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Rückzug vor dem Gipfel

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Von seiner Tour auf den Mont Blanc weiß Jürgen Niggemann, wie gefährlich die grell-weiße Landschaft sein kann.
Von seiner Tour auf den Mont Blanc weiß Jürgen Niggemann, wie gefährlich die grell-weiße Landschaft sein kann.

Nach monatelanger Planungszeit, intensiver Vorbereitung und einem steilen Anstieg sind die drei Bergsteiger Jürgen Niggemann, Peter Kramer und Elmar Müller am vergangenen Wochenende bis auf wenige Meter an den Gipfel heran gekommen und doch vorerst in ihrer Gipfelbesteigung gescheitert.

Im Internet-Blog ist zu lesen: "Eben haben sie angerufen. Auf 8500 Meter mussten sie umkehren. Das Wetter war umgeschlagen. Auch anwesende Sherpas hielten ein Weitergehen für lebensgefährlich. Der Gipfel wäre möglich gewesen, aber danach nicht wieder viel weiter zurück nach unten, das wäre absolut tödlich."

Die Entscheidung so kurz vor dem Ziel zu stoppen wird ihnen sicherlich schwer gefallen sein. Doch die Sicherheit der Bergsteiger steht an erster Stelle. Den Sauerländer Höhenrekord haben sie mit ihrem Aufstieg auf 8500 Meter gebrochen.

Henning Weyl kommentiert weiter: "Kaum vorzustellen welche psychische Kraft dazu gehört, der Gipfel ist greifbar, du willst ihn unbedingt machen und zwingst dich doch zum Umkehren. Klasse Leistung." Dies bestätigen auch weitere Kommentare auf der Homepage: "Klasse Jungs", "Absoluter respekt" und "Bin stolz auf euch und eure Leistung" freuen sich die Sauerländer Fans darüber, dass die Bergsteiger eine so schwere Entscheidung getroffen haben.

Jetzt sind sie zurück auf 7100 Metern. Doch auch dieser Weg zurück war nicht einfach, wie die Bergsteiger in einem Telefongespräch beschrieben haben: "Der Weg zurück auf 7100 Meter war ein einziger Kampf. Wir haben in den letzten Tagen garantiert jeder 15 Kilo abgenommen. Kaum Sicht, alles weiß, man nennt das "whitewout", du siehst nur noch weiß und kannst die Orientierung verlieren. Peter war in eine Gletscherspalte gerutscht, konnte noch Halt finden und mit eigener und Jürgens Hilfe wieder nach oben. Um die 70 Meter tief diese Spalte. Heute werden sie auf circa 7000 Meter übernachten."

Leichte Erfrierungen

Im Zelt, nur in ihren Overalls und ohne Unterlage bei Temperaturen um die minus 20 Grad. Peter habe leichte Erfrierungen an den Fingerspitzen, ansonsten sei den Umständen entsprechend alles ok. Kaum zu glauben ist es nach diesen Nachrichten, dass ein zweiter Versuch, den Gipfel zu besteigen, für die Bergsteiger in Frage kommt. Henning Weyl schreibt hierzu: "Bei unserem Telefongespräch am Pfingstmontag spielten Taler und Peter mit dem Gedanken, wenn das Wetter und alles andere für uns passt, könnte doch eventuell noch ein erneuter Versuch unternommen werden?"

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