"Es muss weitergehen"

Projekt "Hand ans Werk" wird in Hallenberg, Medebach und Winterberg fortgeführt

Das Logo des Projektes.

Hallenberg/Medebach/Winterberg - Vor einem Jahr ist der Startschuss für das Projekt „Hand ans Werk“ gefallen. Jetzt, wo das Ende naht, stellten die Beteiligten fest: „Es muss weitergehen.“ Der erste Handwerkerstammtisch fand jetzt bei den Gastgeberinnen Isabelle Abel und Sophia Klüppel des Handwerksbetriebs SI Werbeform in Niedersfeld statt. Sie sind Mitglieder des „Hand ans Werk“-Lenkungskreises und begrüßten ihre Handwerkskolleginnen und -kollegen in ihrem Betrieb.

Das offizielle Finale des Projektes ist am 31. Oktober, dann laufen die Fördermaßnahmen und die Personalstellen aus. Also müsse eine Folgestruktur sowohl finanziell als auch personell erarbeitet werden, heißt es. Damit eine nachhaltige Sicherung der Fachkräfte für die Handwerksbetriebe gewährleistet ist, gebe es noch viel zu tun. „Wir haben viele interessante Ansätze im Rahmen des Projektes entwickelt und bereits umgesetzt. Das muss ausgebaut werden. Wir versuchen nun, Fürsprecher im Kreise der Handwerksbetriebe zu finden und das allgemeine Interesse am Projekt abzufragen, um die Rentabilität der Fortsetzung des Projektes richtig einzuschätzen“, so Kristina Heimann, Leiterin des Projektes Hand ans Werk. Es habe sich durchaus einiges bewegt in der Handwerkerschaft. „Ihr habt 40 Jahre nichts für das Handwerk gemacht. Warum dann jetzt?“ war eine Frage bei der ersten Sitzung des Lenkungskreises. Diese ist allen Beteiligten in Erinnerung geblieben. Die Antwort war einfach: „Weil jetzt das Geld da ist.“

"Damit es weitergehen kann, braucht es den Rückhalt vieler weiterer Betriebe"

Denn über das Programm „Land(auf)Schwung“ des BMEL wurde das Projekt mit 145.650 Euro gefördert. Die Gesamtausgaben liegen bei 163.100 Euro. Fast 90 Prozent werde also über diese Förderkulisse unter dem Strich über öffentliche Mittel finanziert. Nachdem mit der Gründung des Lenkungskreises der Grundstein für das Projekt gelegt worden war, sei einiges passiert. So wurden zum Beispiel Podiumsdiskussionen in den heimischen Schulen organisiert. Aufkleber- und Jutetaschen-Aktionen mit teils provokanten Botschaften von „Heul doch oder lern wie’s geht“ über „Deine Hände können mehr“ bis „I hate Cities“ sorgten ebenso für Aufmerksamkeit wie Plakat- und Werbekampagnen mit Gesichtern dieser Region unter anderem im Kino, in den sozialen Netzwerken oder per Video von Azubis der Betriebe. „Wir haben rund 20 Termine abgehalten, an denen die Lenkungskreisteilnehmer und deren Mitarbeiter gefragt waren“, resümiert Kristina Heimann. „Damit es weitergehen kann, braucht es den Rückhalt vieler weiterer Betriebe. Nur dann gibt es eine Chance, das Konzept nachhaltig zu finanzieren und zu etablieren“, erklärt die Projektleiterin weiter. 

Kristina Heimann, Leiterin "Hand ans Werk".


Zurück zum Stammtisch: Nach Grußworten, der Vorstellung des Projekts und einem Ausblick in die Zukunft durch den Geschäftsführer des Stadtmarketingvereins, Michael Beckmann, präsentierten Dominik Kuhlmann, Isabelle Abel, Sophia Klüppel und Jürgen Bröker die Inhalte, Aktivitäten und Maßnahmen des Projekts. Wirtschaftsförderer Winfried Borgmann stellte zudem die Videos und die Webseite www.handanswerk.de vor. Anschließend bestand die Möglichkeit, alle Beteiligten direkt anzusprechen und sich auszutauschen. „Bilanzierend kann man sagen: Das Interesse der Anwesenden und der durchweg positive Zuspruch der Gäste an diesem Abend zeigt, dass wir mit dem Projekt auf dem richtigen Weg sind“, beschreibt es Michael Beckmann. 

Wie groß der Bedarf an mehr Fachkräften in den Betrieben ist, werde durch die Tatsache deutlich, dass einige noch nichts von dem Projekt gehört hatten, trotz der zahlreichen Veröffentlichungen in der Presse, auf Plakaten und in den sozialen Netzwerken. „Es bleibt den Chefs der Handwerksbetriebe schlichtweg oft keine Zeit für diese Dinge“, so Beckmann. „Nun liegt es an dem gesamten Projektteam, sich an den Runden Tisch mit den Politikern der drei Kommunen zu setzen und nach strukturellen und finanziellen Lösungen zu suchen, um zeitnah eine Fortführung zu sichern“, so Kristina Heimann. „Dabei sind wir darauf angewiesen, dass uns die Handwerksbetriebe den Rücken stärken. Das Feedback war insgesamt auf jeden Fall sehr positiv.“

Ausbildungsbotschafter 

Unterstützung hat auch Bianca Weickardt von der Handwerkskammer angeboten: „Wir bilden jederzeit gerne wieder Ausbildungsbotschafter aus, die vor allem auch in den örtlichen Schulen eingesetzt werden können.“ Der nächste Schulungstermin steht bereits am 5. November. Alle Infos dazu gibt es unter https://bit.ly/2lsYbAm. Die Ausbildungsbotschafter waren bereits Anfang 2019 im Projektrahmen ausgebildet und eingesetzt worden, mit gutem Zuspruch der Schulen in Winterberg und Medebach.

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