Winterberger treffen sich zur dritten Gesprächsrunde

In kurzer Zeit viel aufgebaut

Bei der jüngsten Gesprächsrunde: Reiner Nellenschulte, Pastor Gleibe, Pastor Lipinski, Bürgermeister Eickler, Gisela Riedel und Andreas Schäfer.

Im evangelischen Gemeindezentrum Winterberg fand am vergangenen Montag die dritte große Gesprächsrunde zur Schaffung einer Willkommenskultur für Asylbewerber statt. Nach der Anmoderation durch den evangelischen Pfarrer Matthias Gleibe stellte Andreas Schäfer, Leiter der Ausländerbehörde in Meschede, Grundzüge des Asylrechts vor.

Knapp 70 Zuhörer diskutierten mit ihm, dem Stellvertretenden Fachbereichsleiter Reiner Nellenschulte und Bürgermeister Werner Eickler, Pastor Norbert Lipinski und Vikar Klaus Engel über die praktischen Auswirkungen augenscheinlich recht eng gestrickter Gesetze. Die Helfer der unterschiedlichen Ortsgruppen suchen Lösungen zur Integration der Asylbewerber in eine Tagesstruktur. Innerhalb der ersten drei Monate sind selbst ehrenamtliche Tätigkeiten in der Regel nicht erlaubt und sollten im Einzelfall geprüft werden. Sie unterliegen einer juristischen Grauzone. Im Zweifelsfall scheinen nur Vereinsmitglieder im Zuge ehrenamtlicher Einsätze dem engen Rahmen der Gesetzgebung zu entsprechen. Dies stieß auf Unverständnis, da viele Asylbewerber arbeiten oder sich gemeinschaftlich engagieren möchten.

Die rund 80 Asylsuchenden sind meist in Züschen und Siedlinghausen sowie in Niedersfeld und Langewiese untergebracht. Die Ortsgruppen haben bisher folgendes aufgebaut: Das Angebot in Züschen umfasst an einem Abend zwei Sprachkurse, einen Freizeitabend durch Jugendliche im Pfarrheim sowie, in Zusammenarbeit mit dem Sportverein Züschen, ein Sportangebot. In Siedlinghausen existiert die „älteste“ Helfergruppe. In drei Lerngruppen werden von der Alphabetisierung bis zum Sprachkurs bereits gute Fortschritte erzielt. Begegnungstreffen und der langfristige Aufbau von Freizeitangeboten sind geplant. In Niedersfeld wird eine Familie begleitet und hat einen Sprachkurs begonnen. In der Winterberger Kernstadt hat der neu gegründete Verein „Kipepeo“ in den Wandlungsräumen (Ecke Bahnhof-/Hellenstraße) einen Begegnungsraum geschaffen, der den nachbarschaftlichen und interkulturellen Austausch fördert und fair gehandelte Produkte verkauft. Infos für künftige Helfer und/oder Mitglieder gibt es bei Sabrina Becker, Tel. 01 70/5 82 06 47. Integrationspaten betreuen individuell einzelne Personen und Familien. Gewünscht wird, dass Bescheide und Informationen nicht allein in Deutsch ausgegeben werden, da oftmals nur rudimentäre Sprachkenntnisse vorhanden sind. Die Stadt Winterberg sucht weiterhin einzelne Wohnungen, da sich die dezentrale Unterbringung positiv auf die Integration auswirke. Infos bei Andre Völkel, Tel. 0 28 91/80 02 34.

Das Fazit lautete, dass sich die Bürger in Winterberg und den Dörfern sehr engagieren, untereinander gut vernetzt sind und ortsübergreifend zusammenarbeiten. Innerhalb kurzer Zeit haben sie es geschafft, eine Willkommenskultur aufzubauen, die den Flüchtlingen vermittelt, dass sie im Sauerland willkommen sind. Ausschau auf ein besonderes Bonbon gab Manuela Pape (Lions Club Winterberg): Am 13. Mai spielt die Big Band des Landespolizeiorchesters im Oversum ein Benefizkonzert für de Winterberger Flüchtlinge (Bericht folgt).

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