Kühlster Mai seit 2010

Mai-Wetterbilanz für Hallenberg, Medebach und Winterberg

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Freundliche Tage waren eher selten. Einer dieser Tage begann in den Tälern rund um Hallenberg mit Frühnebel.

Hallenberg/Medebach/Winterberg. Nach einem sonnigen und milden April erfüllte der Mai die Ansprüche an einen Wonnemonat bei Weitem nicht. Er war deutlich zu kühl, brachte zu wenig Sonne und etwas mehr Regen als üblich. Zahlreiche Nächte mit Bodenfrost und ein kurzer Wintereinbruch prägten die erste Monatshälfte. Die nasseste Nacht der vergangenen Jahre sorgte im weiteren Verlauf vorübergehend für volle Flüsse. Der Frühsommer kam erst zum Monatswechsel. Das ergaben die Messungen und Beobachtungen des „Wetterportal Sauerland“.

Die Unterschiede zum hochsommerlichen Mai 2018 könnten gar nicht größer sein. Fast 6°C kühler war die diesjährige Ausgabe im Vergleich zum Vorjahr. Am Ende stand am Kahlen Asten ein Monatsmittel von nur 6,9°C, rund 1,3°C kühler als das langjährige Mittel der Jahre 1961-1990. So kühl war es zuletzt vor neun Jahren. 

Zweite Monatshälfte verlief milder 

Am Maifeiertag, der im Sauerland klassischerweise als Wandertag genutzt wird, lagen die Temperaturen noch im meist angenehmen Bereich. 12 bis 17°C und ein weißblauer Himmel bedeuteten ideales Wetter für Ausflüge. Schon ab dem 3. Mai gab es aber einen deutlichen Rückfall in Richtung Spätwinter, welcher durch kurzzeitigen Schneefall bis in tiefere Lagen und viele frostige Nächte geprägt war. So sank die Temperatur an der Ruhrquellenhütte in der Nacht zum 13. und zum 15. Mai zweimal auf -7,5°C. Eine solche Temperatur wurde in der Vergangenheit bisher nur selten so spät im Jahr gemessen. Insgesamt konnten hier 12 Frosttage beobachtet werden. Die zweite Monatshälfte verlief insgesamt milder, doch weiterhin nicht wirklich frühlingshaft. Nur kurzzeitig, am Wochenende 18./19. Mai und dann wieder am 24. Mai wurde die 20°C-Marke rund um Medebach und Hallenberg mal knapp überschritten. Auf dem Kahlen Asten kletterten die Höchstwerte nur knapp über 18°C, ein ebenfalls sehr niedriger Wert für einen Maimonat. Im vergangenen Jahr lagen die Spitzenwerte in den Sauerländer Tälern schon nahe an der 30°C-Marke und Frost war ein Fremdwort. 

"Die Sonne machte sich rar"

Ein besonderer Blick wurde auch in diesem Monat auf die Niederschlagsmengen gerichtet. Noch immer steckt die Trockenheit des Jahres 2018 in den Sauerländer Böden und in vielen Waldstücken erkennt man die Folgen in Form von abgestorbenen Bäumen. Nach einem trockenen April zeigte sich der Mai insgesamt deutlich feuchter. So kam der Kahle Asten auf 140, Winterberg erreichte 115 Liter Regen pro Quadratmeter und Medebach auf 86 Liter. Dies sind jeweils rund 20 Prozent mehr als im langjährigen Mittel. Bemerkenswert war, dass mehr als die Hälfte dieser Regenmengen in gut zwölf Stunden in der Nacht vom 20. auf den 21. Mai vom Himmel prasselten. 70 Liter in so kurzer Zeit bedeuteten beispielsweise für Winterberg die nasseste Nacht seit vielen Jahren. 

Der Wind war ein ruhiger Geselle 

Schnee zeigt sich im Mai in der Regel nur noch in Form einiger nasser Flocken. In diesem Jahr gab es allerdings noch zwei Tage, die wirklich winterlich daher kamen. Am 3. und 4. Mai schneite es nochmals bis in die Täler und der Kahle Asten kam auf eine Neuschneehöhe vom 8 Zentimeter. Mehr Schnee lag im Wonnemonat mit 10 Zentimetern zuletzt vor 28 Jahren. 

Der Wind war in diesem Monat ein ruhiger Geselle. So kam die Wetterstation in der Medebacher Hasenkammer auf maximal 45 km/h, Langewiese erreichte 55 km/h. Der Spitzenwert stammte, wie es auch zu erwarten ist, vom Kahlen Asten mit 66 km/h. Nördliche Richtungen machten in diesem Monat einen Großteil der Windrose aus. Sie führten immer wieder kalte Luft von der Nordsee heran. Die Sonne machte sich dagegen eher rar. Nur rund 130 Stunden lang zeigt sie sich auf der Messplattform am Astenturm. Normalerweise schafft ein Mai etwa 175 Stunden, der Mai des vergangenen Jahres kam sogar auf fast 300 Stunden. Quasi wolkenlos verlief mit dem 13. Mai nur ein Tag, an drei Tagen zeigte sich die Sonne nicht mal eine Minute lang.

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