Prozessauftakt am Landgericht Arnsberg

50-Jähriger soll eigene Tochter mehrfach missbraucht haben - Handel mit Kinderpornos?

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Dem Angeklagten wird vorgeworfen, im Zeitraum von Sommer 2016 bis Februar 2019 mehrfach schweren sexuellen Missbrauch an dem in seinem Haushalt lebenden Kind vorgenommen sowie von den Taten kinderpornografische Schriften erstellt zu haben.

Winterberg/Arnsberg - Wegen mehrfachen schweren sexuellen Missbrauchs an seiner eigenen Tochter muss sich ein 50-jähriger Winterberger seit Dienstag vor dem Landgericht Arnsberg verantworten. Laut Anklage soll sich der mutmaßliche Täter im Zeitraum von Sommer 2016 bis Februar 2019 mehrfach schwer an dem in seinem Haushalt lebenden, minderjährigen Kind  vergangen und zudem von den Taten kinderpornografische Schriften erstellt haben.

“Durch eine Verdachtsmeldung vom Bundeskriminalamt (BKA) hinsichtlich kinderpornografischer Dateien sind wir auf den Angeklagten aufmerksam geworden. Bei der Hausdurchsuchung Anfang Dezember 2018 wurden entsprechende Fotos gefunden“, erklärte die leitende Staatsanwältin Sabine Krippendorf. „Zum damaligen Zeitpunkt hat er die Bilder zugegeben, den Missbrauch an seiner eigenen Tochter jedoch abgestritten.“ 

Angeklagter räumt pädophile Neigungen ein

Weitere Ermittlungen haben schließlich zur Festnahme des Angeklagten geführt. Seit dem 21. Februar sitzt der 50-Jährige, der selbst zugibt, seit seiner Jugend pädophil zu sein, in Untersuchungshaft in der Justisvollzugsanstalt Hamm. 

Zum Prozessauftakt im Landgericht Arnsberg wird er nun angeklagt, mehrfach schwere sexuelle Handlungen an dem minderjährigen Kind verübt zu haben. Den Missbrauch der Schutzbefohlenen habe der Tatverdächtige dabei anhand von zahlreichen Fotos dokumentiert. 

Staatsanwaltschaft befürchtet Handel mit kinderpornografischen Dateien 

„Die Computer sind noch nicht ganz ausgewertet. Wir mussten die Sechs-Monats-Frist einhalten, darum der heutige Auftakt der Verhandlung. Es ist nach Auswertung der Dateien zu befürchten, dass der Angeklagte mit den kinderpornografischen Dateien zusätzlich Handel getrieben hat“, so Staatsanwältin Krippendorf.  Ein Rechtsgespräch zur Verständigung zwischen Staatsanwaltschaft, dem Verteidiger des Angeklagten und den zuständigen Richtern fand am ersten Verhandlungstag statt. 

Teilgeständnis am Montag? 

Der mutmaßliche Vergewaltiger soll voraussichtlich am kommenden Montag ein Teilgeständnis ablegen. Da die Strafmaßforderungen von Verteidigung und Staatsanwaltschaft jedoch weit auseinander liegen, hat sich die Mutter des Mädchens dazu bereit erklärt, ihre Tochter vor Gericht aussagen zu lassen. 

Am zweiten Verhandlungstag, 26. August, ab 9 Uhr sollen zunächst Zeugen vor der Großen Strafkammer als Jugendschutzkammer am Landgericht Arnsberg vernommen werden.

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