Ein Profil für Züschen

260 Personen beteiligten sich an der Umfrage des Stadtmarketings- und des Verkehrsvereins. Foto: Julia Kleinsorge

Wie sieht die Zukunft Züschens aus? Mit dieser konkreten Fragestellung beschäftigte sich die Bürgerversammlung am Montagabend in der Schützenhalle. Dabei wurden die Ergebnisse der gut 1500 Fragebögen, die im vergangenen Herbst durch den Stadtmarketingverein Winterberg mit seinen Dörfern und den Heimat- und Verkehrsverein Züschen an alle Bürger des Ortes ab einem Alter von 15 Jahren verschickt worden sind, vorgestellt.

260 Personen quer durch alle Altersschichten hatten daraufhin an der Umfrage teilgenommen. Ermittelt werden sollten im Rahmen des Tourismus-Entwicklungskonzeptes Zahlen und Daten sowie vor allem Ideen und Anregungen für eine nachhaltige Dorfentwicklung und Profilbildung in Züschen.

"Herausgekommen sind interessante, aber für mich nicht unbedingt überraschende Aspekte", resümierte Michael Beckmann, Geschäftsführer des Stadtmarketingvereins. Verblüffte Gesichter gab es allerdings teilweise bei den versammelten Bürgern. In dem noch zu den größten Ortsteilen Winterbergs zählenden Züschen ist die Einwohnerzahl in den vergangenen zehn Jahren um zehn Prozent auf nur noch 1800 Einwohner geschrumpft - und die Dynamik nimmt zu. Das hat natürlich Auswirkungen auf sämtliche Bereiche des Lebens. Besonders schlagen die negativen Zahlen bei den jungen Jahrgängen zu Buche.

Gemeinsam mit Verena Traumann - Regionalmanagerin des Leader-Vereins - wurden die Leerstände im Ort ermittelt. Während es derzeit "nur" 16 Häuser seien, sehen die Prognosen weitaus schlechter aus. In 32 Häusern leben noch zwei Menschen über 70 Jahre - in 48 Häusern Alleinstehende über 75. "Neues Bauland kann also - nicht nur in Züschen, denn diese Entwicklung gibt es überall in der Region - kaum noch ein Thema sein. Hier müssen andere Maßnahmen ergriffen werden", so Beckmann.

90 Prozent leben gerne in Züschen

Für weniger Ernüchterung sorgten andere Aspekte der Befragung. Alles in allem leben 90 Prozent der Befragten gerne in Züschen - über 91 Prozent schon seit über zehn Jahren. Überwiegend zufrieden mit dem infrastrukturellen Angebot ist ebenfalls ein Großteil der Bürger. Durch Lebensmittel-Geschäft, Metzgerei, Tankstelle, Arztpraxis, Gastronomie, zahlreiche Handwerksbetriebe und Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung sei Züschen natürlich auch immer noch sehr gut aufgestellt im Vergleich zu anderen Orten, so der Tenor.

Was sich die Züscher Bürger quer durch alle Altersschichten wünschen und wie Züschen den Titel "Dorf der Sinne" mit Leben füllen will, lesen Sie · auf Seite 3.

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