Aus tiefster Seele mitten ins Herz

SauerlandKurier-Redakteurin mit bundesweitem Journalistenpreis ausgezeichnet

Strahlen um die Wette: Durchblick-Preisträgerin Anna Sartorius, SauerlandKurier-Chefredakteur Tim Plachner (links) und Lars Lenneper, Redaktionsleiter HSK.
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Strahlen um die Wette: Durchblick-Preisträgerin Anna Sartorius, SauerlandKurier-Chefredakteur Tim Plachner (links) und Lars Lenneper, Redaktionsleiter HSK.

Oftmals sind es die kleinen und leisen Momente im Leben, die ein umso größeres und lauteres Echo erfahren. So ist es auch SauerlandKurier-Redakteurin Anna Sartorius ergangen, als sie im Dezember vergangenen Jahres erstmals über die Projektgruppe „Seelenbeben“ aus Winterberg berichtete, die sich der Trauerbegleitung von Kindern und Jugendlichen sowie deren Eltern verschrieben hat. Dass daraus für sie selbst ein absolutes Herzensthema werden sollte, für das sie in dieser Woche sogar mit dem renommierten „Durchblick“-Preis des Bundesverband Deutscher Anzeigenblätter (BVDA) in der Kategorie „Beste journalistische Leistung“ ausgezeichnet wurde, war damals in keinster Art und Weise zu ahnen – am wenigsten von ihr selbst.

„Jeder von uns fühlt Trauer und fast jeder kommt mit Trauer bei Kindern und Jugendlichen in Berührung. Doch wir Erwachsenen wissen oft nicht, wie wir die Kids unterstützen können und fühlen uns hilflos; Kinder und Jugendliche indes wissen nicht, wohin mit ihren vielen unterschiedlichen Gefühlen. Dass Trauer bei Kids oftmals noch ein Tabuthema ist, haben mir die Frauen der damals neu gegründeten Gruppe Seelenbeben, Daniela Janine Peetz, Marina Lenze, Helga Hermann und Jutta Engel, eindringlich aufgezeigt“, blickt Anna Sartorius zurück.

Thema aus der Taubzone holen

Bewegt und motiviert zugleich hatte es sich die Kurier-Redakteurin fortan zur Aufgabe gemacht, das Thema aus eben dieser Tabuzone zu holen und dem Projekt die öffentliche Aufmerksamkeit zu schenken, die es verdient.
Im Zuge ihrer aufwändigen Recherche führte sie unter anderem ein Interview mit der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin Lena Krüger und holte einen Gastbeitrag der Vorsitzenden der Hospizinitiative Hallenberg/Winterberg, Dr. Maike Wigand, ein. So bereitete die Sauerländerin ein mit einer natürlichen Hemmschwelle verbundenes Thema schonend und sensibel auf, das vor allem unter der Prämisse stand, neben Trauer und Abschied auch Hoffnung und Lebensmut zu vermitteln.
„Es war uns wichtig, keine ,Trauerseite‘ in dunklen Farben zu veröffentlichen, sondern bunte Seiten mit vielen Fotos und einem schönen Rahmen, die die Aussage der Seelenbeben-Frauen untermalen, dass der Tod so bunt sein kann wie das Leben‘“.

Ein Anliegen, das offensichtlich den Nerv der unabhängigen Expertenjury traf. Denn in der Begründung für die Auszeichnung wird nicht nur der empathische Schreibstil der Autorin für ein „oft vernachlässigtes Thema“ ausdrücklich hervorgehoben, sondern auch ihre Fähigkeit, gerade „die Perspektive der Kinder und Jugendlichen auch sprachlich immer wieder zum Ausdruck zu bringen – ein sehr gelungener Text, der den Lesern in Erinnerung bleibt“.

Geplant war für die Preisverleihung ursprünglich der ganz große „Bahnhof“ mit einem eigenen Festakt in Berlin. Dieser fiel allerdings der Corona-Pandemie zum Opfer, sodass der Medienpreis am Donnerstag erstmals digital im Rahmen eines Livestreams im Internet verliehen wurde. Unter den prominenten Laudatoren war neben dem BVDA-Präsidenten Alexander Lenders und dem Geschäftsführer des Recherchenetzwerks „CORRECTIV“, Simon Kretschmer, auch der bayerische Ministerpräsident Markus Söder.

Es war uns wichtig zu zeigen, dass der Tod bunt wie das Leben sein kann.

Anna Sartorius Durchblick-Preisträgerin

Die Preisträgerin selbst wird diese Form der Verleihung vermutlich ganz Recht gewesen sein. Denn das große Rampenlicht ist ihre Sache nicht. Anna Sartorius nimmt sich selbst lieber zurück und richtet das Interesse auf die Inhalte und vor allem die Menschen, über die sie berichtet, wie in diesem Fall das ehrenamtliche Engagement der vier Seelenbeben-Damen. „Es freut mich sehr, dass das Thema Trauer bei Kindern und Jugendlichen durch den Durchblick-Preis nun bundesweit Aufmerksamkeit bekommt. Wenn die wichtige Arbeit der Gruppe Seelenbeben und die der Hospizinitiative auch nur ein paar Nachahmer findet und damit Familien geholfen werden kann, hat sich die Arbeit auf jeden Fall gelohnt“, erklärt die Preisträgerin.

Und so wird sie auch weiterhin auf die ihr eigene Art dafür sorgen, dass die kleinen und leisen Momente im Leben ein umso größeres und lauteres Echo erfahren.

Der gesamte Beitrag, der im SauerlandKurier auf einer Doppelseite veröffentlicht wurde, ist hier noch einmal zum Nachlesen zu finden.

Hintergrund: Der BVDA und sein Durchblick-Preis

Dem Bundesverband Deutscher Anzeigenblätter (BVDA) gehören 207 Verlage mit insgesamt 884 Titeln und einer Wochenauflage von 63,6 Millionen Exemplaren an. Mit dem „Durchblick“ zeichnet der BVDA jährlich Preisträger aus, die sich um die redaktionelle Qualität und publizistische Bedeutung sowie die Innovationskraft der Anzeigenblätter verdient machen. Nach einer internen Vorauswahl durch die BVDA-Arbeitskreise kürt eine unabhängige Expertenjury die Gewinner.

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