Delegierte wollen die Probleme von morgen schon heute angehen

LandesschülerInnenvertretung NRW tagt in Winterberg

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Wollen die Probleme von morgen schon heute anpacken: 120 Delegierte der LSV NRW tagen am Wochenende in der Jugendherberge Winterberg. 

Winterberg/Hochsauerland. Vom Klassensprecher zum Schulsprecher, vom Schulsprecher zur Bezirksschülervertretung und dann als Delegierter zur LandesschülerInnenvertretung NRW (LSV NRW), das ist ungefähr der Weg, den die meisten der Delegierten beschritten haben, die sich an diesem Wochenende im Hochsauerland in der Jugendherberge Winterberg treffen.

Nach der Zimmerbelegung und dem Kennenlernen am Freitag wurden am Samstag in acht Workshops aktuelle Themen wie die Integration von Flüchtlingen, die Frage nach der Anzahl von ausreichenden Lehrkräften, der Zukunftsfähigkeit des dreigliedrigen Schulsystems, besserer Mediennutzung und weitere Themenfelder diskutiert. Die Ergebnisse wurden anschließend im Plenum vorgestellt und abgestimmt, um gegebenenfalls später ins Grundsatzprogramm übernommen beziehungsweise als Forderung an die Landesregierung weitergeleitet zu werden.

In dem Grundsatzprogramm an sich sind bereits kontroverse und zum Teil revolutionäre Vorstöße verankert. Es geht etwa um die Abschaffung des Beamtenstatus für Lehrer sowie bundeseinheitliche Bezahlung unabhängig von der Schulform nach A13 oder die Forderung nach einer inklusiven Ganztagsgesamtschule. Zudem spricht sich die LSV NRW gegen jede Art der Privatisierung öffentlichen Eigentums und damit der Schulen aus und setzt sich nachdrücklich dafür ein, dass das bereits bestehende Fach „Praktische Philosophie“ flächendeckend in NRW für alle Schüler verpflichtend eingeführt wird und den bisherigen Religionsunterricht ersetzt.

Delegierte aus dem HSK werden gesucht

Zu den weiteren Forderungen gehört, dass der derzeitige Sportunterricht durch einen Sport- und Gesundheitsunterricht ersetzt wird. Schulsport soll nicht mehr leistungsorientiert sein, sondern vielmehr eine gesunde Lebensweise vermitteln. Um zu vermeiden, dass die Schüler in den heterogenen Lerngruppen über- oder unterfordert werden, stellt sich der LSV-NRW darüber hinaus eine spezielle Förderung und Forderung von Leistungsstarken und -schwachen in Kleingruppen in einzelnen Unterrichtssituationen vor, außerdem beschäftigt die Interessenvertretung seit langem die Problematik der Gewalt an Schulen.

   Die LSV NRW

-  Die LSV NRW mischt sich in landespolitische Diskussionen ein und unterstützt Schülervertretungen an Schulen und auf Bezirksebene.

- Die Grundlage ihrer Arbeit sind die NRW-Schulgesetze.

- Die LSV NRW vertritt die Interessen von rund drei Millionen Schülern aus allen Schulformen.

- 3267 Grundschulen, 704 Hauptschulen, 557 Realschulen, 629 Gymnasien, 220 Gesamtschulen, 414 Weiterbildungs- und Berufskollegs, 730 Förderschulen und 36 Schulen für Kranke.

Wie Sönke Eskeldsen (Mitglied des Landesvorstandes aus dem Münsterland) im Rahmen der 115. Landesdelegiertenkonferenz in Winterberg erklärte, sei man dieses Mal bewusst ins Sauerland gegangen, um auch hier Werbung für dieses Gremium zu machen, denn der ländliche Raum und insbesondere der Hochsauerlandkreis entsenden zur Zeit keine Delegierten. „Wir würden uns freuen wenn wir in Zukunft zum Beispiel von den Winterberger Schulen einen Delegierten in unseren Reihen begrüßen könnten“ fügte Lisa Simes (Mitglied des Landesvorstandes) an. Sollte Interesse an der Mitarbeit in der LSV-NRW bestehen bietet der Vorstand jegliche Hilfestellung an, etwa bei der Gründung von Bezirksschülervertretungen.

Detaillierte Informationen über die LSV-NRW findet man unter folgenden Adressen: lsvnrw.de, facebook.com/lsvnrw, twitter.com/lsv_nrw.

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