Bürger, Stadt und Kirche trifft sich zum zweiten „Runden Tisch“

Menschen zurück ins Leben helfen“

Im großen wie kleinen Kreis wurden am Montag über eine Willkommenskultur diskutiert. Foto: Jörg Leske

Im Edith-Stein-Haus in Winterberg setzten sich am Montagabend sozial engagierte Bürger am „Runden Tisch“ zusammen, um den Fortschritt und das weitere Vorgehen zur Schaffung einer Willkommenskultur für Asylsuchende in Winterberg zu diskutieren.

Beim ersten Treffen im Dezember (Kurier berichtete) waren rund 50 Teilnehmer erschienen, jetzt am Montag waren es bereits einige Helfer mehr, darunter eine Gruppe Schüler, die sich bei den anstehenden Aufgaben einbringen und helfen möchten. Der Leiter des Pastoralverbundes, Pfarrer Norbert Lipinski, und Bürgermeister Werner Eickler begrüßten die Anwesenden in gleicher Besetzung in der Diskussions-leitung wie im Dezember mit Gisela Riedel vom Arbeitskreis Leben - Stadtmarketing, Vikar Klaus Engel, Matthias Bleibe von der evangelischen Kirchengemeinde und von der Stadt Winterberg Martin Klaholz und Andre Völkel. Martin Klaholz, Teamleiter „Arbeit und Soziales“ in der Verwaltung, berichtete: „Waren es im Dezember noch 76, haben wir aktuell 86 Asylsuchende in Winterberg, die dezentral in 19 Wohnungen untergebracht sind. Schwerpunktmäßig stammen sie aus Syrien. In der Zwischenzeit sind fünf Angebote zur Hilfe bei der Vermittlung der deutschen Sprache eingegangen und Gespräche mit dem Kommunalen Integrationszentrum in Meschede zu diesem Thema geführt worden.“

Vikar Klaus Engel teilte mit: „In Siedlinghausen fanden erste Begegnungstreffen zum Kennenlernen statt. Die Freizeitmöglichkeiten wurden in Angriff genommen.“ Traumatisierten Menschen aber müsse mehr geholfen werden als ihnen ‘nur’ die Sprache zu vermitteln hieß es. So erzählten mehrere bereits tätige und erfahrene Helfer: „Es fehlt an vielen einfachen, aber elementaren Dingen wie Hilfe bei Arztbesuchen, Behördengängen oder beim Weg zum Kindergarten oder zur Schule“. Werner Eickler warf die Frage nach Wohnraum und Lebenshaltungkosten ein, und was danach komme. Gisela Riedel erklärte: „Wir brauchen in jedem Ort eine Anlaufstelle, das funktioniert in Winterberg noch nicht.“ Diese Aussage fand auch bei Pastor Norbert Lipinski Unterstützung. In kleineren Diskussionskreisen wurde direkt das weitere Vorgehen in den einzelnen Orten besprochen und im Anschluss zusammengetragen. In Niedersfeld ist die Caritas federführend bei der Integrationsarbeit und bietet den Helfern den organisatorischen und versicherungstechnischen Rahmen. Siedlinghausen ist Vorreiter bei der gelebten Integration.

Die Winterberger Gruppe trifft sich am Montag, 2. Februar, um 20 Uhr im Edith-Stein-Haus, um Ansprechpartner zu ermitteln, Adresslisten der Helfer zu erstellen und an die Kirchen und die Stadt weiter zur reichen. Einen Applaus ernteten die Jugendlichen mit der Idee, durch eine Informationsveranstaltung und Aushängen in der Schule weitere Helfer zu gewinnen: „Wir möchten den Menschen zurück ins Leben helfen und schauen, wo unsere Hilfe benötigt wird.“ Die Schüler schlossen sich der Winterberger Gruppe an. Wahrscheinlich nach Karneval am 23. Februar treffen sich auch die ehrenamtlichen Züscher Helfer um 19 Uhr im Pfarrheim und planen ihre weiteren Schritte (Infos folgen). Da noch viele Hände benötigt werden, sind Bürger aus den Ortsteilen eingeladen, sich bei den Treffen zu informieren und einzubringen.

Bürgermeister Eickler teilte mit: „Die Stadt stellt gerne den Kontakt zwischen den Neuankömmlingen und den Ansprechpartnern der Helfer her, wir unterstützen die Gruppen. Das Engagement ist eine gute Sache, die wachsen und sich entwickeln muss.“ Pastoralverbundsleiter Norbert Lipinski gab als nächsten Termin für den „Runden Tisch“ Montag, 27. April, um 19 Uhr in den Räumen der evangelischen Kirche bekannt.

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