Sandra Gintere hält Probepredigt

Potenzielle Pfarrerin stellt sich in Winterberg und Langewiese vor

Dr. Sandra Gintere schüttelte nach dem Gottesdienst am Sonntag auch dem früheren Winterberger Pfarrer Manfred Gringel die Hand. Während sie in der lettischen Sowjetrepublik geboren wurde, kam er einst im ostpreußischen Langstein, das nun in Polen liegt, zur Welt.

Langewiese/Winterberg - „Darf ich Sie bitten nach vorn zu kommen?“ – mit einem freundlichen Lächeln lud Dr. Sandra Gintere in Langewiese am frühen Sonntagmorgen rund 40 Gottesdienst-Besucher, die ihren Sitzplatz eher in der hinteren Hälfte der örtlichen evangelischen Kirche gesucht hatten, in die ersten Bankreihen ein. Und fast alle folgten der Einladung der Frau, die möglicherweise die neue Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Winterberg wird.

Die ursprünglich aus Lettland stammende 58-Jährige arbeitet seit drei Jahren als Pfarrerin im Siegerland und wird nun der Winterberger Kirchengemeinde von der Evangelischen Kirche von Westfalen als neue Pfarrerin präsentiert, zwei Jahre, nachdem Pfarrer Matthias Gleibe Winterberg verlassen hat. Außer der Predigt, die Sandra Gintere am Sonntag zunächst in Langewiese, danach auch noch vor rund 60 Besuchern in der Evangelischen Kirche Winterberg hielt, gehört zu einer Präsentation verbindlich noch eine weitere Aufgabe, bei der sich Pfarrstellen-Bewerber vorstellen: manchmal der Konfirmanden-Unterricht, manchmal eine Bibelstunde. 

Für Sandra Gintere ist das ein Vortrag zur Kombination „Kirche und Tourismus“. Die gut 1300 Gemeindeglieder der Winterberger Kirchengemeinde entsprechen einer halben Pfarrstelle, deshalb wird diese um eine zweite Hälfte vom zuständigen Wittgensteiner Kirchenkreis aufgestockt. In den zweiten 50 Prozent kümmert sich Sandra Gintere um das Thema „Tourismus“ mit dem Schwerpunkt in Winterberg, aber auch für den übrigen Kirchenkreis, zu dem neben Wittgenstein das Schmallenberger Sauerland gehört. 

Dienstantritt im November möglich

In diesem Zusammenhang wirkte es interessant, wie Sandra Gintere in ihrer Predigt am Sonntag zur biblischen Geschichte von Maria und Martha nicht nur einen akkuraten Blick auf die Gastgeber-Rolle der Schwestern warf, sondern sich und ihren Zuhören das dargebotene Essen so präzise beschrieb, dass einem in der Kirche das Wasser im Munde zusammenlief. Wobei das nur ein Aspekt der Predigt war, sehr genau blickte Sandra Gintere auch auf die Lebenssituation der beiden Schwestern, die mit ihrem Bruder Lazarus – allesamt unverheiratet – für die damaligen Zeiten eine ungewohnte Wohngemeinschaft bildeten.

Das Idealbild der Vater-Mutter-Kinder-Familie stellte Sandra Gintere daneben, sie war sich für die Gegenwart aber sicher, „dass Gott ebenfalls ganz selbstverständlich bei Patchwork-Familien und Alleinerziehenden und deren Kindern ist“. 

Das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Winterberg entscheidet nach dem Gottesdienst am Sonntag, 15. September, in seiner Sitzung über die Präsentation. Superintendent Stefan Berk skizzierte schon beim Gottesdienst am Sonntag in Langewiese den weiteren Verlauf, wenn sich das gemeindliche Leitungsgremium für Sandra Gintere entscheidet. Demnach könnte sie, wenn alles glatt läuft, bei einem ehrgeizigen Zeitplan im November ihren Dienst in Winterberg antreten.

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