direktor Michael Beckmann abschließend. Die Ferienregion Winterberg und Hallenberg habe sich in den vergangenen Jahren so gut entwickelt, dass alle Wirtschaftszweige und auch die Städte davon profitieren würden. „Es gibt Statistiken, dass die Gästezahlen in Regionen mit Windkraft um bis zu 30 Prozent zurückgehen. Damit würden auch die Umsätze in allen Bereichen sinken.“ Er appellierte vor allem an die jungen Menschen, sich einzubringen und die Dinge nicht laufen zu lassen. 

Stark bezweifelt wurden zuvor die von Juwi angegebenen Schallimmissionswerte. Diese sollen nun geprüft werden. Der Infoveranstaltung war die Generalversammlung der Bürgerinitiative vorausgegangen. Diese war einstimmig dafür, eine Schallimmissionsprognose für die Orte Züschen, Liesen und Hesborn in Auftrag zu geben. „Ein unabhängiger Gutachter soll in Kürze die prognostizierten Werte überprüfen“, so Achim Lücke.

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