450 Jahre Bergfreiheit

Silbach bereitet sich auf das große Dorfjubiläum vor, das Ende August mit einem 'Historischen Markttreiben' gefeiert werden soll.

Am 14. Juni 1559 erhob der Landesherr Kurfürst und Erzbischof von Köln, Johann Gebhard von Mansfeld, Silbach zur Bergfreiheit. Dieser geschichtliche Höhepunkt Silbachs wird von der Bevölkerung am 29. und 30. August mit einem "Historischen Markttreiben" im Dorf gefeiert.

Seit Monaten ist der neu gegründete Förderverein "Bergfreiheit Silbach", unter Mitwirkung von Bürgern dabei, dieses Fest vorzubereiten. Es wird historisches Handwerk genauso dargestellt, wie allerlei Kurzweil und Unterhaltung geboten.

Silbach ist eines der ältesten Dörfer im Stadtgebiet Winterberg. Bereits 1281 wird der Ort als "Silbike" in Arnsberger Registern genannt. Damals bestand das Dorf allerdings nur aus drei Bauernhöfen: Lütteken Haus Permesters in Obersilbach, Rodeck im Fuchshol und Birkenhauer Haus Behrens in Untersilbach. Die Bauern waren vornehmlich Viehzüchter. Es gab aber auch schon Berg- und Hüttenleute. Nachdem 1159 Silberadern entdeckt wurden, wächst das Dorf durch Zuzug aus der umliegenden Gegend. Der Arbeitskräftemangel führt Bergleute aus Clausthal-Zellerfeld (Harz) nach Silbach.

Um den Bergbau in Silbach zu fördern, wird Silbach im Jahre 1559 zur Bergfreiheit erhoben. Dadurch genießen die Silbacher Vorrechte gegenüber den Bewohnern der umliegenden Ortschaften. Sie müssen keine Kopfsteuer bezahlen, sind frei von Hand- und Spanndiensten sowie vom Kriegsdienst. Silbach hat Markt- und Wappenrecht, ab 1559 wird auch Gericht gehalten. Um die Mitte des 17. Jahrhunderts wird der Abbau aufgrund des Wasserandrangs in den Gruben zunächst eingestellt. Die Silbacher wenden sich einem anderen Gewerbe zu, der Eisenverarbeitung. Es werden Nägel geschmiedet.

Ort geprägt von Silber und Schiefer

Im 19. Jahrhundert erlebt der Bergbau in Silbach noch einmal einen Aufschwung. Die Bergknappen schürfen nach Silber, Blei, Eisenerz und Schiefer wird abgebaut. Zunächst wurde der Schiefer im Tageabbau, dann ab 1870 im Untertageabbau gewonnen. 1950 wird der letzte Schieferstollen im Fuchshol geschlossen. Ein alter Grubenkompressor, Loren sowie der restaurierte Stolleneingang "Silbacher Bruch — Unterer Stollen" im Unterdorf erinnern an die Zeit, als in Silbach noch Schiefer abgebaut wurde. Rund um diese Themen dreht sich natürlich das "Historische Markttreiben" am 29. und 30. August. Ganz Silbach freut sich auf viele Gäste.

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