"Winterberg ist ein Muss"

Uwe Kauntz startet mit besonderem Anliegen beim Hindernislauf „Runterra“

245 von 1000 Hindernisse hat Uwe Kauntz schon überwunden. In Winterberg folgen etwa 40 Weitere.

Winterberg. Die Bobbahn hoch und anschließend wieder runter, die Skischanze erklimmen, Schneefelder überwinden – all das und noch Mehr wartet auf die Teilnehmer des diesjährigen Hindernislaufes „Runterra – Im Zeichen des Phönix“ am Samstag, 30. April, in Winterberg. Der Wettkampf ist eine Olymp-Edition, denn der Run findet über die WM-Sportstätten statt. Mit von der Partie ist der 40-jährige Uwe Kauntz, der mit einem außergewöhnlichen Anliegen extra von Kirchheim bei München anreist.

1000 Hindernisse möchte Uwe Kauntz in diesem Jahr bei „Obstacle Course Races“ (Hindernisläufen) überwinden. 245 Hindernisse und 120 Kilometer hat er bereits laufend hinter sich gelassen und ist dafür sogar schon 5000 Kilometer quer durch ganz Europa gefahren. Bei allen Wettkämpfen müssen die Sportler über Berge laufen, Flüsse durchqueren, Seile hochklettern, durch enge Röhren kriechen, Schlamm durchrobben, Holzwände überwinden und andere Herausforderungen meistern. Pro Rennen sind meist zwischen 20 und 40 Hindernisse zu meistern, was für Kauntz den Start bei zirka 35 Veranstaltungen innerhalb eines Jahres bedeutet. Darunter ist auch der „Runterra“ in Winterberg fest eingeplant.

Ein echtes sportliches Highlight, denn der „Runterra“ sei einer der spektakulärsten Läufe. Auf Uwe Kauntz warten 20 Kilometer mit mindestens 20 Hindernissen pro zehn Kilometern. Der Kirchheimer lässt sich davon aber nicht abschrecken, sondern ist hochmotiviert: „Auf den Runterra in Winterberg freue ich mich bereits seit Monaten, denn kaum ein Hindernislauf kann solch innovative Hindernisse auf einem so interessanten Eventgelände bei einer so fantastischen Kulisse bieten. Auf diesen Lauf kann man sich nur schwer vorbereiten, man muss auf alles vorbereitet sein. Neben der körperlichen Fitness kommt es vor allem auf die mentale Stärke an.“

Unvergleichbare Hindernisse

Auf ihn warten in Winterberg unvergleichbare Hindernisse wie die Bobbahn, die Skischanze, Schnee und Posten, Biathlon, Trails und zusätzlich über 1000 Höhenmeter. „Das Besondere ist für mich auch die Gegend. Für mich als Münchener auf dem Olympiagelände zu starten hat einen besonderen Reiz“, erklärt der ehemalige Marathonläufer.

„Winterberg ist in diesem Jahr ein absolutes Muss.“ Kauntz habe sich bereits mit mehreren Teilnehmern unterhalten und da seien sich alle einig gewesen. „Was hinzukommt, ist das hügelige Gelände. Die Höhenmeter sind eine besondere Anforderung.“

Mit seinen 40 Jahren denkt der ehemalige Marathonläufer noch nicht daran, sich zur Ruhe zu setzen, sondern hat sich zur Aufgabe gemacht, auch andere Menschen für den Sport zu begeistern. „Seit etwa zwei Jahren werde ich regelmäßig durch mein Umfeld angehalten, es etwas langsamer zu tun, ich sei doch nicht mehr der Jüngste. Sportliche Leistungen seien in dem Alter sowieso unmöglich. Auf der Couch wäre es doch auch ganz nett. Auf der anderen Seite lese ich über die steigende Zahl an Diabetikern (bedingt durch Bewegungsmangel und falsche Ernährung), immer mehr Bandscheibenvorfälle und Erkrankungen von Herz- und Kreislaufsystemen in den Industrienationen. Da stimmt doch etwas nicht“, findet Kauntz. 

Die Bemerkungen haben ihn sehr geärgert. „Sport ist keine Frage des Alters, sondern der inneren Einstellung.“ Davon möchte er auch andere Menschen überzeugen. „Ich habe die Aktion ‘1000 Hindernisse’ gestartet, über die ich regelmäßig auf meinem Blog berichte. Ich versuche Menschen zu animieren auch in fortgeschrittenem Alter Sport zu machen, für das eigene Wohlbefinden und die eigene Gesundheit. Ich versuche Menschen zu zeigen, dass schnelle Wettkampfzeiten nicht entscheidend sind. Menschen ab 40 sind vielleicht nichtmehr so schnell wie Jüngere, aber dafür haben sie gelernt, wie wichtig Konsequenz im Training, bei der Ernährung und im Leben ist. Was man damit erreichen kann, möchte ich mit der Aktion 1000 Hindernisse beispielhaft zeigen. Ich möchte zeigen, dass es niemals zu spät ist, um sich sportlich zu betätigen.“ Mit dieser Einstellung wird er auch Ende April in Winterberg starten, wo er sogar schon einige Male mit dem Rennrad unterwegs war. „Ich erwarte ein einmaliges Rennen. Gerade in diesen historischen Stätten. Das ist ein besonderes Flair“, es sei ein riesen Unterschied, ob man durch Wälder mit Hindernissen läuft, oder an Stätten, wo auch schon berühmte Leute unterwegs waren.“ 

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