Viele Wittgensteiner machen sich auf

Pfarrkonferenz zum „Tourismus“ in Winterberg

Der katholische Gemeindereferent Jörg Willerscheidt (2.v.l.) gewährte den evangelischen Glaubensgeschwistern einen Einblick in die kleinste Klosterkemenate der Welt.

Winterberg – Auf ihrer Homepage verspricht die Evangelische Kirchengemeinde Winterberg die höchste evangelische Kanzel Westfalens – und damit auch des Wittgensteiner Kirchenkreises, denn die Winterberger gehören genau wie die Evangelischen aus Eslohe und Schmallenberg zum Wittgensteiner Kirchenkreis. Deshalb waren jetzt vor allem Wittgensteiner bei der Pfarrkonferenz in Winterberg, wo es um das Thema „Tourismus“ ging.

Pfarrer Peter Liedtke hatte ein Tagesprogramm für seine Kollegen vorbereitet. Er arbeitet derzeit als Vertretung in Winterberg, nachdem Matthias Gleibe die Gemeinde vor knapp zwei Jahren verlassen hat. Rund 1300 Gemeindeglieder gibt es hier auf gut 100 Quadratkilometern, der Weggang des Pfarrers führte dazu, dass die Pfarrstellengröße auf den Prüfstand kam. 1300 Gemeindeglieder entsprechen heute im heimischen Kirchenkreis einer halben Pfarrstelle, dabei ist schon bedacht, dass die Wittgensteiner von der Landeskirche zusätzliche Pfarrstellen bezahlt bekommen, um der ländlichen Struktur mit weiten Wegen Rechnung zu tragen. Um eine ganze Pfarrstelle ausschreiben zu können, soll es deshalb vom Kirchenkreis eine zweite 50-Prozent-Stelle mit der Aufgabenstellung „Tourismus“ geben. In Winterberg selbst, genauso gut in Bad Berleburg, Bad Laasphe und Schmallenberg, in Eslohe und Erndtebrück, sei Tourismus ein Thema. 

Zum ersten Mal in der Winterberger Kirche 

Wegen der weiten Wege war jetzt auch manch einer der Pfarrkonferenz zum allerersten Mal in der Winterberger Kirche, die vor zwei Jahren umgebaut worden ist. Kleiner und dabei multifunktionaler werden – so lautete damals die Aufgabe. Wie gut die erfüllt wurde, das erlebten die Pfarrerinnen und Pfarrer des Wittgensteiner Kirchenkreises jetzt vor Ort. Ganz kurz war der Weg vom Kaffeetrinken im leicht abzutrennenden Gemeinderaum zu der Andacht in der Kirche, die Pfarrer Peter Liedtke hielt. Zehn Kilometer waren danach die meisten der Pfarrkonferenz-Gäste zu Fuß in und um Winterberg unterwegs, um zu sehen und zu hören, was Tourismus hier konkret bedeutet. Das passierte vor dem Oversum, wo Gemeindereferent Jörg Willerscheidt mit der kleinsten Klosterkemenate der Welt in einem Lieferwagen und dem Tourismus-Konzepts des Katholischen Pastoralverbunds Winterberg auf die evangelischen Glaubensgeschwister wartete, genau wie beim Bike-Park, im Sessellift oder auf der Panorama-Erlebnis-Brücke. Aus spannenden Blickwinkeln und manchmal schwindelerregenden Höhen bekamen die Besucher bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen einen Einblick ins Thema „Tourismus“ – und konnten dabei auch erfahren, dass die höchste evangelische Kanzel Westfalens nicht in Winterberg direkt, sondern in der Evangelischen Kirche in Langewiese steht, einem der ehemaligen Wittgensteiner Höhendörfer.

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