Aktionen in den Sommerferien

Museen in Medebach und Winterberg erwecken Vergangenheit zum Leben

In der Dreggestobe in Düdinghausen fliegen die Späne – die Kids können selbst versuchen, eine alte, fußbetriebene Drehbank zu bedienen

Winterberg/Medebach. Selber Holz drechseln, mit einem „echten“ Ritter auf Erkundungstour gehen und fasziniert der Fahrt der Miniatur-Eisenbahn zuschauen: So spannend gestalten sich die Sommerferien in den Museen im Hochsauerland. Mit maßgeschneiderten Aktionen für Kinder und Familien wecken die Stätten in der schulfreien Zeit die Neugier auf die Geschichte der Region. Im Juli geht’s auf in die erste Entdecker-Runde.

Pastoren Scheune in Düdinghausen:

Mitten im Geopark GrenzWelten liegt das Dörfchen Düdinghausen mit seinen Häusertafeln, dem Kreuzberg mit Kapelle und zwei Steinbrüchen ganz in der Nähe. Genau dorthin führen am 14. Juli und 4. August spannende Wanderungen. Kinder und interessierte Erwachsene lernen das Bienenhotel kennen, wagen einen Blick in die Erdgeschichte und genießen auf dem Kreuzberg das Panorama. Gleich im Anschluss an den Spaziergang lebt im Heimathaus Pastoren-Scheune ein uraltes Düdinghauser Handwerk auf. Um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, widmeten sich die Bauern im „Nebenjob“ nämlich einst aufs Drechseln. An den Aktionstagen fliegen in der „Dreggestobe“ die Späne: Vor den Augen der Besucher fertigt ein Drechsler aus Holzscheiben auf der elektrischen Drehbank Teller, Schalen und andere kunstgewerbliche Gegenstände an. Und die Kids legen sogar selbst Hand an, bedienen eine alte, fußbetriebene Drehbank. Danach ist Gelegenheit, bei geführten Rundgängen die alte Wohnstube und Schlafstube aus der Zeit um 1900 zu erkunden. Warum in einer Glassäule so viele Keramikscherben lagern, erfahren neugierige Kids im Kulturspeicher. Im Ortskern erzählt das älteste Haus des Dorfes eine gefährliche – und wahre – Geschichte über die Hexenverfolgung um 1600 in Düdinghausen. Duftende Waffeln und Getränke gibt’s im Museumscafé.

Eine kindgerechte Führung durch das Heimatmuseum „Borgs Scheune“ in Züschen gibt es in den Sommerferien.

Borgs Scheune in Züschen:

Ritter Johann Friedrich von Winter höchstpersönlich erwartet die Gäste an der Kreuzung Junkernstraße in Züschen – und das, obwohl er doch bereits 1742 das Zeitliche gesegnet hat. Genau an dieser Stelle stand einst das Gut des adeligen Züschener Geschlechts. Mehr als 300 Jahre, seit etwa 1500, hatte die Familie von Winter das Sagen in Winterbergs Ursprungsdorf, besaß üppige Ländereien und die Jagdrechte.

Originalgetreue Gewandung Hinter der historischen Figur des Ritters steckt kein Gespenst, sondern Heimatforscher Walter Peis. Gekleidet in originalgetreue Gewandung aus dem Freilichtmuseum Hallenberg nimmt er Kinder und deren Eltern am 15. Juli mit auf einen Rundgang auf den Spuren derer von Winter. Vom ehemaligen Rittergut geht’s hinauf zum Kirchberg: Dort legt der wertvolle Altar Zeugnis von der Großzügigkeit der Junker ab. Walter Peis zeigt den Gästen zum Beispiel eine noch erhaltene Zickzack-Kachelung, berichtet auf kindgerechte Weise von längst vergangenen Skandalen, als bei einem Streit auch schon mal Dreschflegel zum Einsatz kamen, und führt sie durch das Heimatmuseum „Borgs Scheune“. Schließlich wandert die Gruppe zum Flusswinkel, wo die Nuhne entspringt, und zurück durchs Dorf. 

- Städtisches Museum Medebach:

 Wenn die Miniatur-Eisenbahn durchs Gelände dampft, machen nicht nur Kinder große Augen. Bewaldete Hänge, Felder, auf denen Kühe und Schafe weiden, stattliche Fachwerk-Gehöfte, Vieh-Unterstände, ein Bächlein und natürlich der Bahnhof mit Hauptgebäude, Lokschuppen, Draisine und winzigen Reisenden – all das hat das Kleinbahnteam des Heimat- und Geschichtsverein Medebach detailverliebt im Maßstab 1:45 nachgebaut. Das Modell der Kleinbahn Steinhelle-Medebach ist Prunkstück im Städtischen Museum Medebach. Mal saust der rot und gelb lackierter Diesel-Triebwagen durch die Landschaft, mal die Heißdampf- oder die Benzol-Lok. Am 20. Juli erzählen die Heimatfreunde von der Geschichte der alten Schmalspurbahn, die Anfang des Jahrhunderts von der Steinhelle bis nach Grönebach fuhr, und setzen die Anlage in Betrieb.

Spannendes zur Eisenbahngeschichte Auf wunderbar anschauliche Art erfahren kleine und große Gäste Spannendes zur Eisenbahngeschichte der Region. Beim Bummel durch das Museum entdecken sie viele interessante Ausstellungsstücke zur Medebacher Stadt- und Kirchengeschichte. Ein Flyer mit allen Aktionen wird in Kürze ausliegen.

Das Modell der Kleinbahn Steinhelle-Medebach lässt das Herz aller Eisenbahnfreunde aufgehen.

Aktionen im Überblick:

- 14. Juli und 4. August: 14 bis 15 Uhr Spaziergang zu den Steinbrüchen und zum Kreuzberg, 15 bis 17 Uhr Drechsel-Vorführungen, 16 bis 17 Uhr Museumsrundgänge, Heimathaus Pastoren Scheune in Medebach-Düdinghausen 

- 15. Juli: Historische Wanderung mit „Ritter von Winter“, 15 Uhr ab Kreuzung Junkernstraße/Krummestraße in Winterberg-Züschen 20. Juli: Erläuterung der Kleinbahn-Geschichte und Vorführung der Eisenbahnmodelle, 14 Uhr, Städtisches Museum Medebach

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