Sauerland – Nabel der Welt?

Jugendliche aus unterschiedlichen Nationen kamen beim Austausch des Lions Clubs in das Sauerland und erlebten einiges von der Kultur.

Italien, Brasilien, Kroatien, Schweden, China, Georgien, Bulgarien, Armenien, USA, Malaysia, Taiwan, Ungarn, Türkei und Litauen – ein Blick auf die illustre Liste der Herkunftsländer der Teilnehmer des diesjährigen Lions Club Jugendcamps, lässt vermuten, dass der Nabel der Welt – wie von vielen Insidern bereits angenommen – tatsächlich das Sauerland ist. Die Lions Clubs Brilon, Schmallenberg, Neheim-Hüsten, Arnsberg-Sundern, Winterberg und Werl haben in diesem Jahr diese globale Zusammensetzung für ihren Jugendaustausch gewählt.

Lions Clubs veranstalten globales Austauschprogramm

Italien, Brasilien, Kroatien, Schweden, China, Georgien, Bulgarien, Armenien, USA, Malaysia, Taiwan, Ungarn, Türkei und Litauen – ein Blick auf die illustre Liste der Herkunftsländer der Teilnehmer des diesjährigen Lions Club Jugendcamps, lässt vermuten, dass der Nabel der Welt – wie von vielen Insidern bereits angenommen – tatsächlich das Sauerland ist. Die Lions Clubs Winterberg, Schmallenberg, Neheim-Hüsten, Arnsberg-Sundern, Brilon und Werl haben in diesem Jahr diese globale Zusammensetzung für ihren Jugendaustausch gewählt.

Die Möglichkeit sich in einem internationalen Jugendcamp mit anderen Ländern und Kulturen auseinanderzusetzen, wird von rund 20 Jugendlichen angenommen. Die allgemeine Campsprache ist englisch, die alle – bis auf ein Teilnehmer – mit den unterschiedlichsten Akzenten sprechen können. Und auch dieser „nur“ spanisch sprechende Jugendliche aus Brasilien wird innerhalb kürzester Zeit – und sei es durch Zeichensprache – in die allgemeinen Aktionen mit einbezogen. Davon gibt es ziemlich viele.

Am Beispiel des noch recht neuen Lions Club in Winterberg wird das umfassende Programm deutlich – direkt am Ankunftstag werden die jungen Austauschschüler/-studierenden bei einem lockeren Treffen in einem guten Restaurant vorgestellt. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer liegt zwischen 17 und 22 Jahren. Daher ist es auch eine kleine Herausforderung ein passendes Programm zu organisieren. So fühlt sich Beningsu aus Istanbul, schon 20 Jahre und im vierten Semester Jura studierend, beim Schulbesuch im Winterberger Geschwister-Scholl-Gymnasium zwar sehr freundlich aufgenommen, jedoch um Jahre zurückversetzt. Die 18-jährige Rugile aus Litauen hingegen, die gerade auf die Ergebnisse ihres Abiturs wartet, ist eher in ihrem Element. So unterschiedlich wie der altersmäßige Hintergrund, ist auch der Persönliche. Beningsu, als moderne Muslima kommt in flotten Mini Shorts und Spaghetti Top und Rugile, römisch-katholisch als sportliche Vertreterin ihres Landes in Jeans und Sweatshirt. Gemeinsam ist jedoch allen Camp-Teilnehmer die Neugier auf andere Länder, Sitten und kulturelle Hintergründe.

Ein Motivationsschreiben als Bewerbung zur Teilnahme an einem internationalen Jugendcamp des LC ist die Eintrittskarte in eine andere Welt. Die Teilnehmer im Camp, sind Jugendliche, die so eine Reise ohne Förderung nicht unternehmen könnten oder die sich ernsthaft mit dem geschichtlichen Hintergrund des ausrichtenden Landes beschäftigen. Der Urgroßvater der jungen Litauerin war beispielsweise als Junge in einem Konzentrationslager interniert. So zeigt sich Rugile interessiert an der Aufarbeitung dieses Kapitels der deutschen Geschichte.

Ein offener Barbecue Abend des interkulturellen Vereins „Kipepeo“ mit Flüchtlingen in Winterberg, brachte in diesem Zusammenhang neue Einsichten über die Willkommenskultur im heutigen Deutschland. Teilnehmer aus Erythea, Ghana, Albanien, Marokko und Syrien mit der Sprachenvielfalt aus italienisch, französisch und englisch zeigten internationale Verständigung auf zwanglosem Niveau. Eine Stippvisite bei dem interkulturellen Fest auf Schloss Neuhaus zeigte ostwestfälische Vielfalt in Form von 18 Nationen und Vereinen, die Einblick in deren folkloristische und kulinarische Sitten geben konnte. Die Besichtigung von Aachen samt Universität und Dom mit anschließender WG Fete von jungen Studierenden zeigte auch ein wenig Großstadtflair als Kontrast zum Landleben. Besichtigungen der Panoramabrücke in Winterberg, der Willinger Glasbläserei oder auch des Erzbergwerks in Ramsbeck runden das Besuchsprogramm ab. Deutsche Spezialitäten von der Currywurst über Kartoffelsalat und dem Sauerländer Krüstchen müssen wie der Spargel und Erdbeerboden probiert werden. Nach zwei Wochen ist der Aufenthalt in der Familie vorbei.

Jetzt geht es für zwei Wochen zum Camp in die Jugendherberge nach Langscheid am Sorpesee. Dort wird ein großes Sportangebot mit Bogenschießen, Kanu fahren, tauchen, surfen, Geo cachen und Golfen organisiert. Kulturell stehen Köln, Burg Altena und Dortmund mit dem BVB Stadion auf dem Plan. Ein sozialer Tag in einem Kindergarten oder Seniorenheim bietet zudem einen Kontrast zu dem eher freizeitorientiertem Ablauf des Jugendcamps. Die Zeit im Camp ist sicherlich anstrengend. Neben den offiziellen Programmteilen muss jeder Teilnehmer einmal sein Land und seine Hobbys vorstellen, aber internationale Treffen wie dieses Jugendcamp bieten ungezwungen einen Blick auf die unterschiedlichsten Länder – aber auch auf das Eigene. Zwei Teilnehmer aus der Türkei, von unterschiedlichen Lions Clubs geschickt, mussten erst an den Sorpesee kommen, um sich kennenzulernen, obwohl sie an der gleichen Universität in Istanbul studieren. Das Sauerland ist wohl doch der Nabel der Welt…

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