„Unsinnige Verschärfung“

Sauerländer Skiliftbetreiber kritisieren die Auswirkungen des DSGVO

+
Einen frühen Start in den Winter gab es im vergangenen Jahr.

Hochsauerland. Seit 1972 treffen sich die Skiliftbetreiber des Sauerlandes zur Jahresversammlung, um Rückschau zu halten und Aktuelles zum neuen Winter zu besprechen. Rund 60 Vertreter aus den Skigebieten des Sauerlandes und Wittgensteiner Landes sowie aus dem Unternehmens-Förderkreis des Verbandes fanden sich jetzt in der Skihütte Stockhausen in Schmallenberg-Sellinghausen ein.

Fachvorträge befassten sich mit technischen Informationen und Neuerungen in der Beschneiung und insbesondere den Auswirkungen der EU-Datenschutz-Grundverordnung. Hier entzündete sich heftige Kritik an der teilweise, so die Teilnehmer, „unsinnigen“ Verschärfung des Datenschutzes für die Kleinbetriebe im Wintersport: „Wahrscheinlich mit guten Vorsätzen geplant für die globalen ‚Datenkraken‘ werden mit der Verordnung die Masse der Klein- und Mittelbetriebe erfasst, die nicht das Problem sind und nunmehr aber Probleme durch eine weitere Zunahme der Bürokratie bekommen. Hier sind schnellstens Maßnahmen der Politik notwendig, um den Datenschutz auch in der Praxis praktikabel zu machen.“ 

Im Vorstandsbericht wurde insbesondere die Mitarbeit in den Gremien der Wintersport-Arena herausgestellt, „die sich in fast 20 Jahren zum erfolgreichsten Tourismusprojekt in NRW entwickelt hat mit rund 120 Millionen Euro privaten Investitionen in den Skigebieten, allein in der kommenden Saison wieder mit 15 Millionen Euro“. Der Skiliftverband war Mitiniatiator und leiste hier seit mehreren Jahren einen erheblichen personellen und finanziellen Beitrag für deren erfolgreiche Arbeit. 

"Brauchen noch viel Regen"

Für die kommende Saison soll in den Skigebieten des Regional-Skipasses die überarbeitete Panoramakarte aufgestellt werden. Dazu stellt der Verband die Tafeln großformatig zur Verfügung. Angeboten werden soll ein Workshop zum Snowmanagement, das heißt also zum richtigen Umgang mit dem Schnee bei der Pistenpräparierung und Beschneiung. 

Bei den Vorstandswahlen wurde Christoph Klante als 1. Vorsitzender für vier weitere Jahre wiedergewählt, weiterhin die Beisitzer Josef Stinn aus Fahlenscheid, Ottmar Hillembrand aus Bödefeld und Alexander Dirks aus Wildewiese. Das von der Wintersport-Arena und dem Skiliftverband Sauerland unterhaltene Klimamonitoring befasste sich in einem Vortrag mit den Auswirkungen des ‘Jahrhundertsommers’ auf den kommenden Winter. „Hier ist die Faktenlage so, dass es keinen Automatismus gibt, der nun auch einen milden Winter folgen lässt“, hieß es. „So sind seit 1970 die Winter im Sauerland nur um 0,4 Grad wärmer geworden, die anderen Jahreszeiten aber bis 2,2 Grad.“ Hier plädieren Wintersport-Arena und Skiliftverband seit Jahren dafür, die Auswirkungen des Klimawandels auf den Wintersport differenziert zu betrachten. 

„So steigen die Wintersporttage in der Wintersport-Arena und sind Grundlage des Erfolges der vergangenen Jahre“, so weiter. „In den Alpen war der vergangene Winter ein sehr schneereicher und einer der erfolgreichsten überhaupt. Bevor der Winter kommt, ist nach dem extrem trockenen Frühjahr und Sommer noch viel Regen notwendig, um Flüsse, Talsperren und Speicher zu füllen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare