Sturmtief verläuft glimpflich

„Sabine“ fegt über Hallenberg, Medebach, Eslohe, Schmallenberg, Winterberg: Schwerwiegende Schäden bleiben aus

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Zu 26 Einsätzen musste die Schmallenberger Feuerwehr ausrücken.

Hallenberg/Eslohe/Medebach/Schmallenberg/Winterberg – Das Sturmtief „Sabine“ ist über Nordrhein-Westfalen hinweggezogen und hat auch die Feuerwehren im Hochsauerland auf Trab gehalten.

So bescherte der Sturm den Einsatzkräften der Feuerwehr der Stadt Schmallenberg eine „lange und anstrengende Nacht“. So wurde die Wehr laut eigenen Angaben zu insgesamt 26 Einsätzen in Verbindung mit dem Sturmtief „Sabine“ gerufen. Hierbei habe es sich es sich überwiegend um umgestürzte Bäume, die teilweise von den Fahrbahnen entfernt wurden, gehandelt. „Bei einigen Straßen mussten durch die Einsatzkräfte Absperrungen veranlasst werden. Zum einen war das Entfernen der Bäume zu gefährlich, zum anderen drohten weitere Bäume auf die Fahrbahn zu stürzen, die vorbeifahrende Pkw unter sich hätten begraben können“, heißt es in der Pressemitteilung der Feuerwehr. Bei einem Einsatz mussten die Einsatzkräfte mittels einer Drehleiter eine Kaminabdeckung von einem Dach entfernen, die sich durch den Sturm gelöst hatte und herunterzufallen drohte. Ein Einsatzstab, bestehend aus Führungskräften der Feuerwehr sowie Mitarbeitern des Ordnungsamtes und des Bauhofes der Stadt Schmallenberg, koordinierten diese Maßnahmen. 11 von 18 Löschgruppen wurden im Zeitraum von Sonntagnachmittag bis Montagmittag zu den Einsätzen alarmiert. „Verletzt wurde niemand“, so die Wehr. 

Vergleichsweise ruhig sah die Lage in der Gemeinde Eslohe aus. Hier war die Feuerwehreinsatzzentrale im Feuerwehrhaus Eslohe am Sonntag ab 13 Uhr besetzt. „Wir hatten einen ganzen Einsatz“, berichtet Pressesprecherin Katharina Jankowski. An der L880 Abzweig Dormecke hatte ein Baum die Fahrbahn blockiert. Am Montagmorgen um 5.45 Uhr wurde die Feuerwehreinsatzzentrale wieder aufgelöst. 

Warnung: Wälder nicht betreten

Im Stadtgebiet Winterberg ist es zu einer überschaubaren Anzahl an Einsätzen gekommen. Vielfach handelte es sich um umgestürzte Bäume, die die Fahrbahn blockierten, berichtet Jens Vogelsang, Pressesprecher der Feuerwehr Winterberg. Hauptsächlich seien die Höhenregionen um Altastenberg, Neuastenberg und Langewiese betroffen gewesen, aber auch Elkeringhausen und Winterberg. Vogelsang: „Die Feuerwehr Winterberg rückte zu insgesamt acht Einsätzen aus. Außer der Beseitigung von umgestürzten Bäumen musste im Bereich der B480 eine vom Sturm beschädigte Ampelanlage gesichert werden.“ Straßensperrungen aufgrund von großflächigem Windbruch seien im Bereich L640 Altastenberg-Ohlenbach und B236 Albrechtsplatz-Bad Berleburg notwendig geworden. Die Koordinierung der Einsätze erfolgte durch die Einsatzzentrale im Feuerwehrhaus Winterberg. „Diese war von 18 Uhr bis 2 Uhr mit ehrenamtlichen Einsatzkräften besetzt“, so Vogelsang weiter. 

Im Medebacher Stadtgebiet gab es insgesamt fünf Einsätze, einen davon noch am Dienstagmorgen um 6.30 Uhr – allesamt wegen umgeknickter oder umgekippter Bäume, unter anderem auf einer Stromleitung. „Wir sind noch einmal glimpflich davongekommen, die Einsätze hielten sich in Grenzen. Verletzt wurde niemand“, ist Pressesprecher André Krüger erleichtert. Die Feuerwehreinsatzzentrale am Gerätehaus Medebach in der Oberstraße war seit etwa 16 Uhr besetzt. 

Das Regionalforstamt Oberes Sauerland warnt indes Einheimische und Gäste vor dem Betreten der Wälder. Sturmtief Sabine habe in den von Dürre und Borkenkäfern vorgeschädigten Wäldern seine Spuren hinterlassen. „Vorsichtige Einschätzungen unserer Försterinnen und Förster gehen vor allem von Einzelwürfen und kleinen Nestern aus“, sagte der zuständige Fachgebietsleiter Ferdinand Drescher. Somit scheint die Region vor größeren Schäden in den Wäldern bewahrt worden zu sein. Für konkrete Schadensmengen oder gar eine Entwarnung sei es zu früh, da die unruhige Wetterlage noch bis einschließlich Mittwoch dauern soll. Erst danach können versperrte Wege freigeschnitten und die Schäden in den Bezirken festgestellt worden, ohne dass sich die Waldbesitzenden und Revierleitungen in Gefahr begeben. „Mit dem Ende des Sturms ist die Gefahr also nicht vorbei, deshalb sollten die Wälder bis auf Weiteres nicht betreten werden“, heißt es. 

Mit dem Durchzug der Kaltfront zwischen 0 und 2 Uhr in der Nacht zu Montag erreichte der Kahle Asten eine Böe von 137 km/h und damit exakt denselben Wert wie bei „KYRILL“, erklärt Julian Pape vom Wetterportal Sauerland. „Unsere Station auf der Hohen Bracht bei Lennestadt kam mit 135,4 km/h kurz danach.“ Die Stationen in Tal-, und Ortslage erreichten meist weniger als 100 km/h. Hier liege der deutliche Unterschied zu „KYRILL“: „Damals wurden über viele Stunden lang Orkanböen bis ins Flachland gemessen.“ Zahlreiche Schulen im HSK, wie in Winterberg, Hallenberg, Eslohe, Medebach und Schmallenberg, blieben darüber hinaus am Montag geschlossen.

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