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Wie ist der Stand beim Luxushotel in Winterberg-Hoheleye? Investor und Stadt klären auf 

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Von: Claudia Metten

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Entwurf: So soll das Fünf-Sterne-Luxushotel im 20-Seelendorf-Hoheleye aussehen.
Entwurf: So soll das Fünf-Sterne-Luxushotel im 20-Seelendorf-Hoheleye aussehen. © Stadt Winterberg/Markus Tauber Architectura

Dort, wo bisher Party- und Erlebnistourismus vorherrschen, könnte demnächst auf dem Kamm des Rothaargebirges in fast 700 Meter Höhe ein Fünf-Sterne-Luxushotel errichtet werden. Doch was ist konkret geplant? Und wann soll der Bau beginnen? Ein Überblick.

Winterberg-Hoheleye – Bereits im Oktober 2022 hatte der Rat der Stadt Winterberg dem 60 Millionen-Projekt im 20 Seelendorf Winterberg-Hoheleye zugestimmt.

Das sagt der Investor

„Die Baugenehmigungsphase muss noch eingeleitet werden. Sobald die Finanzierung und der Eigentümer stehen, kann es losgehen. Wir sind in Verhandlungen, die voraussichtlich bis Ende Februar dauern werden“, erklärte der Investor und Projektentwickler Gert Prantner. „Das Verkaufsrecht für das Grundstück ist gesichert“, so der Hamburger Hotelier und Unternehmer weiter.

Das ist der Plan für das neue Hotel

Der 1940 in Mailand geborene Tourismusexperte, der seit 1954 als Manager in der Hotellerie tätig und ehemalige Leiter des Hotels „Vier Jahreszeiten“ in Hamburg ist, möchte auf dem „Saukopf“ das „modernste und renommierteste Fünf-Sterne-Hotel“ mit 108 Zimmern und Suiten errichten lassen, um so neue Maßstäbe zu setzen und die gesamte Urlaubsregion aufzuwerten. Jedes der 108 Zimmer soll eine Größe von 36 bis 38 Quadratmeter haben. Highlight des Millionen-Projektes werde die 200 Quadratmeter große Königssuite im obersten Stockwerk des Gebäudes mit eigenem Pool sein. Das Hotel mit Aussicht über das Sauerland soll ergänzend dazu über einen eigenen Weinkeller, zwei Restaurants, einen Konferenzbereich sowie Spa- und Wellnessbereiche und Tiefgaragen verfügen.

Neben dem Hotel Deimann in Schmallenberg-Winkhausen solle das neue Hotel zukünftig die zweite Fünf-Sterne-Unterkunft im Sauerland sein. „Das Hotel wird die gesamte Region aufwerten und zusätzlich den Tourismus ankurbeln“, ist sich Prantner sicher.

„Das Hotel in Hoheleye wird frühestens in dreieinhalb bis vier Jahren eröffnet werden können. Die Baugenehmigungsphase dauert maximal eineinhalb Jahre und die Bauphase anschließend rund zwei Jahre.“

Besitzer des Clubhotels äußert sich nicht

Voraussetzung für die Umsetzung des millionenschweren Großprojektes ist jedoch der damit verbundene und angestrebte Abriss der ehemaligen Krebs-Klinik im Höhendorf Hoheleye. Wenngleich jahrzehntelang dort die Besitzer wechselten und das Gebäude oft leerstand, so ist derzeit das Clubhotel Hochsauerland auf dem Bergzipfel angesiedelt, das auf Erlebnistouren und Junggesellenabschiede ausgerichtet ist. Silke Knoche-Hamers, Prokuristin des Clubhotels, erklärte auf Nachfrage des SauerlandKuriers, dass kein Statement bezüglich des anvisierten Fünf-Sterne-Hotels abgegeben werde.

Das Clubhotel Hochsauerland in Winterberg-Hoheleye soll einem Fünf-Sterne-Hotel weichen.
Das Clubhotel Hochsauerland in Winterberg-Hoheleye soll einem Fünf-Sterne-Hotel weichen. © Claudia Metten

Das sagt der Vermieter des Clubhotels

Die V & l Management Verwaltungs GmbH & Co. KG aus Wachtendonk (Vermieter des Clubhotels), die sich laut eigenen Angaben derzeit in einer Zwischenposition befinde, teilte mit, das es keinen neuen Nachrichtenstand gebe. „Herr Prantner muss die Grundlage für die Finanzierung schaffen. Wir als Vermieter können derzeit nichts weiter dazu sagen. Die Kommune findet das Konzept überzeugend.“

Das sagt die Stadt Winterberg

Zum aktuellen Stand des angedachten Fünf-Sterne-Hotels teilte die Stadt Winterberg mit, dass der Rat der Stadt die Unterstützung bei der Schaffung der planungsrechtlichen Voraussetzungen zugesagt hat. „Für diesen Bereich soll ein vorhabenbezogener Bebauungsplan aufgestellt werden. Die Kosten des Verfahrens trägt der Investor“, so Pressesprecherin Rabea Kappen. „Architekt und Projektentwickler erarbeiten derzeit ein Planungskonzept. Erst wenn uns dieses Konzept vorliegt, können wir die planungsrechtlichen Voraussetzungen schaffen. Da es sich um ein umfangreiches Konzept handelt, wird es sicherlich noch einige Monate dauern, bis die Stadt Winterberg in die Schaffung des Planungsrechts einsteigen kann. Deswegen können wir zum aktuellen Zeitpunkt auch noch keine Aussage darüber treffen, wann Baubeginn ist oder das alte Gebäude abgerissen wird.“

Weiter teilte die Stadt mit, dass schon im Tourismuskonzept 2017 das Leitziel definiert wurde, „hochwertige, ökonomisch attraktive und wertschöpfungsstarke Gäste“ mit längerer Aufenthaltsdauer nach Winterberg zu holen. Das vorgestellte Hotelprojekt werde daher zur Erreichung dieses Ziels beitragen und decke sich mit den städtebaulichen und touristischen Zielen der Stadt. „Ein Betrieb wie das geplante Hotel wird zur Stützung und Steigerung der Wertschöpfung beitragen. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Entwicklung in einem Ortsteil stattfindet und damit die Infrastruktur auch in den kleineren Ortsteilen stärkt. Neben dem Einzelhandel oder den Handwerksbetrieben werden der Stadt Winterberg sowohl direkte als auch indirekte Einnahmen zufließen, die dann wieder zum Beispiel in die Bildungsinfrastruktur investiert werden können“, ergänzte die Pressesprecherin. „Ein weiteres Fünf-Sterne-Wellnesshotel im Sauerland wird das touristische Angebote in unserer Region erweitern und die Wertschöpfung insgesamt steigern. Sollte das Hotelprojekt realisiert werden, ist es nach Angaben des Grundstückseigentümers so, dass der Betrieb des Clubhotels Sauerland in Hoheleye zwangsläufig eingestellt werden müsste.“

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