Unermüdlicher Einsatz

Nachruf aus Grönebach: Monsignore Dr. Kuhne ist verstorben

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Monsignore Dr. Wilhelm Kuhne, wie die Sauerländer ihn kennen: als hervorragenden Redner.

Grönebach – Eine der herausragenden Persönlichkeiten des Hochsauerlandes ist tot. Monsignore Dr. Wilhelm Kuhne verstarb am 15. Juli im Alter von 92 Jahren.

1926 in Lünen geboren, 1952 zum Priester geweiht, wirkte er acht Jahre als Vikar in Brilon und zwei Jahre in Heringhausen, bevor er 1962 zum Rektor der Landvolkshochschule „Anton Heinen“ in Hardehausen ernannt wurde. In dieser Funktion setzte er sich für die ländliche Bildungsarbeit ein und war geistlicher Beirat des ‘Verbandes deutscher Landvolkshochschulen’. Bis 1992 blieb Hardehausen seine Wirkungsstätte, seitdem betreute er „im Ruhestand“ die Pfarrgemeinde St. Lambertus Grönebach und feierte bis vor einem Jahr noch an jedem Sonn- und Feiertag und an fast jedem Mittwochabend eigenständig eine hl. Messe.

Vieles hat Dr. Kuhne in der Gemeinde angestoßen: Bis 2010 organisierte er mit Unterstützung von Frau Dr. Jürgens mehrtägige Pilger- und Studienreisen in viele Länder Europas, zwei Tagesfahrten unter dem Motto „Kirchen und Kultur der Heimat“ wurden weiterhin jedes Jahr mit seiner Unterstützung durchgeführt. Das Herz-Jesu-Frühstück während der Wintermonate mit anschließendem Vortrag ist ebenfalls auf seine Initiative zurückzuführen. Die „Grönebacher Kleine Reihe“ – eine Sammlung von z.B. Lebensbeschreibungen der für Grönebach bedeutenden Heiligen, Predigten an besonderen kirchlichen Feiertagen und Vorträgen am Ehrenmal – stammt aus seiner Feder. Auch vor vier Wochen hielt er zum Schützenfest noch die Festrede an der Gedenkstätte für die gefallenen Soldaten. Erstaunlich war es, dass er es sich mit 90 Jahren noch zutraute, in den Sommerferien mit den Messdienern auf Tour zu gehen. Sicher könnten noch viele andere Verdienste aufgezählt werden. Lang ist auch die Liste der von ihm veröffentlichten Bücher, die in seiner Bibliographie, 1953-2018, (erschienen im Podszun-Verlag, Brilon) eingesehen werden kann. 

"Ein außerordentlicher Seelsorger"

Vielen Menschen ist Dr. Kuhne als hervorragender Prediger und Redner bekannt und so war er bei vielen Veranstaltungen und Festen begehrter Festredner. Noch im hohen Alter arbeitete er Vorträge aus und schrieb Artikel für Bücher und Zeitschriften. Sein großes Wissen führte auch dazu, dass er in den Jahren 1998 bis 2003 als Lehrbeauftragter an die Theologische Fakultät in Paderborn für das Fach „Religiöse Volkskunde“ berufen wurde. Für seinen unermüdlichen Einsatz wurden ihm zahlreiche Ehrungen zuteil: 1979 erhielt er das Bundesverdienstkreuz, 1983 wurde er zum Ehrenkaplan (Monsignore) ernannt, 1992 wurde ihm die Ehrenplakette der Landwirtschaftskammer verliehen und 1993 die Andeas-Hermes-Medaille des Deutschen Bauernverbandes. 

Hinzu kamen Ehrungen mehrerer Kommunen, so 2008 die Ehrenmedaille der Stadt Winterberg. In den letzten Lebensjahren waren es traumatische Erinnerungen an den 2. Weltkrieg, die ihm sehr zu schaffen machten, besonders sein Kriegseinsatz als Jugendlicher in den letzten Tagen des 2. Weltkriegs. Die furchtbare Zeit seiner Kriegsgefangenschaft in Rennes (Bretagne) beschreibt er in seinen Memoiren „Lager 1102“, sie zeugen gleichzeitig von großem Durchhaltewillen und unerschütterlichem Glauben. Das Dorf Grönebach ist Rektor Kuhne – wie er sich erne nannte – zu bleibendem Dank verpflichtet. Die Bewohner trauern um einen außerordentlichen Seelsorger, einen exzellenten Prediger und einen unermüdlichen Kämpfer für seinen Glauben und seine Heimat.

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